Mineralwasser: Viele Wassersorten schnitten im Test gut ab – doch es gab negative Ausnahmen

Stiftung Warentest: Gutes Mineralwasser muss nicht teuer sein

Die Stiftung Warentest hat 30 Mineralwässer mit Kohlensäure getestet. Viele davon sind gut, auch günstige Produkte. Zwar eigenen sich manche sogar für die Zubereitung von Babynahrung, doch in einem Wasser haben die Tester gesundheitsgefährdende Keime gefunden. Und eines schmeckte fremdartig und leicht nach Acetaldehyd aus dem Flaschenmaterial.


Empfehlenswerte günstige Mineralwässer

Um bei der aktuellen Hitze cool zu bleiben, hilft es, viel zu trinken. Mineralwasser gehört zu den Lieblingsdrinks der Deutschen. Am meisten werden Produkte mit Kohlensäure gekauft. „Darum hat die Stiftung Warentest aktuell 30 viel verkaufte Classic-Wässer getestet – von Discountern, Supermärkten und Traditionsbrunnen“, heißt es auf der Webseite der Stiftung. „Einige enthalten viel Kalzium und Magnesium oder eignen sich für die Zubereitung von Babynahrung. Jedes zweite Wasser im Test ist gut, darunter auch viele günstige Produkte.“

Die Stiftung Warentest hat 30 Mineralwässer mit Kohlensäure genauer unter die Lupe genommen. Über die Hälfte schneiden im Test gut ab. (Bild: v.poth/fotolia.com)

Über die Hälfte der getesteten Produkte schneiden gut ab

Für die in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 7/2018) veröffentlichte Untersuchung wurden viel verkaufte Produkte ausgewählt – elf klassische Marken von traditionellen Brunnenbetrieben wie Gerolsteiner und Apollinaris und 19 Handelsmarken von Discountern und Supermärkten wie Lidl Saskia und Rewe Ja.

17 Wässer schneiden gut ab, elf sind befriedigend und zwei nur ausreichend.

Den Angaben zufolge wiesen die Tester in einem der beiden ausreichenden Wässer eine etwas erhöhte Anzahl an Keimen nach, die für Menschen mit einer Immunschwäche bedenklich sein könnte.

Das andere ausreichende Wasser „schmeckte fremdartig und leicht nach Acetaldehyd aus dem Flaschenmaterial“, so die Experten in einer Pressemitteilung.

Kritische Stoffe aus der Natur

In fünf Wässern wurden leicht erhöhte Gehalte kritischer Stoffe aus der Natur gefunden: Arsen, Nickel oder Uran.

Allerdings liegen die gemessenen Gehalte deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten oder behördlichen Empfehlungen.

Laut Warentest können sich die Stoffe aus Gesteinsschichten gelöst haben, als das Wasser in die unterirdische Quelle gesickert ist.

Einzelne Wässer enthielten Spuren von Abbauprodukten aus Pflanzenschutzmitteln und eines von Süßstoffen. Medikamentenrückstände wurden nicht gefunden.

Zwar sind die Spuren aus der Umwelt gesundheitlich völlig unkritisch, sie stellen aber die versprochene ursprüngliche Reinheit in Frage. Längst nicht jedes Mineralwasser ist mineralstoffreich. Allerdings muss es das laut EU-Verordnung auch nicht sein.

„14 der Classic-Wässer im Test enthalten sogar weniger Mineralstoffe als vielerorts das Leitungswasser. Lediglich vier Classic-Wässer bieten viel an Mineralstoffen, sie kosten zwischen 20 und 66 Cent pro Liter“, schreiben die Experten.

Letztes Jahr wurden Medium-Wässer getestet

Insgesamt schnitten die Classic-Wässer etwas besser ab als die Medium-Wässer, die die Stiftung Warentest 2017 prüften. In den Medium-Wässern wurden unter anderem häufiger sensorische Fehler festgestellt.

Zudem wurde damals bemängelt, dass in manchen Fällen der Wasser-Geschmack durch Kunststoff beeinträchtigt wurde.

Plastikflaschen haben seit Jahren einen gesundheitlich schlechten Ruf.

Von den 30 im vergangenen Jahr getesteten Produkten sind heute noch 22 unverändert im Handel, wie eine aktuelle Befragung der Anbieter ergab.

In der Regel enthalten Medium-Wässer weniger Kohlensäure als Classic-Wässer. Mit einem Marktanteil von 44 Prozent haben sie die Classic-Wässer überholt, die früher dominierten und heute auf einen Marktanteil von 36 Prozent kommen.

Bekannte Traditionsmarken und preiswertere Handelsmarken

Unter den aktuell getesteten Produkten finden sich bekannte Traditionsmarken wie Adelholzener, Apollinaris und Gerolsteiner sowie viele preiswertere Handelsmarken von Discountern und Supermärkten.

Die Informationen zu Preisen und Quellorten sowie Warenkunden sind kostenlos auf der Webseite der Stiftung Warentest abrufbar. Für die Bewertungen muss allerdings bezahlt werden.

Laut den Experten lohnt sich das, da man dadurch Zugriff auf sämtliche Bewertungen erhält und mithilfe zahlreicher Filtermöglichkeiten gezielt nach Wässern mit hohen Gesamtmineralstoffgehalten suchen kann „oder nach Mineralwasser, das sich für die Zubereitung von Säuglingsnahrung eignet.“ (ad)