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Körperpflegeprodukte bewirken bei Mädchen einen früheren Eintritt der Pubertät

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
27. Dezember 2018
in News
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Können Seifen und Shampoos die Pubertät beeinflussen?

Viele Heranwachsende kommen heutzutage früher in die Pubertät, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Da stellte sich Mediziner und Experten die Frage, wodurch solch eine frühere Pubertät ausgelöst wird. Forscher fanden jetzt heraus, dass einige übliche Seifen, Shampoos und andere Körperpflegeprodukte bei heranwachsenden Mädchen zu einem früheren Eintritt der Pubertät beitragen können.

Die Wissenschaftler der University of California, Berkeley stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass einige Seifen und andere Körperpflegeprodukte der Grund sein könnten, warum Mädchen immer früher in die Pubertät kommen. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Human Reproduction“.

Was bewirken Phthalate, Parabene und Phenole?

Bestimmte Chemikalien, welche als Phthalate, Parabene und Phenole bezeichnet werden, scheinen einen Einfluss auf den Eintritt der Pubertät bei jungen Mädchen zu haben. Einige übliche Seifen, Shampoos und andere Körperpflegeprodukte enthalten diese Stoffe. Betroffene Produkte erhöhen das Risiko für bestimmte Krebsarten und andere Entwicklungsprobleme, zusätzlich können sie einen früheren Eintritt der Pubertät von Mädchen bewirken, berichte die Experten.

Wofür werden solche Chemikalien eingesetzt?

Parabene werden bei Produkten zum Konservieren verwendet und Phenole sind für die Haltbarkeit in Körperpflegeprodukten enthalten. Phthalate werden in Schönheitsprodukten wie Kosmetika, Nagellacken und Parfums verwendet, um das Erscheinungsbild der Substanz zu verbessern. Es wird angenommen, dass diese Chemikalien sogenannte endokrine Disruptoren sind, da sie die natürliche Hormonregulierung des Körpers beeinflussen können. Dies kann bei Jugendlichen ein fortgeschrittenes reproduktives Reifen bewirken. Dadurch treten bei Mädchen früher Anzeichen der Pubertät auf. Die Menstruation setzt bei solchen Mädchen beispielsweise schon im Alter zwischen acht und elf Jahren ein.

Chemikalien schaden dem Kind schon im Mutterleib

Die Auswirkungen dieser Chemikalien auf weibliche Fortpflanzungshormone sind nicht auf den direkten Konsumenten beschränkt, sondern sie schaden auch weiblichen Säuglingen, deren Mütter diese Produkte während der Schwangerschaft verwendet haben. Es ist wichtig diese Auswirkungen zu verstehen, weil bereits bekannt ist, dass das Alter, in dem die Pubertät bei Mädchen beginnt, in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat. Eine Hypothese besagt, dass Chemikalien in der Umwelt eine Rolle spielen könnten, und die neusten Erkenntnisse stützen diese Idee, so die Mediziner. Eine frühere Pubertät bei Mädchen erhöhe das Risiko von psychischen Problemen und einem Risikoverhalten als Teenager. Außerdem erhöht sie langfristig das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs, erklärt der Studienautor Professor Dr. Kim Harley von der University of California, Berkeley.

Über 90 Prozent der genommenen Proben enthielten endokrine Disruptoren

Die Forschenden überwachten 179 Mädchen und 159 Jungen medizinisch von der Geburt bis zu ihrer Pubertät. Die Mediziner nahmen Urinproben, um so den Gehalt an Phthalaten, Parabenen und Phenolen zu messen. Sie nahmen zusätzlich auch Proben von den schwangeren Müttern, noch bevor die Kinder geboren wurden. Über 90 Prozent der Proben enthielten diese endokrinen Disruptoren. Proben, welche die doppelte Konzentration von Phthalaten zeigten, gehörten zu Mädchen, die deutlich früher Schamhaare hatten als es für Mädchen typisch ist. Bestimmte Phenole bewirkte einen früheren Eintritt der ersten Menstruation von einem Monat. Parabene schienen die schwerwiegendsten Auswirkungen zu haben, was dazu führte, dass Mädchen etwa einen Monat früher Brüste, Schamhaare und ihre erste Menstruation entwickelten.

Bei Jungen konnten keine ähnlichen Auswirkungen beobachtet werden. Phthalate, Parabene und Phenole wurden bei 96 Prozent der Frauen in der Studie festgestellt. Daran ist ohne Zweifel zu erkennen, dass es nicht einfach ist den Kontakt mit diesen Chemikalien zu vermeiden. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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