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Rückruf: Giftpilze in Spitzmorcheln entdeckt

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
3. Januar 2013
in News
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Spitzmorcheln wegen enthaltener Giftpilze zurückgerufen

03.01.2013

Händler startet Rückrufaktion für Spitzmorcheln wegen enthaltener Rückstände von Giftpilzen. Laut Mitteilung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ruft der Pilzversandhandel Zollner mit Sitz im bayrischen Bruck seine getrockneten Spitzmorcheln zurück, „da in einer bestellten Sendung ein Stück Frühjahrsgiftlorchel gefunden wurde.“

Der Pilzversandhandel hatte die nun zurückgerufenen Pilze im Zeitraum April bis Dezember 2012 über das Internet-Auktionshaus „ebay“ deutschlandweit in Packungen zu je 100 Gramm vertrieben. Die potenziell mit Giftpilzen verunreinigte Charge trage das Haltbarkeitsdatum 31. Dezember 2014, so die Mitteilung der Behörden. Von einem Verzehr der Produkte wird in der Lebensmittelwarnung vom Mittwoch ausdrücklich abgeraten. „Zur Vermeidung von gesundheitlichen Gefahren“ dürfen die Spitzmorcheln „nicht mehr verzehrt werden“, so die Mitteilung auf dem Portal „lebensmittelwarnung.de“ der Bundesländer und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Verwechslungsgefahr beim Pilzsammeln
Da sich Giftlorcheln und Spitzmorcheln äußerlich sehr ähneln und oftmals an den gleichen Standorten wachsen, sind Verwechslungen beim Pilzsammeln durchaus möglich. Zwar haben die Morcheln "an ihrem Hut deutlich tiefere Vertiefungen als die Giftlorcheln und ein leicht andere Struktur, doch für unerfahrene Pilzsammlern sind diese Unterschiede nicht immer auf Anhieb zu erkennen". Zudem wird auch die Frühjahrsgiftlorchel in einigen Ländern als Speisepilz betrachtet, allerdings erfolgt hier stets eine besondere Zubereitung, durch die das enthaltene Gift unschädlich gemacht werden soll.

Lebensbedrohliche Vergiftungen durch Giftpilze
Roh zählt die Frühjahrsgiftlorchel zu den giftigsten Pilzen überhaupt. Bereits der Verzehr eines Pilzes reicht unter Umständen aus, um einen Menschen zu töten. Hervorgerufen wird die als Gyromitra-Syndrom bezeichnet Vergiftung durch den enthaltenen Giftstoff Gyromitrin. Dieser schädigt die Leber – schlimmstenfalls bis hin zum akuten Leberversagen und dem anschließenden Tod. Zwar ist die Giftwirkung bei abgekochten Giftlorcheln erheblich schwächer, doch wird der auch der Aufnahme geringer Dosen Gyromitrin eine gesundheitsschädigend Wirkung zugeschrieben. So gilt das Pilzgift zum Beispiel als karzinogen und begünstigend für Allergien. Auf einen Verzehr der nun zurückgerufenen getrockneten Spitzmorcheln des Pilzversandhandels Zollner ist angesichts derartiger Risiken dringend zu verzichten. (fp)

Bild: Annamartha / pixelio.de

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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