Krank durch Essen? Lebensmittel in Deutschland sicherer als vermutet

Ein gedeckter Tisch mit mediterranem Essen

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Kaum Todesfälle durch lebensmittelbedingte Krankheiten in Deutschland

Laut dem Bauernverband Landvolk Niedersachsen sind Lebensmittel deutlich sicherer als häufig angenommen wird. Dennoch gibt es immer neue Gesetze und Vorschriften zum Lebensmittelrecht, kritisiert der Verband. Allerdings gibt es sehr wohl gute Gründe, das Risiko lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche einzuschränken.


Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite erläutert, werden lebensmittelbedingte Erkrankungen „durch den Verzehr von Lebensmitteln verursacht, die mit infektiösen Krankheitserregern (Bakterien, Viren, Parasiten) oder Toxinen verunreinigt (kontaminiert) sind. Eine Vielzahl von Krankheitserregern und Toxinen können lebensmittelbedingte Krankheiten auslösen.“ Hierzulande muss man sich aber deswegen nicht allzu große Sorge machen. Denn Lebensmittel sind laut Experten deutlich sicherer als oft angenommen wird.

Ein gedeckter Tisch mit mediterranem Essen
Ein Bauernverband kritisiert, dass es immer neue Gesetze und Vorschriften zum Lebensmittelrecht gibt. Und das obwohl Lebensmittel deutlich sicherer seien, als oft angenommen wird. (Bild: kab-vision/fotolia.com)

Jährlich 5.000 Todesfälle durch lebensmittelbedingte Krankheiten

Wie der Bauernverband Landvolk Niedersachsen in einer Mitteilung schreibt, steht die Wahrnehmung der Verbraucherinnen und Verbraucher zur Lebensmittelsicherheit offensichtlich in einem deutlichen Widerspruch zu den tatsächlichen Gegebenheiten. Die Diskussion dazu nehme einen recht breiten Raum ein, tatsächlich gebe es aber kaum Anlass zu berechtigter Sorge.

Der Verband verweist dazu auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die jährlichen Todesfälle durch Krankheiten, die durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder „foodborne diseases“ (FBD) übertragen worden sind, auf weltweit insgesamt rund 420.000 beziffert.

Für Europa wird von der WHO eine Zahl von ganzen 5.000 Fällen angegeben. Bei Verkehrsunfällen würden jedes Jahr mehr als fünf Mal so viele Menschen sterben.

Schwerwiegendster Fall von Infektionen durch verunreinigte Lebensmittel

Den Angaben zufolge hat es 2015 in Deutschland keinen einzigen aktenkundigen Todesfall aufgrund des Verzehrs kontaminierter Lebensmittel gegeben. Im Jahr 2016 waren es vier gewesen, ebenso im Jahr 2017, wie aus einer Meldung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervorgeht. Darin erfährt man auch, dass es 2017 mindestens 2.277 Erkrankungen und 412 Hospitalisierungen durch lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche kam.

Wie das Landvolk Niedersachsen erklärt, datiert der bisher in der Bundesrepublik schwerwiegendste Fall von Infektionen durch verunreinigte Lebensmittel aus dem Jahr 2011. Die Ursache damals waren Enterohämorrhagische-Escherichia-coli-(EHEC)-Bakterien.

Den Angaben zufolge ermittelten das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Robert-Koch-Institut (RKI) verunreinigte Biosprossensamen aus Ägypten als Infektionsquelle. Bei der EHEC-Epidemie starben 53 Menschen, rund 4.000 erkrankten, über 800 davon schwer.

Infektionen können gefährlich werden

„Dagegen gibt es jedoch immer neue Verordnungen und Bestimmungen des Gesetzgebers zum Lebensmittelrecht“, kritisiert der Landesbauernverband Landvolk Niedersachsen.

Allerdings gibt es sehr wohl gute Gründe, das Risiko lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche einzuschränken. Schließlich können solche Erkrankungen nicht nur mit relativ harmlosen Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfällen und Bauchschmerzen einhergehen, sondern auch schwerwiegende Folgen haben.

So kann es laut dem RKI beispielsweise im Rahmen einer Infektion mit Listerien bei Schwangeren zu Früh-und Totgeburten kommen.

Und: „Infektionen mit Campylobacter können in sehr seltenen Fällen zu einem Guillain-BarréSyndrom mit Lähmungserscheinungen, Infektionen mit enterohämorrhagischen E. Coli (EHEC) zur Entwicklung eines lebensbedrohlichen hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) führen“, so die Experten. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen: