Häufige Hautbeschwerden im Sommer – Was dagegen hilft!

Volker Blasek

Die Sonne sorgt in diesem Jahr für besonders viele Hautschäden

Für die einen ist dieser Sommer ein Traum, für andere ist die Hitze eine Belastung und für manche sogar eine Gesundheitsgefahr. Ob man nun die Rekordhitze mag oder nicht, eins einigt alle: Unser größtes Organ, die Haut, bekommt in diesem Sommer besonders viel Sonne ab und ist daher auch erhöhten Gefahren ausgesetzt. Ein Dermatologie-Professor berichtet über die fünf häufigsten Hautprobleme, die dieser Sommer mit sich bringt – und was man dagegen tun kann.


Norbert Sepp ist Universitätsprofessor und Leiter der Abteilung für Dermatologie im Ordensklinikum Linz. „Sonne tut uns Menschen eigentlich gut, weil sie hilft, das so wichtige Vitamin D zu bilden“, erklärt der Hautexperte in einer Mitteilung des Ordensklinikums. Man solle die Hitze so leben, wie es die Südländer vormachen: Laut Sepp sollte man die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr möglichst meiden, denn in diesem Zeitraum gibt es die meisten UV-Strahlen und demnach auch die häufigsten Gesundheitsschäden durch die Sonne.

Sonnenbrand gehört zu den häufigsten Hautschäden, die durch übermäßige UV-Strahlung verursacht werden. Aber auch Sonnenallergie, braune Flecken, Mallorca-Akne und Hitzepickel sind viel gesehene Sonnenschäden in diesem Sommer. (Bild: Rostislav Sedlacek/fotolia)

Dies sind die fünf häufigsten durch Sonne verursachten Hautprobleme

Wie der Dermatologe berichtet, können bei extremer Sonnenbelastung Schäden bei der Haut eintreten. Dabei würden sich fünf Beschwerden herauskristallisieren, die in diesem Sommer besonders häufig aufgetreten sind:

  • Sonnenallergie,
  • Mallorca-Akne,
  • Braune Flecken,
  • Sonnenbrand,
  • Hitzepickel.

Was hilft gegen Sonnenallergie?

Dem Universitätsprofessor zufolge ist die Sonnenallergie die häufigste Lichterkrankung (Lichtdermatose). „Sonnenallergie tritt meist schon im Jugendalter auf, und zwar dann, wenn die Sonne auf blasse Haut trifft“, so Sepp. Frauen seien drei bis vier Mal häufiger betroffen als Männer. Als Symptom zeigt sich häufig ein juckender Hautausschlag, der sich oft auf Dekolleté, Händen und Füßen breit macht. Es kann auch zu Bläschen- oder Quaddelbildung kommen, die an Insektenstiche erinnern. Einmal ausgebrochen hält die Allergie ein Leben lang, berichtet der Hautexperte. Prophylaktisch könne bei einer Sonnenallergie eine UV-Lichttherapie helfen, bei der die Haut mit künstlichen UV-Bestrahlungen vor der Sommersaison behandelt wird. Gegen die Ausbrüche würde Kortisoncreme helfen.

Was kann man gegen Mallorca-Akne tun?

Diese Form der Lichtdermatose wird unter anderem durch fetthaltige Sonnencremes in Verbindung mit UV-Strahlen ausgelöst, erläutert der Experte. Eine Porenentzündung ist die Folge. Anzeichen einer Mallorca-Akne seien rote Flecken und juckende Pusteln auf der Haut. Die Techniker Krankenkasse berichtet auf ihrer Webseite, dass gegen den Juckreiz Kühlung hilft. Betroffene Hautpartien sollten beispielsweise mit einem Coolpack oder einem entsprechenden Gel gekühlt werden. Fetthaltige Cremes oder Lotionen sollten auf keinen Fall angewendet werden. Auch dem ständigen Juckreiz sollte nicht mit Kratzen begegnet werden, da sich die Symptome dadurch verstärken könnten. Bis die Pusteln wieder abgeheilt sind, sollten man besser direkte Sonneneinstrahlung meiden. Oft verschwindet die Mallorca-Akne nach ein paar Tagen wieder. In schweren Fällen sollte der Hausarzt aufgesucht werden, der beispielsweise durch kortisonhaltige Cremes oder mit Antihistaminika helfen kann.

Wie kann man braune Flecken behandeln?

„Bei jüngeren Frauen rufen Hormone oft eine Braunfärbung auf Stirn, Wangen oder rund um den Mund hervor, das sogenannte Melasma“, berichtet Sepp weiter. Die braunen Flecken würden durch die Einnahme der Antibabypille oder während einer Schwangerschaft entstehen und mit der Zeit von selbst wieder verblassen. Der Dermatologe gibt noch einen Tipp für frische Narben. Da die dunkle Pigmentierung auch auf frischem Narbengewebe entstehen kann, sollte man diese besser vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Schnelle Hilfe bei Sonnenbrand

Sonnenbrand gehört wohl zu den bekanntesten Sonnenschäden der Haut. „Fast alle Menschen unterschätzen die Kraft der Sonne, gegen die auch der höchste Lichtschutzfaktor nicht 100-prozentig wirkt“, so der Experte. Oft werden insbesondere die reflektierenden Flächen unterschätzt. Wenn man sich beispielsweise auf einer Luftmatratze über einen See treiben lasse, sei die Kraft der Sonne so stark wie im afrikanischen Kenia. Neben gängigen Hausmitteln bei Sonnenbrand können diese Sofortmaßnahmen bei Sonnenbrand helfen:

  1. Umgehend ein schattiges Plätzchen aufsuchen.
  2. Mit einem feuchten Tuch den Kopf und die betroffenen Stelle kühlen.
  3. Viel Wasser trinken.
  4. After-Sun-, Panthenol- oder Aloe-Vera-Spray auf die betroffenen Stellen auftragen (Alternativ bieten sich auch Quarkwickel an).
  5. Vor dem Schlafengehen betroffene Stelle mit Kokosöl behandeln.

Hitzepickel

Hitzepickel zeigen sich häufig auf dem Rücken, wenn die Haut dort über einen längeren Zeitraum feucht ist und die Poren verstopfen. Als Folge können sich die Haarfollikel entzünden. „Das passiert, wenn man beispielsweise enge Kleidung oder einen Rucksack trägt“, so Sepp. Hier gibt der Dermatologe aber Entwarnung. In den meisten Fällen würden die Pickel wieder verschwinden, sobald man aufhöre zu schwitzen. (vb)