Klimawandel kann bei Babys zu angeborenen Herzfehlern führen

Wirkt sich der Klimawandel auf die Gesundheit von Neugeborenen aus?

Der globale Klimawandel hat weitreichende Folgen für unseren Planeten, er verstärkt beispielsweise auftretende Stürme, schmilzt die Polkappen und erhöht die Wassertemperatur der Meere, was zu einem Absterben der Korallenriffe führt. Mediziner erklärten jetzt, dass der Klimawandel scheinbar auch die Gesundheit der Herzen von Babys beeinträchtigen kann.


Die Wissenschaftler der University at Albany stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass der weltweit auftretende Klimawandel mit einer erhöhten Anzahl von Herzfehlern bei Babys in Verbindung zu stehen scheint. Die Experten publizierten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Journal of the American Heart Association“ (JAHA).

Zahlreiche Faktoren können in der Schwangerschaft Auswirkungen auf die Gesundheit des ungeborenen Kindes haben. Extreme Hitze kann zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit für Herzfehler verstärken. (Bild: Subbotina Anna/fotolia.com)

Warum löst extreme Hitze angeborene Herzfehler aus?

Es ist noch unklar, warum die Hitzeexposition bei schwangeren Frauen zu einem angeborenen Herzfehler bei deren Babys führen kann. Tierstudien legen jedoch nahe, dass Hitze bei Föten zum Zelltod führt und mit hitzeempfindlichen Proteinen interagieren kann, welche bei der Entwicklung eine wichtige Rolle spielen.

Mehr Herzfehler bei Neugeborenen in den USA

Die aktuelle Untersuchung legt nahe, dass in Zukunft die durch den Klimawandel verursachte extreme Hitze die Anzahl der Babys mit Herzfehlern in den Vereinigten Staaten erhöhen könnte. Angeborene Herzfehler oder Herzanomalien, mit denen Säuglinge geboren werden, betreffen in den USA jedes Jahr rund 40.000 Neugeborene, dies geht aus einer Erklärung der American Heart Association hervor. Eine frühere Studie der gleichen Gruppe von Wissenschaftlern ergab bereits, dass die Exposition gegenüber hohen Temperaturen bei Frauen während der Schwangerschaft, mit einem erhöhten Risiko für angeborene Herzfehler bei Babys in Verbindung gebracht werden kann. Diese Studie umfasste Frauen, welche zwischen dem Jahr 1997 und dem Jahr 2007 ein Baby zu Welt gebracht haben.

Worauf bauen die Aussagen der Experten auf?

In der jetzt durchgeführten neuen Untersuchung kombinierten die Forscher diese Daten mit Temperaturprognosen für den Klimawandel. Das Team baut getroffene Aussagen auf Prognosen zum Klimawandel auf, die von der NASA und dem Goddard Institute for Space Studies gesammelt wurden. Sie simulierten Änderungen der maximalen Tageshöchsttemperaturen für verschiedene geografische Regionen in den USA und berechneten dann, wie viel Hitze und extreme Hitzeereignisse Schwangere im Frühjahr und Sommer erfahren werden.

Frauen sollten in der Schwangerschaft extreme Hitze vermeiden

Die Experten errechneten, dass zwischen dem Jahr 2025 und dem Jahr 2035 durch den Klimawandel bedingte Hitzeereignisse zusätzliche 7.000 Fälle angeborener Herzfehler verursachen könnten. Es handelt sich zwar bisher nur um eine Schätzung, aber für Frauen in den ersten Wochen der Schwangerschaft sei es grundsätzlich ratsam, extreme Hitze zu vermeiden. Solch extreme Hitze kann auch bei Personen mit Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen zu Herzanfällen führen, erläutert Studienautor Dr. Shao Lin von der University at Albany. (as)