Welt-MS-Tag: Multiple Sklerose noch nicht heilbar

Astrid Goldmayer

Am 30. Mai 2012 ist Welt-MS-Tag

25.05.2012

Am 30. Mai findet der Welt-MS-Tag statt. Zu dieser Gelegenheit finden weltweit Veranstaltungen rund um das Thema Multiple Sklerose (MS) statt. Die häufig erst spät diagnostizierte Krankheit ist bislang nicht heilbar, doch neuste Forschungsergebnisse machen Betroffenen Hoffnung auf Linderung der Symptome und Verlangsamung der Krankheit.

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Multiple Sklerose hat 1000 Gesichter
MS ist eine neurologische Erkrankung, bei der Entzündungen des zentralen Nervensystems – an unterschiedlichen Stellen im Gehirn und im Rückenmark – auftreten. Das sogenannte Myelin, die Schutzschicht der Nervenfasern, wird dadurch beschädigt oder sogar zerstört. Die Ursache der Krankheit ist bisher trotz intensiver Forschung noch unbekannt. MS gilt auch deshalb als besonders heimtückisch, weil die Symptome sehr unterschiedlich, sehr verdeckt und auch nur zeitweise auftreten können. Eine entsprechende Diagnose wird deshalb häufig erst sehr spät, manchmal nach einigen Jahren gestellt. Um der Erkrankung auf die Spur zu kommen, werden neurologische Untersuchungen sowie Kernspintomographien und Untersuchungen des Nervenwassers durchgeführt.


Zu ersten Anzeichen für MS können beispielsweise kribbelnde Hände und Füße, Missempfindungen, Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Gleichgewichts- und Kraftstörungen gehören. Dennoch sind die Symptome für sich genommen noch kein eindeutiger Hinweis auf MS. Zudem treten bei Betroffenen zum Teil Konzentrationsstörungen und kognitive Einschränkungen auf.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Symptome und Ausprägungen der Erkrankung wird MS auch als Krankheit der 1000 Gesichter bezeichnet. Viele Fähigkeiten gehen bei Betroffenen verloren, da sie Bewegungen nicht mehr koordinieren können. Denn aufgrund der beschädigten Nervenfasern funktionieren die Motorik und Feinmotorik nicht mehr oder nur noch eingeschränkt. Die Fehlschaltungen der Nerven können zudem auch andere Beeinträchtigungen und Behinderungen zur Folge haben. So kann es beispielsweise zu Funktionsstörungen der Harnblase und des Darms kommen.

In der Regel tritt MS in Schüben auf, deren Verlauf und Schweregrad sehr unterschiedlich sein kann. Auch die Häufigkeit der Schübe variiert stark. Häufig sind Betroffene auf einen Rollstuhl angewiesen, jedoch ist dies nicht zwangsläufig der Fall.

Risikogene für MS entdeckt
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der University of Cambridge und der University of Oxford führte im letzten Jahr im Rahmen einer groß angelegten Studie eine Untersuchung der Erbanlagen von rund 9.700 MS-Patienten durch. Diese wurden dann mit den Erbanlagen von 17.400 gesunden Probanden verglichen. Die Forscher entdeckten dabei 29 neue genetische Risikofaktoren für Multiple Sklerose. Bei einem Großteil der identifizierten Gene besteht ein Zusammenhang zum Immunsystem, was die Forscher vermuten lässt, dass MS durch eine Autoimmunreaktion, bei der sich das Immunsystem gegen sich selbst richtet, ausgelöst wird.

Neben den genetischen Risikofaktoren könnten nach Meinung von Experten auch Infektionen wie beispielsweise durch Humane Herpesviren oder bakterielle Erreger MS verursachen. (ag)