Möglichkeiten zur Vaginalstraffung

Franziska Schreiber

Minimalinvasive Schönheitsbehandlungen mit Laser oder Radiofrequenz sollen schnell und einfach eine Verjüngung der Intimästhetik, sexuelle Leistungssteigerungen und Hilfe bei Inkontinenz bieten. Aber halten diese Vaginal-Verjüngungsmethoden wirklich, was sie versprechen? Fragen wir einen Mediziner!

Laut dem leitenden Arzt der Bodenseeklinik, Jens Altmann, ist es für viele immer noch ein großer Schritt, sich bei Problemen im Intimbereich an Experten zu wenden. Es handele sich dabei um eine Art Tabu-Thema. Doch gebe es verschiedene Gründe, warum Frauen mit dem Wunsch nach einer vaginalen Verjüngung in seine Sprechstunde kommen.

Frauen werden in Bezug auf ihren Intimbereich immer kritischer. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Bei Patientinnen, die ihre Vulva rein aus ästhetischen Gesichtspunkten verändern möchten, hänge dies oft mit dem Trend zur vollständigen Intimrasur zusammen. Dadurch kämen vergrößerte innere Schamlippen deutlicher zum Vorschein und dies empfänden viele als störend, erläutert der Mediziner.

Bei einer Operation werden die inneren Schamlippen so verkleinert, dass sie bündig mit den äußeren Schamlippen sind und der gesamte Intimbereich optisch verjüngt wirke.

Einem anderen Teil der Patientinnen gehe es um die Heilung gesundheitlicher Beschwerden. Aufgrund des Alters, starken Gewichtsschwankungen und Geburten zeigen sich im Intimbereich oft Gewebeschwächen. Eine geweitete Vaginalöffnung oder ausgedehnte Schamlippen könne nicht nur dazu führen, dass Betroffene sich unwohl fühlen, sondern es könne auch zu Stress- beziehungsweise Belastungsinkontinenz und sexuellen Störungen kommen.

Neue Methoden mit Radiofrequenz- und Lasertechnik

Während früher nur eine Operation zur Vaginal-Verjüngung infrage kam, setzen moderne Verfahren auf Radiofrequenz und Lasertechnik, um unterschiedliche Gewebebereiche der Scheide zu regenerieren, erlütert der Experte. Bei der Radiofrequenzbehandlung komme es zu einer Gewebserwärmung der tiefen Gewebsschichten durch die speziellen Wellenlängen der Radiofrequenz. Durch die Hitzeeinwirkung entstehe eine erwünschte Ödembildung im behandelten Gewebsareal. Diese sei verbunden mit spezifischen Entzündungsprozessen, die in Reparaturprozesse umgewandelt werden.

Das Prinzip der Vaginal-Verjüngung mittels Laser funktioniert ganz ähnlich. Der Laser erzeugt minimale Verletzungen, wodurch das Gewebe zur Selbstheilung, Straffung und Aufbau neuer Schleimhäute angeregt wird. Die nahezu schmerzfreien Behandlungen können ambulant und in der Regel sogar ohne Betäubung durchgeführt werden.

Aktuell warnt die zentrale Gesundheitsbehörde des amerikanischen Gesundheitsministeriums (FDA) allerdings vor dem Einsatz von energiebasierten Behandlungsmethoden, da es zu schwierigen Komplikationen wie Verbrennungen oder Narben im Vaginalbereich, Schmerzen beim Sexualakt und chronischen Schmerzen kommen kann.

Operation in Vollnarkose

Für eine Vaginalstraffung eignen sich je nach Ausprägung verschiedene Behandlungen. Bei ausgeprägter Weitung der Vaginalöffnung empfiehlt sich eine Scheidenplastik. Dabei wird das vordere Scheidengewölbe operativ in Vollnarkose gestrafft. In manchen Fällen ist das auch für das hintere Scheidengewöbe notwendig, nämlich dann, wenn sich der Darm zu sehr in die Scheide vorwölbt. Beide Behandlungen führen zwangsläufig zu einer Verengung der Scheide.

Die Operation daure in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde, so der Chirurg. Da lediglich eine minimale Naht gemacht wird, könne die Patientin bereits am nächsten Tag die Klinik verlassen und nach acht Tagen sei die Wunde verheilt. Die Kosten für die Behandlung belaufen sich laut Aussage des Experten auf circa 2000 Euro.

Hyaloronsäure

Sofern nur eine mäßige Weitung der Vagina vorliegt, besteht Altmann zufolge auch die Möglichkeit einer Verengung durch eine Unterfütterung des Scheidenkanals mit Hyaluronsäure. Dieser Eingriff sei besonders schonend, hinterlasse keine Narben und könne mit örtlicher Betäubung in ambulanter Behandlung durchgeführt werden. Zu beachten sei, dass die Hyaluronsäure mit der Zeit resorbiert wird und nach 8 bis 16 Monaten eine erneute Injektion erforderlich werde, um den verengenden Effekt aufrechtzuerhalten.

Betroffene Frauen sollten sich vorab ausführlich von dem behandelnden Gynäkologen zu den operativen und nicht-operativen Behandlungsmethoden beraten lassen – insbesondere hinsichtlich der möglichen Risiken und Komplikationen. Zudem müssen weiterführende Studien erst noch zeigen, inwiefern die Behandlungsmöglichkeiten mittels Laser oder Radiofrequenz tatsächlich für einen Einsatz bei der vaginalen Gewebserschlaffung geeignet sind. (FS)