Spaziergänge in der Natur senken Stress und steigern das Wohlbefinden

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Was bewirkt ein 20-minütiger Spaziergang in der freien Natur?

In Zeiten der immer weiter zunehmenden Umweltverschmutzung und globalen Erwärmung gibt es jetzt einen weiteren Grund unseren Planeten und seine Natur stärker zu schützen. Forschende fanden jetzt heraus, dass ein täglicher 20-minütiger Spaziergang in der freien Natur stark das Wohlbefinden steigert und Stress drastisch verringert.


Bei einer aktuellen Studie der University of Michigan konnte festgestellt werden, dass bereits ein täglicher 20-minütiger Spaziergang in der freien Natur für unsere psychische Gesundheit von großem Vorteil ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Frontiers in Psychology“ publiziert.

Ein Spaziergang in der freien Natur hilft dabei Stress, zu verringern und verbessert das gesamte Wohlbefinden. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

20 bis 30 Minuten in der Natur reduzieren Cortisol um etwa 10 Prozent

Wenn Menschen sich täglich etwa 20 bis 30 Minuten in der Natur aufhalten, führt dies dazu, dass das Stresshormon Cortisol um etwa 10 Prozent verringert wird. Nach 30 Minuten nahmen die Vorteile des Wohlbefindens im Freien weiter zu, jedoch mit stark verringerter Rate. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Die größten positiven Auswirkungen im Hinblick auf eine effiziente Senkung des Niveaus des Stresshormons Cortisol erzielen Sie, wenn Sie 30 Minuten Zeit, welche Sie im Sitzen verbringen, durch einen 30 Minuten langen Spaziergang in der Natur ersetzen. Dafür müssen Sie allerdings nicht in die tiefste Wildnis reisen, es reicht beispielsweise aus, das Bürogebäude zu verlassen und durch den Park mit Bäumen zu spazieren. Die festgestellten Ergebnisse sprechen beispielsweise dafür, das bei auftretenden Angstzuständen mehr Zeit im Grünen verbracht werden sollte.

Zeit in der Natur hilft auch bei Bluthochdruck

Zeit in der Natur hilft aber nicht nur gegen Stress. Wenn Menschen Erkrankungen wie Bluthochdruck und psychische Probleme haben, wurde bereits früher dazu geraten, dass Betroffene mehr Zeit in der Natur verbringen. Wer lieber einen schmackhaften Weg sucht, um seinen hohen Blutdruck zu senken, könnte allerdings auch auf dunkle Schokolade zurückgreifen. Eine andere Studie hat kürzlich ergeben, dass täglich aufgenommene dunkele Schokolade den Blutdruck innerhalb von nur einem Monat senken kann.

Die genaue Dauer und Intensität der Spaziergänge, die erforderlich sind, um das Wohlbefinden maßgeblich zu beeinflussen, wurden bisher nur wenig erforscht. Als sogenannte nichtmedizinische Behandlungen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken, sind sie jedoch ein zentraler Bestandteil des langfristigen Plans des National Health Service, dem staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien und Nordirland, der vorsieht, eine über 1.000 speziell ausgebildete Beraterinnen und Berater einzusetzen, um Patientinnen und Patienten zu helfen, ein gesünderes Leben zu führen. Es wird erwartet, dass von einer solchen Beratung in den nächsten fünf Jahren mehr als 2,5 Millionen Menschen profitieren werden.

Weniger Medikamente und dafür mehr soziale Aktivitäten

In Zukunft sollten weniger Arzneimittel verschrieben und dafür mehr soziale Aktivitäten durchgeführt werden, um die Gesundheit der Menschen langfristig zu verbessern. Beispielsweise sollten Menschen mit Demenz auch Musik- und Tanztherapie angeboten werden, damit diese besser mit ihrem Zustand umgehen können. (as)