Regelmäßiger Kaffeekonsum kann das Risiko für Brustkrebs senken. Zwar ist der Effekt gering und nur bei koffeinhaltigem Kaffee nachweisbar, doch wird eine durchaus signifikante Risikoreduktion erreicht, insbesondere bei postmenopausalen Frauen.
Welche Auswirkungen die Aufnahme von Koffein, entkoffeiniertem Kaffee und koffeinhaltigem Kaffee auf das Brustkrebsrisiko hat, wurde in einer aktuellen Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Health Science Reports“ veröffentlicht.
Kaffee potenziell krebshemmend
Dass Kaffee eine präventive Wirkung gegenüber bestimmten Krebserkrankungen entfalten kann, ist aus früheren Studien bereits bekannt. Beispielsweise kam eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 zu dem Schluss, dass Kaffeekonsum vor Darmkrebs schützen kann und erst kürzlich berichteten Forschende in dem „European Journal of Cancer Prevention“, dass Kaffee auch Kopf-Hals-Tumoren vorbeugen kann.
Die Ergebnisse zu den möglichen Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko blieben jedoch über verschiedene Studien hinweg uneinheitlich.
Beeinflusst Kaffee das Brustkrebsrisiko?
In einer systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse analysierten die Fachleute daher die Ergebnisse der bislang verfügbaren Kohortenstudien.
Der Fokus lag auf Kohortenstudien, in denen die Zusammenhänge zwischen der Aufnahme von Kaffee, entkoffeiniertem Kaffee und Koffein und dem Brustkrebsrisiko untersucht wurden, erläutert das Team. Insgesamt fanden laut den fachleuten 31 Kohortenstudien in der finalen Auswertung Berücksichtigung.
Nachweisbare Vorteile durch Kaffee
In der Datenauswertung zeigte sich ein leicht verringertes Brustkrebsrisiko bei regelmäßigem Kaffeekonsum und postmenopausale Frauen profitierten besonders deutlich, berichten die Forschenden.
Im Gegensatz dazu sei bei Betrachtung der Koffeinaufnahme und des Konsums von entkoffeiniertem Kaffee kein signifikanter Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko aufgetreten. Dies lässt vermuten, dass die Schutzwirkung auf das komplexe Zusammenspiel der Gesamtheit an bioaktiven Verbindungen im Kaffee zurückgeht.
Insgesamt deuten die Ergebnisse der Übersichtsarbeit darauf hin, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit einem leicht reduzierten Risiko für Brustkrebs verbunden ist und dass dieser Effekt bei postmenopausalen Frauen noch etwas stärker ausfällt.
Um die Ergebnisse zu überprüfen und die zugrundeliegenden biologischen Mechanismen zu identifizieren, bleiben nun allerdings weitere groß angelegte prospektive Studien erforderlich, so das Fazit des Forschungsteams. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Mehdi Karimi, Shadi Ghaemi, Razieh Goudarzi, Mohammad Amin Karimi, Kimia Kazemi, Hoda Haghshenas, Omid Asbaghi: Association Between Coffee and Caffeine Intake and Risk of Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis of Cohort Studies; in Health Science Reports (veröffentlicht 03.06.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Abisola M. Oyelere, Dieuwertje E. Kok, Daniel Bos, Marc J. Gunter, Pietro Ferrari, Pekka Keski-Rahkonen, Johannes H. W. de Wilt, Henk K. van Halteren, Ewout A. Kouwenhoven, Fränzel J. B. van Duijnhoven, Ellen Kampman: Coffee consumption is associated with a reduced risk of colorectal cancer recurrence and all-cause mortality; in: International Journal of Cancer (veröffentlicht 12.02.2024), onlinelibrary.wiley.com
- Abdulsalam Alqutub; Mohammed A. Awadh, Osama A. Alsulami, Mohammed H. Alalhareth, Naif F. Mozahim, Muatasaim Hakami, Marwah S. Alqathmi, Abdulmajeed Alahmari, Ahmed Bakhshwin, Sadiq Alqutub, Sulafa Alqutub, Taher Alqutub, Almoaidbellah Rammal: Coffee consumption and head and neck cancer risk: a dose–response and site-specific meta-analysis; in: European Journal of Cancer Prevention (veröffentlicht 06.03.2026), lww.com
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