Haferdrinks erfreuen sich als Alternative zur Kuhmilch einer wachsenden Beliebtheit. Welche Auswirkungen der Umstieg auf die Cholesterinwerte haben kann und ob Haferdrinks oder Kuhmilch hier vorteilhafter sind, blieb bislang allerdings unklar.
Daher haben Forschend der Universität Bergen in einer aktuellen Studie die Auswirkungen von Haferdrinks und Kuhmilch auf die Blutfettwerte untersucht. Die in dem „Nutrition Journal“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass durchaus relevante Unterschiede bestehen.
Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte
- In einer Pilotstudie haben Forschende der Universität Bergen den Einfluss von Haferdrinks und Kuhmilch auf die Cholesterinwerte direkt verglichen.
- Haferdrinks bewirkten ein signifikante Senkung des Gesamtcholesterins und des „ungesunden“ LDL-Cholesterins im Vergleich zur Kuhmilch.
- Keine Unterschiede wurden beim „guten“ HDL-Cholesterin und bei den Triglyceriden festgestellt.
- Insgesamt erscheinen Haferdrinks damit gegenüber Kuhmilch als vorteilhafter für das Lipidprofil.
Kurzübersicht der wichtigsten Inhalte
- In einer Pilotstudie wurden die Auswirkungen des täglichen Konsums von Haferdrinks und Kuhmilch auf die Cholesterinwerte direkt verglichen.
- Haferdrinks führten nach vier Wochen zu einer signifikanten Senkung des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins im Vergleich zu Kuhmilch.
- Beim „guten“ HDL-Cholesterin und bei den Triglyceriden zeigten sich keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
- Insgesamt erwiesen sich Haferdrinks gegenüber Kuhmilch als vorteilhafter für das Lipidprofil.
Unterschiede zwischen Milch & Milchalternativen
Dass sich Kuhmilch und die verschiedenen pflanzlichen Milchalternativen angesichts der unterschiedlichen Inhaltsstoffe auch bei der gesundheitlichen Auswirkungen unterscheiden, erscheint wenig überraschend.
Bereits vor rund drei Jahren hatte ein italienisches Forschungsteam in einer Studie nachgewiesen, wie unterschiedlich der Nährstoffgehalt von Kuhmilch, Hafermilch und Co ist und insbesondere in Bezug auf die enthalten Fettsäuren konstatierten die Fachleute den Milchalternativen durchaus Vorteile.
Haferdrinks enthalten zudem spezielle Ballaststoffe (sogenannte Beta-Glucane), denen positive Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel zugeschrieben werden, erläutern die Forschenden von der Universität Bern. Der tatsächlich Einfluss von Haferdrinks auf die Blutfettwerte unter realen Bedingungen bleibe bisher jedoch unklar.
Vergleich von Haferdrinks & Kuhmilch
Daher verglichen die Fachleute nun bei 32 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren die Auswirkungen des täglichen Konsums von 600 Millilitern Haferdrink und 600 Millilitern Kuhmilch. Über einen Zeitraum von vier Wochen erhielt die Hälfte der Teilnehmerinnen entrahmte Kuhmilch und die andere Hälfte einen Haferdrink.
Vor Beginn der Intervention fanden zwei Basisuntersuchungen statt, bei denen unter anderem anthropometrische Messungen erfolgten, 24-Stunden-Ernährungsprotokolle erstellt und Blutproben entnommen wurden, und nach Abschluss der vier Wochen erfolgten die Untersuchungen erneut.
Haferdrink verbessern Cholesterinwerte
Die Ausgangsmerkmale waren in beiden Gruppen vergleichbar, doch nach vier Wochen zeigte die Haferdrink-Gruppe im Vergleich zur Kuhmilch-Gruppe eine signifikante Reduktion des mittleren Gesamtcholesterins und des „ungesunden“ LDL-Cholesterins, berichten die Forschenden.
Bei den Blutwerten des „gesunden“ HDL-Cholesterins und der Triglyceride seien hingegen keine Unterschiede aufgetreten.
Den Forschenden zufolge ergab der Vergleich von Kuhmilch und Haferdrinks, dass letztere vorteilhafter für das Lipidprofil sind. So könne der Ersatz von Kuhmilch durch Haferdrinks bereits nach einem Zeitraum von vier Wochen zu einer Senkung des Gesamt- und des LDL-Cholesterins beitragen – zumindest bei gesunden jungen Frauen.
Demnach erscheinen Haferdrinks als vielversprechende Option, um die Cholesterinwerte auf natürliche Weise zu senken, auch wenn der Effekt nun noch in weiteren Studien mit einer größeren Anzahl an Teilnehmenden überprüft werden muss. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Hanne Rosendahl-Riise, Eline Olsen Gravrok, Sarah Louise Rung, Jutta Dierkes, Inger Aakre: Cow’s milk compared to oat drink and its implications for lipid profile– a pilot randomized controlled trial; in: Nutrition Journal (veröffentlicht 18.03.2026), link.springer.com
- S.S. Moor; A. Costa, M. Pozza, T. Vamerali, G. Niero, S. Censi, M. De Marchi: How animal milk and plant-based alternatives diverge in terms of fatty acid, amino acid, and mineral composition; in: npj Science of Food (veröffentlicht 16.09.2023), nature.com
Wichtiger Hinweis:
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