Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS – Ursachen, Symptome und Therapien

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Aufmerksamkeitsdefizit – Ursachen, Symptome und Behandlung

Immer häufiger wird bei Kindern in Deutschland das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS diagnostiziert und viele Betroffene werden mit Medikamenten wie Ritalin, Medikinet oder Straterra behandelt. Aufgrund der bekannten Nebenwirkungen sind jedoch Warnungen vor einer rein medikamentösen Therapie und die Frage nach alternativen Behandlungsmethoden angebracht. Wie sieht es heute aus mit der Erforschung alternativer Therapiemethoden?

Definition

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssstörung (ADHS) wird nach der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) den „Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend“ beziehungsweise deren Untergruppe – den „Hyperkinetischen Störungen“ – zugerechnet. Das Beschwerdebild beschreibt eine Kombination aus erhöhter Impulsivität, mangelnder Aufmerksamkeit beziehungsweise Konzentrationsproblemen und überschießender motorischer Aktivität (Hyperaktivität), wobei die verschiedenen Aspekte in unterschiedlich starker Ausprägung vorliegen können.

Wachsende Zahl der Betroffenen

Im Jahr 2008 verkündete die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) als Ergebnis einer Studie die fünfzigprozentige Zunahme der Diagnose AD(H)S in der Zeit von 2004 bis 2007. Die Erhebungen des Wissenschaftlichen Institutes der AOK (WIdO) aus dem „Versorgungs-Report 2015/2016“ lassen erkennen, dass bei Kindern im Alter unter 18 Jahren zuletzt eine Prävalenz von knapp fünf Prozent für die hyperkinetischen Störungen vorlag. Bis zum Jahr 2008 ist die Anzahl der Diagnosen steil gestiegen und seither kann hier ein Abflachen der Kurve festgestellt werden. Weiterhin nimmt die Erkrankungsrate jedoch zu.

Auch das Robert Koch-Institut (RKi) berichtet auf Basis der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) von einer Erkrankungsrate in Höhe von rund fünf Prozent bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland im Alter von drei bis 17 Jahren. Dabei sind laut Angaben des RKI Jungen mit acht Prozent deutlich häufiger betroffen als Mädchen (zwei Prozent) und ADHS wurde bei Kindern aus Familien mit niedrigem Sozialstatus mehr als doppelt so oft diagnostiziert wie bei Kindern aus Familien mit hohem Sozialstatus (acht Prozent gegenüber drei Prozent).

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Symptome

Erste Anzeichen für ADHS treten meist bereits in frühen Lebensjahren auf. So fallen betroffene Kinder zum Beispiel durch einen Mangel an Ausdauer bei kognitiv anspruchsvollen Beschäftigungen und durch sprunghaftes Verhalten auf. Tätigkeiten werden nicht abgeschlossen und stattdessen neue angefangen. Es zeigt sich eine überschießende motorische Aktivität, die auch mit einer Neigung zu Unfällen einhergeht. Neben der eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit und der motorischen Hyperaktivität ist eine erhöhte Impulsivität festzustellen, die nicht selten erhebliche Probleme im sozialen Umfeld mit sich bringt.

Von ADHS betroffene Kinder haben insgesamt häufig Schwierigkeiten im Lernbereich und bei der Aufgabenerledigung, aber auch innerhalb der Familien und beim Umgang mit Gleichaltrigen. Dabei ist das Ausmaß der Beeinträchtigungen auch als Gradmesser für die Notwendigkeit einer Therapie zu sehen. Während eine leichte ADHS im Prinzip keiner Behandlung bedarf, sollte eine mittelschwere und eine schwere Form des Beschwerdebildes therapiert werden, um weitere Beeinträchtigungen der Betroffenen zu vermeiden. Denn bei ADHS ist auch das Risiko psychischer Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen oder Angststörungen erhöht. Zudem hat eine Studie des Mayo Clinic Children’s Research Center aus dem Jahr 2016 ergeben, dass ADHS bei Frauen das Risiko für Fettleibigkeit verdoppelt, was wiederum zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann.

Als ADHS-Ursache werden auch feststellbare neurobiologische Veränderungen im Gehirn der Betroffenen diskutiert, allerdings ist ein Kausalzusammenhang bislang nicht eindeutig bewiesen. (Bild: denisismagilov/fotolia.com)

Mögliche ADHS-Ursachen

Bezüglich der möglichen Ursachen für ADHS herrscht bis heute wenig Klarheit. Zwar scheint zum Beispiel die genetische Veranlagung eine wichtige Komponente, doch welche Sequenzen des Ergbuts hier entscheidend sind, bleibt unklar. Andere Erklärungsversuche stellen vor allem das soziale Umfeld der Betroffenen, die Schadstoffbelastung (z.B. passiv aufgenommener Tabakrauch) oder auch die beeinträchtigte Signalübertragung im Gehirn in den Vordergrund. Doch eindeutige Belege für eine dieser Theorien stehen bislang aus. Ebensowenig sind die veränderten Größen bestimmter Hirnareale bei den ADHS-Patienten als klare Ursache der Erkrankung zu bewerten. Allerdings wurden zuletzt vermehrt Untersuchungen veröffentlich, die einen Zusammenhang mit neurobiologischen Beeinträchtigungen vermuten lassen.

