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Quetschbeutel mit Obstpüree für kleine Kinder: Eher ungesund!

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
8. Mai 2019
in News
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Quetschies für Babys und Kleinkinder: Praktisch aber keine gute Idee

Klingt erst mal gut: Babys und kleinen Kindern, die Obst nicht so gerne essen, drückt man einen Quetschbeutel mit Obstpüree in die Hand und hat das Thema abgehakt. Leider nein.

Obst enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, aber nicht alle Kinder lieben Obst und viele Eltern scheuen den Konflikt. Warum also nicht einen trendigen „Quetschie” kaufen, aufschrauben, fertig? Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat zuletzt in ihrer Stellungnahme von Quetschbeuteln für Babys abgeraten.

Für Quetschies werden diverse Sorten Fruchtpürees in Kunststoffbeuteln mit Schraubverschluss verpackt. Sie kommen bei Kindern gut an, sogar bei kleinen Obstmuffeln. Die Gestaltung ist oft lustig mit bunten Farben und die Beutel lassen sich gut in der Tasche mitnehmen. Dadurch eignen sie sich optimal für unterwegs.

Obstbrei selbstgemacht oder aus dem Gläschen ist zwar im Nährwertvergleich nicht wertvoller als ein reines Fruchtpüree aus dem Quetschbeutel. Trotzdem hat Obstbrei Vorteile. Kinder lernen vom bzw. mit dem Löffel zu essen und werden nicht nebenbei mit Essen versorgt. Man wendet sich dem Kind zu, spricht mit ihm und schenkt ihm Aufmerksamkeit. Das ist wichtig für eine gute Entwicklung. Außerdem sehen die Kinder dabei, was sie essen. Der Quetschbeutel hingegen lässt weder für die Kinder noch die Eltern erkennen, was darin enthalten ist. Etwas ältere Kinder können aber verschiedene Obstarten und deren unterschiedliche Farben und Geschmacksrichtungen nur dann kennen lernen, wenn sie das Fruchtmus auch sehen können.

Auch mit Blick auf die Zahngesundheit schneiden die Quetschbeutel nach Ansicht der Kinder- und Jugendärzte nicht gut ab. „Quetschbeutel sind zwar bei Müttern und Kindern äußerst beliebt. Das längere Nuckeln an den Beuteln ist aber ein Kariesverstärker, denn der Fruchtzucker greift die empfindlichen Milchzähne an. Das ist vielen Eltern nicht bewusst”, gibt Professor Berthold Koletzko, Experte des Netzwerks Gesund ins Leben, zu bedenken. Dazu kommt, dass ab dem ersten Lebensjahr mit den ersten Zähnen das Essen von weichem, frischem Obst die Kaumuskulatur trainiert. Durch die Beanspruchung der Kaumuskulatur wird die Mundmotorik gefördert. Das fördert das Sprechen lernen der Kinder. Dieser Effekt bleibt beim Saugen von püriertem Obst aus.

Dann wäre da noch der Preis: Quetschies sind doppelt so teuer wie ein Gläschen und etwa vier- bis fünfmal teurer als ein Apfel. Last but not least: Frisches Obst kann unverpackt gekauft werden und vermeidet so eine Menge Verpackungsmüll. Britta Klein, bzfe

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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