Schlafprobleme eine Ursache für Herzkrankheiten? Forschungsteam weist Zusammenhänge nach

Junger Mann liegt mit geöffneten Augen schlaflos im Bett

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Schlaflosigkeit steht mit der Entstehung von Herzkrankheiten in Verbindung

Wenn Menschen unter Schlaflosigkeit leiden, scheint dies das Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße, für Herzinsuffizienz und für Schlaganfälle zu erhöhen.


Bei der aktuellen Untersuchung der Uppsala University wurde festgestellt, dass Schlaflosigkeit zu einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz, Erkrankungen der Herzkranzgefäße und Schlaganfälle beitragen kann Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Circulation“ publiziert.

Junger Mann liegt mit geöffneten Augen schlaflos im Bett
Wenn Menschen unter Schlaflosigkeit leiden, ist dies mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Herzkrankheiten verbunden. (Bild: Prostock-studio/fotolia.com)

Viele Menschen haben Schlafprobleme

Frühere Beobachtungsstudien haben bereits einen Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle festgestellt. In der modernen Hochleistungsgesellschaft leiden immer mehr Menschen unter Schlafproblemen und Schlaflosigkeit, was möglicherweise auch die hohe Anzahl an Herzerkrankungen erklären könnte.

Ist Schlaflosigkeit wirklich die Ursache der Herzerkrankungen?

Bei der aktuellen Untersuchung konnte nicht genau festgestellt werden, ob Schlaflosigkeit eine Ursache für Herzkrankheiten ist oder ob sie nur damit in Verbindung steht, erläutern die Forschenden. Während der Studie verwendeten sie eine Technik, welche als Mendelsche Randomisierung bezeichnet wird. Hierbei werden genetische Varianten verwendet, die bekanntermaßen mit einem potenziellen Risikofaktor wie Schlaflosigkeit verbunden sind, um Verzerrungen in den Ergebnissen zu reduzieren.

Genetische Varianten für Schlaflosigkeit sind mit Risiken verbunden

Bei der Studie wurden die Daten von etwa 1,3 Millionen Teilnehmenden mit oder ohne Herzerkrankung und Schlaganfall analysiert, welche aus vier großen öffentlichen Untersuchungen stammten. Die Forschenden fanden so heraus, dass genetische Veranlagungen für Schlaflosigkeit mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzinsuffizienz und einen ischämischen Schlaganfall, aber nicht für Vorhofflimmern, verbunden sind.

Weitere Forschung ist nötig

Es ist wichtig, den Grund für auftretende Schlaflosigkeit zu identifizieren und zu behandeln. Unser Schlafverhalten kann durch neue Gewohnheiten und Stressbewältigung beeinflusst werden, berichtet die Forschungsgruppe. Eine Einschränkung dieser Studie besteht darin, dass die Ergebnisse eine genetische Variante der Verbindung zu Schlaflosigkeit und nicht die Schlaflosigkeit selbst darstellen. Weitere Forschung zu dem Thema ist jetzt erforderlich. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Susanna C. Larsson, Hugh S. Markus: Genetic Liability to Insomnia and Cardiovascular Disease Risk, in Circulation (Abfrage: 26.08.2019), Circulation

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.