Ein ganzes Paket von Risikofaktoren steht darüber hinaus ebenfalls im Zusammenhang mit dem Auftreten des Beschwerdebildes. Hierzu zählt beispielsweise auch die Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft, welche in einer Studie aus dem Jahr 2016 in Zusammenhang mit dem ADHS-Risiko beim Nachwuchs gebracht wurde. Außerdem sind zum Beispiel Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und Erkrankungen des zentralen Nervensystems weitere Risikofaktor.
Darüber hinaus werden vor allem für die Hyperaktivität auch Auslöser wie Nahrungsmittelallergien, Belastungen mit Schwermetallen, Umweltgiften, Konservierungssubstanzen oder Impfunverträglichkeiten diskutiert. Im vergangenen Jahr kam eine Studie britischer und niederländischer Forscher zu dem Ergebnis, dass sogar der übermäßige Konsum von Fett und Zucker in der Schwangerschaft das ADHS-Risiko beim Nachwuchs erhöht.

Diagnose

Die Diagnose ADHS wurde in der Vergangenheit vielfach durch Allgemeinmediziner gestellt und stützte sich dabei meist auf die Aussagen der Eltern und Lehrer. Heute sind die Ansprüche an die Diagnosestellung hingegen deutlich höher. So sollte diese grundsätzlich von einem Facharzt gestellt werden, ausführliche Befragungen der Erziehungsberechtigten, der Lehrkräfte sowie ggf. weiterer Familienangehöriger umfassen und auch neurologische Untersuchung beziehungsweise entsprechende Tests der Betroffenen berücksichtigen. Letztendlich gilt die Diagnose als bestätigt, wenn sich die typischen ADHS-Verhaltensmuster (siehe Symptome) im Rahmen der Untersuchungen nachweisen lassen und andere mögliche Ursachen wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), eine Leber-Erkrankungen oder das Asperger-Syndrom differenzialdiagnostisch ausgeschlossen wurden.

Anhand der Ausprägung der Beschwerden wird im Rahmen der Diagnose auch der Schweregrad der Erkrankung (leicht, mittelschwer, schwer) bestimmt, um die Erfordernis einer therapeutischen Versorgung zu ermitteln.

Anhand der auftretenden Symptome lässt sich der Schweregrad einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssstörung (ADHS) und die Erforderlichkeit einer Therapie bestimmen. (Bild: simoneminth/fotolia.com)

Therapie

Wie bereits erwähnt, bedarf nicht jede Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssstörung einer Therapie. Ausschlaggebend ist vor allem das Ausmaß der Beschhwerden, aber auch die Beeinträchtigungen im sozialen Umfeld können eine Rolle bei der Entscheidung spielen. Im Zuge der Behandlung erfolgt zunächst ein intensive Aufklärung, die sich direkt an die Betroffenen und deren Eltern richtet und darüber hinaus auch Lehrkräfte beziehungsweise Erzieherinnen und Erzieher einbezieht. Mögliche Hilfestellungen im Alltag sind hier ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Die weiteren Schritte sind individuell sehr unterschiedlich und beruhen meist auf einer Kombination verschiedener Maßnahmen.

Grundsätzlich sind psychotherapeutische Verfahren wie beispielsweise die kognitive Verhaltenstherapie zur ADHS-Behandlung relativ gut geeignet, doch brauchen diese Zeit und sie gestalten sich gegenüber der Medikation verhältnismäßig aufwendig. Auch legen neuere Studien den Schluss nahe, dass Psychotherapien (ohne Medikamente) nur begrenzt helfen können, da die Ursache der Erkrankung in neurobiologischen Veränderungen im Gehirn vermutet wird. Bis heute bleibt daher die medikamentöse Behandlung bei ADHS weit verbreitet. Zum Einsatz kommen vor allem die Wirkstoffe Metylphenidat (z.B. enthalten in Ritalin) und Atomoxetin (enthalten in Statera). Sie zeigen bei vielen Betroffenen durchaus beachtliche Behandlungserfolge, allerdings sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen und die medikamentöse Therapie wird heute deutlich kritischer betrachtet, als noch vor wenigen Jahren.

