Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen sind mit einem deutlich erhöhten Risiko für Haarausfall verbunden. Dabei scheinen Frauen und Menschen mit ungesundem Lebensstil besonders gefährdet. Eine erfolgreiche Behandlung der Fettleber könnte demnach auch dem Haarverlust vorbeugen.
Ein iranisches Forschungsteam hat in einer aktuellen Studie mögliche Zusammenhänge zwischen der sogenannten androgenetischen Alopezie und nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.
Fettleber belastet die Gesundheit
Metabolisch bedingte Fettlebererkrankungen, auch als nichtalkoholische Fettleber bekannt, sind relativ weit verbreitet und bleiben oftmals lange Zeit unentdeckt. Langfristig kann die Erkrankung die Gesundheit erheblich belasten und so erhöht die Fettleber das frühzeitige Sterberisiko erheblich, wie eine frühere in dem „Journal of Hepatology“ veröffentlichte Studie zeigt.
Zudem sind nichtalkoholische Fettlebererkrankungen mit einem Androgenüberschuss verbunden, der seinerseits bei der sogenannten androgenetischen Alopezie, der häufigsten Form des Haarausfalls, einen wesentlichen Einfluss haben kann, erläutern die Forschenden.
Besteht ein Zusammenhang mit Haarausfall?
Ob ein direkter Zusammenhang zwischen androgenetischem Haarausfall und nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen besteht, überprüfte das Team nun anhand der Daten von 7.993 Erwachsenen im Alter von 35 bis 70 Jahren (49,1 % Männer).
Bei 6.004 Teilnehmenden war androgenetischer Haarausfall feststellbar und 2.736 Teilnehmende erlitten eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung, berichten die Fachleute.
Risiko für Haarausfall deutlich erhöht
Die Datenauswertung ergab, dass nichtalkoholische Fettlebererkrankungen insgesamt mit einem 31 Prozent erhöhten Risiko für androgenetischen Haarausfall verbunden waren, so die Forschenden weiter.
Bei Frauen sei der Risikoanstieg besonders stark ausgefallen (62 Prozent erhöht), aber auch Personen mit hoher Kohlenhydratzufuhr (45 Prozent erhöht) und geringer körperlicher Aktivität (48 Prozent erhöht) seien verstärkt gefährdet.
Der Zusammenhang zwischen den nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen und dem androgenetischen Haarausfall hatte laut dem Forschungsteam auch bei Berücksichtigung von bekannten Risikofaktoren wie Kalorien-, Fett-, Protein- und Ballaststoffzufuhr, der Insulinresistenz und dem Entzündungsstatus Bestand.
Fettleber-Behandlung könnte Haarausfall verhindern
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass nichtalkoholische Fettlebererkrankungen signifikant mit der häufigsten Form des Haarausfalls assoziiert sind, insbesondere bei Frauen und Personen mit hoher Kohlenhydratzufuhr und geringer körperlicher Aktivität.
Demnach könnte eine erfolgreiche Behandlung der Fettlebererkrankungen beispielsweise durch Ernährungsumstellungen oder Bewegungsprogramme auch das Risiko des Haarausfalls signifikant reduzieren. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Sina Bazmi, Mohammad Saeed Soleimani-Meigoli, Mohammadreza Fardaei, Zahra Mohammadi, Reza Homayounfar, Maryam Kazemi, Babak Pezeshki, Mojtaba Farjam: Metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease is associated with androgenetic alopecia in adults with stronger effects in women and unhealthy lifestyles; in Scientific Reports (27.11.2025) , nature.com
- Gabriel Issa, Ying Shang, Rickard Strandberg, Hannes Hagström, Axel Wester: Cause-specific mortality in 13,099 patients with metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease in Sweden; in: Journal of Hepatology (veröffentlicht 24.03.2025), journal-of-hepatology.eu
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