Patient litt jahrelang an Dauerschnupfen – es tropfte jedoch was anderes aus seiner Nase

Mann läuft Hirnflüssigkeit aus der Nase

Ein Schnupfen ist harmlos – wenn er an einer Erkältung liegt. Greg Phillpotts aus New York tropfte die Nase jedoch aus einem viel ernsteren Grund: Die Flüssigkeit seines Gehirns lief aus dem Nasenloch.


Dauerschnupfen

Phillpotts litt an Dauerschnupfen und stopfte sich ständig ein Taschentuch in die Nase. Doch hinter dem vermeintlichen Schnupfen steckte ein ernstes Gesundheitsproblem.

Dauerschnupfen liegt meist an einer Entzündung im Nasenraum. Extrem selten handelt es sich aber nicht um „Schnupfen“, sondern um Gehirnflüssigkeit, die aus der Nase läuft. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)

Ständig neue Diagnosen

Die Ärzte tischten ihm ständig neue Diagnosen auf: Mal sollte es eine Allergie sein, dann eine Bronchitis, dann wieder eine Lungenentzündung.

Es wurde immer schlimmer

Zeitweise bremsten die Ärzte die Flüssigkeit, doch insgesamt wurde es immer schlimmer und belastete den New Yorker psychisch: In der Küche lief der Schnodder in das Essen und verdarb das Abendbrot, ständig plagte den Betroffenen die Angst, dass es aus seiner Nase tropfte.

Atemnot

Durch den chronischen Ausfluss konnte Greg nicht mehr richtig atmen und nachts aus Atemnot kaum noch schlafen. Das zerrüttete ihn.

Hirnflüssigkeit

Dr. Iloreta vom Mount Sinai Hospital in New York fand endlich die Ursache für das Mysterium. Es war kein klassischer Schnupfen – Greg lief kein Nasensekret aus der Nase, sondern Gehirnflüssigkeit.

Dämpfer gegen Erschütterungen

Diese Flüssigkeit hüllt das Gehirn ein und schützt es vor Erschütterungen. Fehlt es, können Bakterien eindringen, die eine Hirnhautentzündung verursachen. Vermutlich bringt die Hirnforschung in den nächsten Jahren weitere Erkentnisse über das Hirnsekret.

Alles wieder gut

Nach der richtigen Diagnose, war die Heilung kein Problem. Die Ärzte schlossen das Loch, durch das die Flüssigkeit sickerte, und Greg kann das Leben wieder genießen.

Ein Viertel Liter pro Tag

Kendra aus Nebraska in den USA hatte ein ähnliches Problem wie Greg. Täglich lief ihr circa ein Viertel Liter Sekret aus der Nase. Hinzu kamen extreme Kopfschmerzen. Sie fühlte sich wie ein Zombie, berichtet die Patientin.

Ebenfalls Fehldiagnose

Wie bei Greg vermuteten die Ärzte anfangs eine Allergie. Erst nach zweieinhalb Jahren stellte ein Mediziner fest, dass das Sekret vom Gehirn kam.

Wie kommt es zum „Hirnschnupfen“?

Zwischen dem Hirn und der Außenwelt liegt eine kleine Öffnung, die Riechspalte. Es handelt sich um einen dünnen Knochen. Reißt er ein, dann tritt Hirnwasser aus und läuft durch ein Nasenloch.

Wie häufig ist die Störung?

Dieses Austreten von Hirnwasser kommt extrem selten vor – nur bei einem von einer Million Menschen. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Ärzte bei Greg und Kendra anfangs andere Diagnosen trafen. Bei Greg ist die Ursache der Öffnung nicht publiziert, bei Kendra handelte es sich um die Folgen eines Unfalls: Sie war mit dem Gesicht auf das Armaturenbrett ihres Autos geprallt, und dabei riss vermutlich der Knochen ein.

Woran erkennen Sie den Bruch des Riechknochens?

Auf ein Austreten der Hirnflüssigkeit deuten folgende Symptome hin:

  • Medikamente gegen Schnupfen schlagen nicht an.
  • Sie haben starke Kopfschmerzen, die sich beim aufrechtem Gang verschlimmern.
  • Sie leiden unter Übelkeit und Erbrechen.
  • Die Flüssigkeit ist klar, nicht gräulich, grünlich oder schleimig.
  • Sie haben Probleme beim Sehen.
  • Sie haben Salzgeschmack im Mund.

(Dr. Utz Anhalt)