Deutlicher Anstieg der Medikamentenverordnungen

Bereits im Jahr 2009 zeigte eine von der DAK in Auftrag gegebene Studie einen bundesweiten Anstieg der Medikamentenverordnung bei AD(H)S um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der regionalen Verteilung zeigten sich Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen dabei als Spitzenreiter. Durchschnittlich war demzufolge ein Kind pro Schulklasse von der Einnahme betroffen. Bei den Medikamenten handelt es sich um die Wirkstoffe Atomoxetin (in Straterra) und vor allem Metylphenidat (in Ritalin, Equasym, Concerta, Medikinet). Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verzeichnete im Zeitraum 2002 bis 2012 eine Verdreifachung des Verbrauchs von Methylphenidat. Im Jahr 2013 erhielten laut Angaben des Wissenschaftlichen Institutes der AOK (WIdO) 40,2 Prozent aller sechs- bis 17-Jährigen, bei denen einen hyperkinetische Störung diagnostiziert wurde, mindestens eine Verordnung eines entsprechenden Medikaments.

Oft wird ADHS mit dem Wirkstoff Methylphenidat (enthalten in Ritalin) behandelt. Die langfristige Wirkung der medikamentösen Therapie bleibt allerdings umstritten und die Arzneien können erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen. (Bild: Zerbor/fotolia.com)

Drohende Nebenwirkungen bei den ADHS-Arzneien

Die hohen Verschreibungsraten der ADHS-Arzneien wurden in den vergangenen Jahren zunehmend kritisch bewertet, da sich insbesondere bei Dauereinnahme nicht selten massive Nebenwirkungen zeigen, deren beeinträchtigenden Effekte zum Teil die positive Wirkung überwiegen. Häufig zeigt sich zum Beispiel eine Appetitminderung während der Wirkzeit, die mit wahren Essanfällen bei Nachlassen der Wirkung – also meist in den späteren Abendstunden – einhergeht. Dies kann zu einer Gewichtszunahme führen, was vor allem bereits übergewichtige Kinder zusätzlich belastet.

Mögliche Nebenwirkungen der ADHS-Medikamente sind:

  • Kopfschmerzen,
  • Bauchschmerzen,
  • innere Erregung,
  • leichte bis starke Puls- und Blutdruckerhöhung,
  • Gewichtsverlust,
  • Schwindel,
  • Übelkeit,
  • verstärkte Hyperaktivität bei nachlassender Wirkung,
  • kognitive Beeinträchtigung,
  • depressive Verstimmung, Weinerlichkeit und sozialer Rückzug,
  • vegetative Blässe mit roten Ringen um die Augen,
  • Auslösung und Verstärkung bestehender Tics,
  • psychotischen Reaktionen bei Überdosierung sowie verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Nicht nur Eltern sind angesichts der drohenden Nebenwirkungen besorgt über die Entwicklung der Verschreibungspraxis. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat aus gutem Grund die Zulassung für Metylphenidat eingeschränkt. Engmaschige körperliche Kontrolluntersuchungen und spezielles Fachwissen über Verhaltensstörungen sind an die Verordnung gekoppelt, eine zusätzliche psychologische Betreuung und körperorientierte Angebote werden von Gesundheitspolitikern und Fachleuten dringend empfohlen. Es liegt nahe, dass die Verordnung der Medikamente nicht mehr durch Allgemeinmediziner, sondern vor allem durch Kinder- und Jugendpsychiatern mit Sozialpsychiatrie-Vereinbarung erfolgen muss. Denn diese sind daran gebunden, zusätzlich psychologische, pädagogische und heilpädagogische (bzw. ergotherapeutische) Angebote durch die Beschäftigung von Angehörigen entsprechender Berufsgruppen bereitzustellen.

Neben den Medikamenten, die den Gehirnstoffwechsel zeitlich begrenzt beeinflussen, werden den ADHS-Betroffenen vor allem Konzentrationstherapien und soziale Kompetenztrainings angeboten, welche ggf. durch ein verhaltenstherapeutisch orientiertes Elterntraining ergänzt werden. Lernstörungen, negative soziale Wechselwirkungen und familiäre Ursachen und Verstärker sollen damit vermindert oder behoben werden.

Ist ein Kraut gegen Hyperaktivität gewachsen?

Zwar werde den Betroffenen oft Therapien aus dem Bereich der Erfahrungsheilkunde individuell angeboten. Doch trotz der Beobachtung positiver Entwicklungsverläufe unter der Behandlung mit Heilpflanzen, Nahrungsergänzungsmitteln, Homöopathika, Bachblüten, der Craniosakraltherapie sowie dem therapeutischen Einsatz alternativer körperorientierter Verfahren, konnten bisher keine allgemeinen Empfehlungen ausgesprochen werden, da der Wirksamkeitsnachweis nach wissenschaftlichen Kriterien fehlte.

