Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen können langfristig die Leber stark schädigen und zu einer Leberzirrhose führen. Mitunter sind hiervon auch junge Erwachsene betroffen, wobei diese in der Regel ein bestimmtes Risikoprofil aufweisen.
Forschende der University of California San Diego School of Medicine haben untersucht, warum einige Personen mit nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung; MASLD) frühzeitig eine Zirrhose entwickeln. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ veröffentlicht.
Frühe Zirrhose infolge eine Fettleber?
Weltweit leiden Millionen Menschen an einer nichtalkohlischen Fettleber, wobei viele Betroffene sich ihrer Erkrankung nicht bewusst sind. Diese verläuft meist über lange Zeit unauffällig und schwere Folgen für die Leber drohen erst im späteren Lebensverlauf.
Bei manchen Betroffenen führt die Erkrankung allerdings deutlich früher zu einer fortgeschrittenen Vernarbung der Leber und der Entwicklung einer Zirrhose, erläutern die Forschenden.
Spezielle Risikofaktoren für MASLD-Zirrhose
In der neuen Studie versuchten sie nun die Ursachen hierfür anhand der Daten von rund 2.400 Erwachsenen mit MASLD und Zirrhose zu ermitteln. Dabei zeigte sich, dass circa 25 Prozent der Zirrhose-Fälle vor dem 50. Lebensjahr auftraten und einige wesentliche Risikofaktoren waren mit dieser früh Form Zirrhose verbunden, berichtet das Team.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass jüngere Erwachsene, die aufgrund einer MASLD eine Zirrhose entwickeln, nicht einfach nur früher an derselben Krankheit erkranken“, ergänzt die Studienautorin Dr. Rohit Loomba.
Bei den Betroffenen sei eine einzigartige Kombination aus genetischer Veranlagung und metabolischen Risikofaktoren (insbesondere Typ-2-Diabetes) aufgetreten, die das Fortschreiten zu der schweren Lebererkrankung beschleunigte.
Schwächen des bisherigen Screenings
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse, dass nichtalkoholische Fettlebererkrankungen bei Personen mit diesen Risikofaktoren schon im jungem Erwachsenenalter zu einer Zirrhose führen können, wobei das laut den Forschenden auch eine Schwäche bisheriger Screening-Ansätze aufzeigt.
Denn bei der Beurteilung der Leberschäden spiele oft das Alter eine wichtige Rolle, wodurch die Sensitivität bei jüngeren Betroffenen reduziert werde. „Da die aktuellen Screening-Instrumente das Alter einbeziehen, wird fast ein Drittel der Patienten mit früh einsetzender MASLD-Zirrhose nicht erfasst“, betont der Studienautor Dr. Veeral Ajmera.
Die neuen Studienergebnisse könnten jedoch helfen, die Patientinnen und Patienten mit dem höchsten Risiko einer frühen MASLD-Zirrhose zu identifizieren. So sollte bei jüngeren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, Adipositas und/oder erhöhtem genetischem Risiko die Lebergesundheit mehr Aufmerksamkeit erhalten. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Veeral Ajmera, Linus Schwantes-An, Luis Antonio Díaz, Callie Zaborenko, Katherine P. Yates, Naga P. Chalasani, Rohit Loomba: Risk Factors and Definition of Younger-Onset Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease (MASLD) Cirrhosis; in: Clinical Gastroenterology and Hepatology (veröffentlicht 16.09.2026), cghjournal.org
- University of California - San Diego: Study finds why young adults may develop early fatty liver disease (veröffentlicht 16.09.2026), eurekalert.org
Wichtiger Hinweis:
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