Plötzlicher Herzstillstand künftig besser behandelbar

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Verbesserung der Behandlungsoptionen mit bei plötzlichem Herzstillstand?

Ein Herzstillstand bedeutet für die Betroffenen immer akute Lebensgefahr. Schnell ist notärztliche Hilfe gefragt, doch auch bei umgehender Versorgung kann der Erfolg mitunter ausbleiben. Tragbare Mini-Herz-Lungen-Maschinen (ECMO) könnten hier eine lebensrettende Lösung sein, berichtet das BG Universitätsklinikum Bergmannsheil. Über „150 Experten aus dem Rettungsdienst, der Herzchirurgie und der Kardiologie“ haben die Einsatzmöglichkeiten der ECMO am Dienstag auf einem Symposium des Universitätsklinikums Bergmannsheil in Bochum diskutiert.


Bei einem Kreislaufstillstand besteht höchste Lebensgefahr. Nachdem der Rettungsdienst kontaktiert wurde, sollte daher möglichst schnell mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden. Diese können die Überlebenschancen deutlich verbessern und wichtige Zeit gewinnen, bis die Rettungskräfte eintreffen, berichtet das Universitätsklinikum Bergmannsheil. Anschließend werde der Rettungsdienst alles zu unternehmen, um den Kreislauf wieder in Gang zu bringen, was jedoch „selbst bei professioneller und leitliniengerechter Vorgehensweise“ nicht immer gelinge. Dann stellt sich die Frage, wie das Überleben der Betroffenen dennoch gesichert werden kann. Hier bieten tragbare Mini-Herz-Lungen-Maschine eine mögliche Option.

Bei einem plötzlichen Herzstillstand muss umgehend eine Wiederbelebung eingeleitet werden. Tragbare Mini-Herz-Lungen-Maschine könnten Betroffenen jedoch das Leben retten, wenn auch die Rettungskräfte mit herkömmlichen Wiederbelebungsmaßnahmen keinen Erfolg haben. (Bild: spkphotostock/fotolia.com)

Einsatz der ECMO

Auf dem Symposium unter Leitung von Professor Dr. Justus Strauch, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Bergmannsheil, haben die Fachleute das Potenzial der ECMO bei einem Herzstillstand diskutiert und sowohl medizinische als auch juristische Fragestellungen beleuchtet. Zudem wurde in einer einer aufwändigen Live-Simulation der Einsatz des Gerätes demonstriert. Bei Einsatz der neuen Technologie werden Betroffene noch während der laufenden Wiederbelebung an die Maschine angeschlossen, die den Kreislauf wiederherstellt.

Neue Therapieoption

Laut Dr. Dirk Buchwald, Kardiotechniker im Bergmannsheil und Organisator des Symposiums, ergeben sich einige neue Herausforderungen, wenn zwei Rettungsteams mit unterschiedlichen Aufgaben gleichzeitig an einem Patienten lebensrettende Maßnahmen durchführen, doch lohne es sich, über diese Therapieoption intensiv nachzudenken. Denn ein länger andauernder Kreislaufstillstand bedeutet in der Regel den Tod der Betroffenen. Bereits heute stehen geeignete Mini-Herz-Lungen-Maschinen zur Verfügung und „wenn wir uns den enormen logistischen und personellen Herausforderungen stellen, die mit diesem Verfahren verbunden sind, hoffen wir Menschenleben effektiver retten zu können“, so der Experte in einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums Bergmannsheil.

Anwendung bei Notarzteinsätzen

Entsprechende ECMO sind an dem Universitätsklinikum Bergmannsheil schon erfolgreich im Einsatz und auf dem Symposium haben auch Referenten der Universitätskliniken Regensburg und Freiburg von ihren Erfahrungen mit dem Einsatz der Geräte berichtet. Vor allem stellte sich die Frage, ob die Anwendung der tragbaren Mini-Herz-Lungen-Maschinen auch bei Notarzteinsätzen praktikabel ist. Vieles spricht nach Einschätzung der Experten dafür, diese logistische Herausforderung anzugehen, um die Überlebenschancen der Betroffenen zu verbessern. (fp)

Wichtiger Hinweis:
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