AD(H)S
ADHS-Kinder brauchen eine spezielle Förderung und Versorgung, um mögliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Ein schlichtes Ruhigstellen mit Arzneien ist – insbesondere angesichts drohender Nebenwirkungen – der falsche Weg. (Bildnachweis: Dieter Schütz /pixelio.de)

Doch seit einigen Jahren werden die Bemühungen um eine wissenschaftlichen Erforschung alternativer ADHS-Behandlungsansätze zunehmend vorangetrieben:

  • So bemühen sich im Fachbereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Mainz Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Michael Huss um die Erforschung der Wirksamkeit einer Kombination aus Johanniskraut- und Baldrianextrakt (Sedariston-Konzentrat) bei hyperkinetischen Symptomen. Klinische Beobachtungen ließen auf eine deutliche Wirkung schließen.
  • Bezüglich der Auslöser konnten britische Forscher einen Zusammenhang zwischen Kombinationen von künstlichen Farbstoffen (u.a. die rote Lebensmittelfarbe Azorubin E122 und das gelbe Tartrazin E 102) mit dem Konservierungsmittel Natriumbenzoat und der Hyperaktivität bei Kindern nachweisen. Mehrere weitere Farbstoffe stehen im Verdacht, die Symptome auszulösen.
  • Professor Manfred Döpfner von der Universität Köln fasste als wissenschaftlicher Leiter des Magazins „ADHS-Report“ mehrere Studien zusammen, die die Wirkung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren auf den Gehirnstoffwechsel allgemein und im Zusammenhang mit AD(H)S untersuchten. Es finden sich demnach bei den von Symptomen betroffenen Kindern tatsächlich erniedrigte Konzentrationen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Körper, die durch Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden können, was sich auf leichtere Symptome positiv auswirke. Bei starker Ausprägung der AD(H)S reiche diese Wirkung jedoch wahrscheinlich nicht aus.
  • Einer kontrollierten Pilotstudie der Universität Heidelberg aus dem Jahre 2006 zufolge, ist ein an kindliche Bedürfnisse angepasstes Yogatraining den herkömmlichen Bewegungstrainings als Intervention oder begleitende AD(H)S-Therapie deutlich überlegen.
  • Ein spezielles Neurofeedback hat sich in einer Studie der TU Dresden aus dem Jahr 2016 ebenfalls als vielversprechender Behandlungsansatz gezeigt.  Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in dem Fachmagazin „Nature“.
  • Des Weiteren wird in einer Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Frankfurt derzeit untersucht, ob Bewegungsprogramme und Lichttherapie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Folgeerkrankungen bei ADHS verringern beziehungsweise verhindern können.
  • Bezüglich der Prävention haben Wissenschaftler der University of Southern Denmark im vergangenen Jahr herausgefunden, dass die Vitamin-D-Einnahme während der Schwangerschaft den Nachwuchs vor dem Risiko der Hyperaktivität schützt.

Die beispielhaft aufgeführten Studien verdeutlichen, in welcher Bandbreite sich die verschiedenen Forschungsansätze bewegen. Hier scheint die Hoffnung auf weitere Fortschritte bei der Behandlung durchaus berechtigt, doch bleiben die herkömmlichen Psychopharmaka bis dahin vermutlich weiterhin eine vielfach genutzte Option. Und das, obwohl im vergangenen Jahr durch eine Studie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) deutlich wurde, dass von den Psychopharmaka keinen dauerhafte Linderung zu erwarten ist. Diese zeigen demnach lediglich zeitlich begrenzt ihre Wirkung und nach dem Absetzen kehren die Symptome zurück. Hinzu kommt das Risiko schwerer Nebenwirkungen während der Einnahme.

Bis es Wissenschaftlern gelingt, mit allgemeingültigen Forschungsergebnissen Ritalin & Co durch sanftere Behandlungsmethoden abzulösen, bleibt daher zu hoffen, dass noch viele mutige Eltern und Kinder alternative Wege gehen, die ihrer Familie ganz individuell das Leben erleichtern. (jvs,fp; zuletzt aktualisiert am 18.04.2017)

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Quellen:
Haffner, Roos, u.a.:“ Zur Wirksamkeit körperorientierter Therapieverfahren bei der Behandlung hyperkinetischer Störungen“ in: Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 34 (1), Hogrefe 2006

Döpfner, M.: „Alternative Therapien: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren“, ADHS-Report, 7.Jahrgang, Mai 2006

Warnke, Walitza: „Methylphenidat in der Behandlung der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), in: Schulte-Markwort M, Warnke A (Hg.): Metyhlphenidat. Stuttgart: Thieme 2004; 14–33.

Resonanzen, Deutsche Gesellschaft für Alternative Medizin, Ausgabe 8, 07/2002