Baker- Zyste

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Ein schmerzhafte Schwellung unterhalb der Kniekehle kann ein Hinweis auf eine Baker-Zyste sein. Diese zystische Aussackung, die meist als eine empfindliche, oftmals kugelförmige und elastische Auswölbung in der Kniekehle ertastbar ist, sollte ärztlich untersucht und behandelt werden, damit die Ursache für die Baker-Zyste ermittelt und Folgeerkrankungen vermieden werden können.


Defintion

Die Zyste wurde nach dem englischen Chirurgen William Morrant Baker benannt, der diese im 19. Jahrhundert als erster beschrieb, nach dem er bei einigen Patienten diese Aussackung in der Kniekehle entdeckte. In der Medizin sind noch andere Begriffe für die Baker-Zyste bekannt, so wird sie auch als Poplitealzyste, Kniebinnererkrankungszyste oder Aussackung der Kniegelenkkapsel bezeichnet.

Bei einer Baker-Zyste sammelt sich Gelenkflüssigkeit hinter dem Kniegelenk in der Kniekehle. (Bild: Artemida-psy/fotolia.com)

Im Gegensatz zu einer normalen Zyste, die eine Flüssigkeitsansammlung innerhalb einer Zystenwand darstellt, sammelt sich bei einer Baker-Zyste Flüssigkeit im Kniegelenk. Da das Bindegewebe in der Kniekehle schwach ausgebildet ist, tritt die Baker-Zyste in diesem Bereich auf. Besonders betroffen sind deshalb auch Menschen im mittleren und hohen Alter, da zum einen Vorerkrankungen, die eine Baker-Zyste verursachen, bei ihnen häufiger auftreten, aber auch das Bindegewebe schwächer im Alter wird.

Symptome

Die Baker-Zyste ist als eine Wölbung auf der Rückseite des Kniegelenks fühlbar zu ertasten. Anfangs wenig schmerzhaft und kaum ertastbar, entwickelt sie zu sich zu einer prallen und elastischen Kugel, die in der Kniekehle nicht nur spürbar ist, sondern auch sichtbar. Beim Abtasten ist zudem eine deutliche Bewegung von Flüssigkeit zu spüren.

Wird die Zyste zu groß, können Folgesymptome auftreten wie:

  • Taubheitsgefühle bis hin zu Lähmung in den darunter liegenden Körperteilen,
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) am Unterschenkel oder
  • plötzlich auftretender Schmerz, falls die Baker-Zyste platzt, es also zu einem Riss (Ruptur) der Zystenwand kommt.

Ursachen

Verschiedene Vorerkrankungen können zu einer Baker-Zyste führen, dazu gehören unter anderem:

Eine Arthrose im Kniegelenk kann zu einer Baker-Zyste führen. (Bild: RFBSIP/fotolia.com)

Durch die Vorerkrankung entsteht eine erhöhte Reibung innerhalb des Kniegelenks. Der Körper reagiert darauf mit übermäßigen Bildung von Synovia innerhalb des Kniegelenks. Synovia ist die Gelenkflüssigkeit, die dafür Sorge trägt, dass das Gelenk ausreichend geschmiert ist. Durch zunehmende Bildung dieser Gelenkflüssigkeit versucht der Körper das Kniegelenk vor der Reibung zu schützen. Wenn sich zu viel Flüssigkeit im Kniegelenk ansammelt, weicht sie nach hinten in das Bindegewebe der Kniekehle aus. Dies führt dann zu dem Gelenkerguss, der als Baker-Zyste bekannt ist.

Folgeschäden einer Baker-Zyste

Bei einer länger anhaltenden und sich stark vergrößernden Baker-Zyste kann es dazu kommen, dass die Zystenwand einen Riss (Ruptur) bekommt, d.h. sie platzt. Zwischen den Faszien in der Wade verlaufen viele Gefäße und deshalb ist dort nicht viel Platz. Durch die ausgetretene Gelenkflüssigkeit kann ein Kompartmentsyndrom ausgelöst werden, das heißt, dass Gefäße abgedrückt werden und so Strukturen mangels ausreichender Versorgung absterben.

Behandlung

Wichtig bei der Behandlung einer Baker-Zyste ist, dass die zu Grunde liegende Vorerkrankung behandelt werden muss. Parallel dazu muss die Baker-Zyste selbst therapiert werden. Schonung des Knies ist dazu oftmals ausreichend, damit sich die Schwellung zurückbildet. Gleichzeitig ist die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten hilfreich. Wenn die Baker-Zyste zu groß geworden ist, muss sie operativ entfernt werden.

Heilung durch Schonung und richtige Bewegung

Schonung des betroffenen Knies kann in den Anfängen einer auftretenden Baker-Zyste ausreichend sein, damit sie sich zurückbildet. Schwimmen, als gelenkschonende Sportart, hilft zudem die überschüssige Gewebsflüssigkeit abzubauen.

Trotzdem sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit die Ursache, die zur Ausbildung einer Baker-Zyste geführt hat, abgeklärt werden kann und behandelt wird. (fp, ok, aktualisiert am 18.März 2018)