Fitness: Können Nahrungsergänzungsmittel bei Hobbysportlern die Leistung verbessern?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Sind Pillen und Pülverchen für Hobbysportler wirklich nötig?

Sport zu treiben ist gesund. Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck zu reduzieren und ist hilfreich beim Abnehmen. Auf Nahrungsergänzungsmittel, die die sportliche Leistung steigern sollen oder andere Vorteile versprechen, braucht man jedoch nicht zurückgreifen.


Fast jeder dritte Deutsche nimmt Nahrungsergänzungsmittel

Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland nimmt regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel, davon etwa ein Viertel mehr als ein Produkt pro Tag. Experten zufolge sind solche Mittel oft nur Nepp, manche gehen aber auch mit Gesundheitsrisiken einher. Viele, die solche Pillen und Pülverchen einnehmen, sind Menschen, die damit die sportliche Leistung steigern wollen. Doch Hobbysportler brauchen keine Nahrungsergänzungsmittel.

Nahrungsergänzungsmittel, die die sportliche Leistung steigern sollen oder andere Vorteile versprechen, kann man laut Verbraucherschützern getrost im Laden liegen lassen. (Bild: blackzheep/fotolia.com)

Mehrbedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen

Nahrungsergänzungsmittel für Sportler enthalten zum Beispiel Vitamine und Mineralstoffe, Eiweiß oder L-Carnitin.

Solche Mittel werden unter anderem mit Leistungssteigerung, Muskelaufbau, schnellerer Regeneration oder Hilfe bei Krämpfen beworben.

Wer sich als Freizeitsportler aber ausreichend und abwechslungsreich ernährt, braucht keine Pillen und Pulver, berichtet die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in einer Mitteilung.

Sportler essen durch ihren erhöhten Energieverbrauch ohnehin meist mehr als Nichtsportler und decken damit auch den Mehrbedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen problemlos.

Auch andere Experten weisen öfter darauf hin, dass beim herkömmlichen Sport eine natürliche Eiweißversorgung ausreicht.

Dafür muss man auch nicht unbedingt Eier, Steaks und Co. essen, pflanzliche Eiweiße sind ebenso geeignet.

Leistungssteigerung nur bei vorliegendem Mangel

Zwar lassen Werbeaussagen wie „Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion bei“ oder „Vitamin B6 verringert Ermüdung und Müdigkeit“ einen Vorteil vermuten, doch eine Ergänzung mit Vitaminen oder Mineralstoffen kann nur bei einem vorliegenden Mangel eine Leistungssteigerung bewirken.

Eine zusätzliche Aufnahme über den Bedarf hinaus führt aber nicht zu einer weiteren Verbesserung der Leistung.

Teuer und wirkungslos

L-Carnitin wird ebenfalls oft beworben. Wie die Verbraucherzentrale erklärt, handelt es sich dabei um einen Stoff, den der Körper selbst bildet.

Außerdem nehmen wir es über Lebensmittel, insbesondere über Fleisch zu uns. Die Einnahme von L-Carnitin ist nicht nur teuer, sondern auch wirkungslos.

Denn eine Verbesserung der Ausdauerleistung oder der Fettverbrennung durch die Einnahme von L-Carnitin konnte wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen werden.

Überdosierungen können zu gesundheitlichen Problemen führen

Wer dennoch Nahrungsergänzungsmittel einnehmen will, sollte beachten, dass Überdosierungen zu gesundheitlich Problemen führen können.

Zudem ist bei Produkten aus dubiosen Quellen im Internet Vorsicht geboten.

Vor allem, wenn diese aus dem nichteuropäischen Ausland kommen, könnten sie sich als Drogen- oder Dopingpräparate entpuppen. (ad)