Gebraten oder frittiert – Ständiger Hühnchen-Konsum erhöht die Gefahr eines vorzeitigen Todes

Gebraten werden Fisch und Fleisch zum Risiko

Mediziner fanden jetzt heraus, dass der regelmäßige Verzehr von gebratenem Huhn oder Fisch mit einem erhöhten Risiko für einen vorzeitigen Tod in Verbindung steht. Wenn ältere Frauen täglich gebratenes Hühnerfleisch zu sich nahmen, erhöhte dies ihr Risiko eines vorzeitigen Todes um 13 Prozent, verglichen mit Frauen, die keine solchen Lebensmittel zu sich nahmen.


Die Wissenschaftler der University of Iowa stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass postmenopausale Frauen sich durch den täglichen Verzehr von gebratenem Hühnerfleisch oder Fisch einem erhöhten Risiko des vorzeitigen Todes aussetzen. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „BMJ“.

Die Art wie wir unsere Lebensmittel zubereiten, beeinflusst unsere Gesundheit. Frittiertes und gebratenes Huhn wirkt sich neagtiv auf die Lebenserwartung aus. (Bild: taa22/fotolia.com).

Verzehr von gebratenen Lebensmitteln ist weit verbreitet

Die Mediziner erklären, dass die Begrenzung des Verbrauchs von frittierten und gebratenen Lebensmitteln, insbesondere von gebratenem Hähnchen und Fisch, für die öffentliche Gesundheit von Vorteil sein könnte. Leider ist der Verzehr von gebratenen Lebensmitteln auf der ganzen Welt jedoch sehr weit verbreitet, sagt Studienautor Wei Bao von der University of Iowa. Über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen dieses Konsums sei indes nur wenig bekannt, fügt der Experte hinzu.

Frittiertes und gebratenes Essen ist ungesund

Der tägliche Verzehr von gebratenem oder frittiertem Huhn führte bei Frauen in der Studie zu einem 13 Prozent höheren Risiko eines vorzeitigen Todes, verglichen mit Frauen, die kein solches Essen zu sich nahmen. Wenn die Frauen täglich gebratenen oder frittierten Fisch oder Muscheln verzehrten, erhöhte dies das Risiko eines vorzeitigen Todes um 7 Prozent, verglichen mit Frauen, die dies nicht taten. Generell scheint frittiertes und gebratenes Essen häufig zu gesundheitlichen Problemen und einem vorzeitigen Tod zu führen. Eine Studie aus dem Jahr 2017 ergab beispielsweise, dass Menschen, die zwei oder mehrmals pro Woche Bratkartoffeln essen, ein doppelt so hohes Risiko für einen vorzeitigen Tod haben, verglichen mit Menschen, die sich nicht so ungesund ernähren.

Gebratenes Essen kann Diabetes begünstigen

Andere vorherige Forschungen haben bereits Zusammenhänge zwischen einem höheren Konsum von gebratenen Lebensmitteln und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und Herzkrankheiten gezeigt.

Daten von knapp 107.000 Frauen wurden ausgewertet

Die Mediziner untersuchten für ihre Studie die Ernährungsgewohnheiten von fast 107.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren aus dem Zeitraum 1993 bis 1998. Die Teilnehmerinnen wurden durchschnittlich für einen Zeitraum von 18 Jahren medizinisch überwacht. Während der Studie füllten die Frauen Fragebögen zur Häufigkeit von verzehrten Nahrungsmitteln aus.

Gelten die Ergebnisse auch für Männer?

Die Ergebnisse der Studie treffen wahrscheinlich auch auf Männer zu, spekulieren die Wissenschaftler. Frühere Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von gebratenen Lebensmitteln zeigten keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Gab es Einschränkungen bei der Studie?

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Studie nicht feststellen konnte, mit welchen Ölen oder mit welchen Temperaturen die Lebensmittel gebraten wurden. Diese Faktoren beeinflussen den Zusammenhang zwischen frittierten Lebensmitteln und dem Risiko eines vorzeitigen Todes.

Öl sollte nicht wiederverwendet werden

Menschen in den vereinigten Staaten verzehren in Fast-Food-Restaurants häufig frittiertes oder gebratenes Essen. Dies ist ein wichtiger Faktor, weil Menschen zu Hause selten ihr Öl wiederverwenden, wenn sie ihre Lebensmittel zubereiten. In Fast-Food-Restaurants wird das Öl dagegen häufiger wiederverwendet. Wird Öl wiederverwendet, entstehen schädliche Verbindungen im Öl, welche in die Nahrung übergehen.

Ergebnisse galten nicht bei der Verwendung von Olivenöl

Die Ergebnisse der neuen Studie können nicht global verallgemeinert werden, sagen die Experten. Menschen auf der ganzen Welt können unterschiedliche Methoden nutzen, um ihr Essen zu garen, zu braten oder zu frittieren. Zusätzlich werden verschiedene Öle verwendet. In Spanien habe eine Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Verzehr von gebratenen Lebensmitteln und der Mortalität keine Verbindung zwischen den beiden Faktoren gefunden, da die Bevölkerung dort überwiegend Olivenöl nutzt. (as)