Schmerzen ohne Grund: Was tun bei Fibromyalgie?

Sebastian Bertram
Schmerzen ohne Grund: Was tun bei Fibromyalgie?
Wer hat nicht schon einmal einen Mitmenschen über Schmerzen in Muskeln oder Gelenken klagen hören? Dahinter steckt oftmals eine sogenannte Fibromyalgie. Wortwörtlich lässt sich dieser medizinische Fachbegriff als „Muskel-Faser-Schmerz“ übersetzen und beschreibt einen Zustand chronischer Muskel- und Gelenkschmerzen, die überall am Körper auftreten können. Die häufig äußerst starken Beschwerden scheinen in vielen Fällen aus dem Nichts zu kommen und können mehrere Monate oder sogar länger anhalten. Als eine der bekanntesten Persönlichkeiten leidet beispielsweise auch Pop-Ikone Lady Gaga an Fibromyalgie. Sie musste bereits mehrere Konzerte aufgrund dieser Erkrankung absagen.


Andere klagen über dauerhafte Folgeschmerzen nach Unfällen, Operationen oder Entzündungen. Sie erleben im Alltag und Beruf ebenfalls deutliche Einschränkungen. „Bei dieser Art von Beschwerden ist die Wurzel des Übels zum Glück bekannt, dementsprechend kann ein Arzt schnell eine adäquate Therapie für den Patienten finden“, weiß Dr. Andreas Biller, einer der Geschäftsführer des norddeutschen Familienunternehmens Dr. Loges, das auf innovative Naturheilkunde spezialisiert ist. „Allerdings gibt es auch Patienten, bei denen die Ursachen für ständig auftretende Schmerzen nicht ergründet werden können. Die Diagnose lautet häufig, wie im Fall Lady Gaga, Fibromyalgiesyndrom.“ Aber was genau steckt hinter der Fibromyalgie?

Bei einer Fibromyalgie kann zum Beispiel eine Fußreflexzonentherapie Linderung verschaffen. (Bild: Werner/fotolia.com)

Krankheit ohne Ursache

Muskelschmerzen im gesamten Körper und Beschwerden in den Sehnenansätzen stehen im Vordergrund des Krankheitsbildes der Fibromyalgie. Bei der Ursachenerforschung für die Symptome wird unter anderem eine gestörte Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem in Betracht gezogen. Ärzte entdeckten bei vielen Patienten zudem eine Störung der Nervenenden in bestimmten Gewebebereichen. „Grundsätzlich wird je nach Schmerzursache zwischen einem primären und einem sekundären Syndrom unterschieden“, erläutert Dr. Andreas Biller. „Bei einem sekundären Fibromyalgiesyndrom geht eine Erkrankung voraus. Das kann eine Autoimmunerkrankung oder eine virale Infektion sein. Auch bösartige Tumore oder Operationen kommen als Auslöser infrage. Bei einem primären Syndrom hingegen gibt es keine erfassbare Ursache.“

Betroffene beschreiben diese Schmerzen ganz unterschiedlich: als dumpf, scharf oder ausstrahlend. Ebenso variiert die Intensität, die sowohl im Tages- als auch im längerfristigen Krankheitsverlauf wechselt. Bestimmte Rahmenbedingungen wie emotionaler Stress oder kalte Temperaturen verstärken die Symptome häufig. Oft tritt die Krankheit bei Betroffenen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren zum ersten Mal auf, doch auch Kinder erkranken daran. Vor allem Frauen scheinen anfällig, denn acht von zehn Patienten sind weiblich.1 „Für eine Diagnose konzentrieren sich Ärzte vor allem auf die Schmerzdruckpunkte, auch Tender Points genannt“, erklärt Dr. Andreas Biller. „Durch eine Fibromyalgie erhöht sich die Druckempfindlichkeit an diesen Stellen. Der menschliche Körper besitzt 18 davon, verteilt auf Nacken, Rücken, Schultern und Hüfte. Wenn mindestens elf Tender Points eine erhöhte Druckempfindlichkeit aufweisen und dazu Schmerzen in wenigstens drei unterschiedlichen Körperregionen auftreten, liegt eine Fibromyalgie vor.“

Reale Symptome

„Das bildest du dir nur ein“, diesen Satz hören viele Betroffene. Ein Leiden ohne erklärbare Ursache stigmatisiert die Patienten schnell als Hypochonder. „Man darf nicht den Fehler begehen und die Symptome dieser Menschen als Hirngespinste abtun. Es sind real empfundene Schmerzen“, warnt Dr. Andreas Biller. „Auch wenn die Krankheit selbst bis dato nicht heilbar ist, können die Symptome sehr wohl behandelt werden. Durch eine individuell gestaltete Schmerztherapie können die Patienten einen großen Teil ihrer Lebensqualität zurückbekommen.“ Die behandelnden Ärzte stellen aus einer Vielzahl an Therapiemöglichkeiten die richtige für den Patienten zusammen.

Denn jeder reagiert anders auf bestimmte Anwendungen. Einigen hilft beispielsweise Krankengymnastik, bei anderen hingegen verstärken körperliche Aktivitäten die Symptome. Medikamentöse Komponenten begleiten oft zusätzlich die Behandlung. Dafür liefert die Natur wichtige Inhaltsstoffe. „Ein Beispiel ist die Spigelie, auch Indianisches Wurmkraut genannt. In homöopathischen Dosen hat sich der Pflanzenstoff im Rahmen der Schmerztherapie bestens bewährt“, verrät Dr. Andreas Biller. „Mit Komplexpräparaten, also Arzneien, die mehrere Inhaltsstoffe kombinieren, konnten besonders gute Erfolge beobachtet werden. Giftsumach beispielsweise ist bekannt für seinen positiven Einfluss auf den Bewegungsapparat und die Blätter der Koloquinte, eines Kürbisgewäches, enthalten eine Substanz mit entkrampfenden Eigenschaften.“

Das A und O für Patienten bleibt, nach der Diagnose schnell zu handeln und umgehend zusammen mit einem Arzt nach der passenden Therapie zu suchen. Ganzheitliche Konzepte mit sanften Bewegungseinheiten und einer begleitenden medi-kamentösen Therapie sind häufig besonders erfolgsversprechend. Homöopathische Arzneimittel (beispielsweise neuroLoges®) können dabei helfen, mit deutlich weniger Schmerzen durch das Leben zu gehen. (sb, pm)