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Müdigkeit nach dem Essen kann auf schwere Ursachen hindeuten

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
16. September 2018
in News
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Müde nach dem Essen – manchmal eine Blutzuckerentgleisung

Die meisten Menschen kennen das: Eine überkommende Müdigkeit nach dem Essen. Im Volksmund wird dieses Phänomen auch “Schnitzelkoma” genannt. In den allermeisten Fällen ist Müdigkeit nach dem Essen vollkommen harmlos. Aber manchmal kann auch mehr dahinter stecken. Im Besonderen Diabetiker müssen hellhörig werden, wenn sie sich nach dem Essen besonders müde und unkonzentriert sind.

Müdigkeit nach dem Essen meist harmlos und erklärbar

Unsere Verdauung kostet dem Körper Energie. Mehr Blut gelangt in die Verdauungsorgane, Magen und Darm nehmen die für den Körper wertvollen Teile aus der Nahrung, die Magenmuskeln und die Darmwand transportieren den Magenbrei weiter. Wir haben keine unbegrenzte Blutmenge im Körper, und das Blut, das jetzt in die Verdauungsorgane fließt, fehlt in anderen Teilen des Körpers – auch im Gehirn. Dieses bekommt jetzt weniger Sauerstoff, und wir werden müde. Alles also recht harmlos. Aber manchmal kann sich hinter einer Müdigkeit nach dem Essen auch ein ernsthafter Grund verstecken.

Achtung, es könnte Diabetes Typ 2 sein

Wer an Diabetes leidet, sollte besonders hellhörig werden. Es könnte nämlich sein, dass die Blutzuckerwerte nach dem Speisen übermäßig in die Höhe schnellen. Das hat auf Dauer Folgen für die Gesundheit. Die wenigsten Patienten mit Diabetes Typ2 messen ihren Blutzuckerspiegel nach dem Essen, berichtet Johanna Sandner, Diabetesberaterin und Leiterin des Ernährungs- und Diabetesteams, Uniklinik Mainz. Aus diesem Grund bleiben erhöhte oder gar sehr hohe Werte lange Zeit verborgen. Denn solche Blutzuckerspitzen fallen beim Messen bei den Kontrollen beim Hausarzt nicht auf.

Folgen für die Gesundheit

Wird der hohe Blutzucker nach dem Essen nicht behandelt, hat dies langfristig verheerende Folgen für die Gesundheit. Laut der Diabetes-Beraterin verschlimmern sich Herz-Kreislauferkrankungen, die Blutgefäße am Auge werden beschädigt und ältere Diabetiker haben Probleme bei der Wahrnehmung sowie den Erinnerungen.

“Um den Blutzuckerspiegel auch zwischen den Arztbesuchen im Blick zu behalten, sollten Menschen mit Typ 2 Diabetes regelmäßig selbst ihre Blutzuckerwerte nach dem Essen messen”, empfiehlt Sandner. Der Arzt entscheidet im Anschluss, ob die Therapie entsprechend angepasst wird.

Oft empfiehlt es sich, beispielsweise sogenannte Mahlzeiteninsuline einzunehmen, die eine natürliche Insulinausschüttung nach einer Mahlzeit nachahmen. Sie sorgen dafür, dass der Zucker im Blut zügiger in die Gewebezellen gelangt.

Zwei Stunden nach dem Essen Blutzucker messen

Wer also schnell nach dem Essen müde wird, sich übermäßig schlapp und unkonzentriert fühlt, sollte zwei Stunden nach dem Essen die Blutzuckerwerte messen und mögliche Auffälligkeiten mit dem behandelndem Arzt besprechen, der dann die Behandlung entsprechend anpasst.

Möglich ist auch, dass Betroffene noch nichts von ihrer Diabetes Erkrankung wissen. Auch hier ist eine Überprüfung beim Arzt erforderlich, um eine Stoffwechselstörung ausschließen zu können. (sb)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Sebastian Bertram

Sebastian Bertram

Sebastian Bertram ist Geschäftsführer von Heilpraxisnet. Er arbeitete über zehn Jahre als Sozialarbeiter im stationären Bereich der therapeutischen Jugendhilfe in leitender Funktion. Seine Themenschwerpunkte sind Psychologie, therapeutisches Arbeiten und Sozialpädagogik.

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