Schwere Infektion mit fleischfressenden Bakterien – Patientin nach Austern-Verzehr verstorben

Verzehr roher Austern Ursache einer tödlichen Infektion?

In den USA hat sich eine Frau offenbar bei dem Verzehr roher Austern eine tödliche Infektion mit fleischfressenden Bakterien zugezogen. Die Vibrionen führten innerhalb weniger Wochen zum Tod der Patientin. Infektionen mit den gefährlichen Erregern können über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel (meist rohe Meeresfrüchte) oder beispielsweise auch beim Baden im Meerwasser erfolgen, wenn die Bakterien mit dem Wasser in offene Wunden gelangen.


Nachdem sie im September in Louisiana eine Tüte mit frischen Austern auf einem Meeresfrüchtemarkt erworben und roh verzehrt hatte, entwickelte Jeanette LeBlanc laut Mitteilung des US-Nachrichtensenders „CBS News“ am nächsten Tag extreme Atemnot und einen Ausschlag an ihren Beinen. Umgehend wurde LeBlanc in das Krankenhaus in Baton Rouge eingeliefert, wo bei ihr eine Infektion mit Vibrionen diagnostiziert wurde. Trotz der Therapie mit Antibiotika erholte sich die Patientin jedoch nicht und sie verstarb schließlich drei Wochen später an den Folgen der Infektion mit den fleischfressenden Bakterien.

Beim Verzehr roher Austern hat sich eine US-Amerikanerin mit Vibrionen infiziert und ist daran verstorben. (Bild: bestphotostudio/fotolia.com)

Extrem aggressive Erreger

Die Lebenspartnerin der Verstorbenen berichtete gegenüber dem örtlichen Lokalsender „ 1080 KRLD News Radio“ , dass die Ärzte fast 36 Stunden lang versuchten, den Zustand der Patientin zu stabilisieren. „Aber die Bakterien sind so aggressiv, dass sie die Nieren zerstören und sie mussten mit der Dialyse beginnen“, so die Hinterbliebene weiter. Nach zwei Wochen sei die erste von drei Operationen zur Entfernung des abgestorbenen Gewebes erfolgt, danach die zweite und schließlich die dritte. Nach der letzten habe sich LeBlanc nie wieder erholt. Am 15. Oktober ist sie verstorben.

Drohende Komplikationen bei Vibrionen-Infektionen

Meist verursachen Vibrionen Durchfallerkrankungen, wenn sie oral aufgenommen werden. Es drohen jedoch Komplikationen, die schlimmstenfalls tödlich enden können, wie beispielsweise eine Sepsis. Hier sind insbesondere immungeschwächte Patienten gefährdet. Gelangen die Bakterien in offene Wunden können sie zudem schwere Wundinfektionen und Septikämien hervorrufen, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Die Infektion erfolge dabei meist über den Kontakt offener Wunden mit erregerhaltigem Wasser (zum Beispiel beim Waten oder Baden) oder beim Verarbeiten roher Fische und Meeresfrüchte. Beides trifft auf die verstorbene US-Amerikanerin zu.

Ausbreitung in marinen Badegewässern

Das Vorkommen der Vibrionen in marinen Badegewässern ist laut Angaben des RKI von der Salinität (Salzgehalt) und einer hohen Wassertemperatur (steigendes Risiko ab 20°C) abhängig. „Diese Bedingungen können auch in Deutschland in warmen Sommern erfüllt werden und zu einer starken Vermehrung der Erreger, insbesondere in den weniger salinen Flussmündungen, Förden und Boddengewässern von Nord- und Ostsee führen“, warnt das RKI. In den USA schätzt die nationale Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) die Zahl der jährlichen Vibrionen-Infektionen auf rund 80.000 Erkrankungen, wobei es sich allerdings meist um eine Art Lebensmittelvergiftung handelt und die Betroffenen sich nach einer Weile wieder erholen.

Immungeschwächte Personen besonders gefährdet

Für immungeschwächte oder aus anderen Gründen anfällige Menschen kann eine Vibrionen-Infektion schnell gefährlich werden. So hatte beispielsweise Jeanette LeBlanc laut Angaben von „CBS News“ einen Magenbypass, der ihre Verdauung beeinträchtigte. Das machte sie besonders anfällig für die Erreger. Ob diese dabei tatsächlich über die verzehrten Austern aufgenommen wurden oder über offene Wunden in den Körper gelangten, bleibt eher zweitrangig. Beide möglichen Infektionswege sollten den Menschen bewusst sein und beim Auftreten entsprechender Beschwerden, nach dem Verzehr von Meeresfrüchten oder dem Baden im Meer ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. (fp)