Antibiotika: Bedenkliche Wissenslücken in Europa

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Antibiotika: Bedenkliche Wissenslücken in Europa: Die Ergebnisse einer heute veröffentlichten Umfrage lassen auf einen unzureichenden Informationsstand der Bevölkerung von 15 EU-Mitgliedsstaaten in bezug auf Wirkungsweise und Anwendungsgebiete von Antibiotika schließen.

Die Ergebnisse einer heute veröffentlichten Umfrage lassen auf einen unzureichenden Informationsstand der Bevölkerung von 15 EU-Mitgliedsstaaten in bezug auf Wirkungsweise und Anwendungsgebiete von Antibiotika schließen. Trotz gefürchteter Antibiotikaresistenzen, die sich durch eine allzu häufige Einnahme entwickeln und die mikrobiellen Medikamente unwirksam machen, gaben insgesamt 40% der befragten EU-Einwohner an, sich in den letzten 12 Monaten einer antibiotischen Behandlung unterzogen zu haben. Während die Befragten in Deutschland mit 28% zu den zurückhaltendsten Antibiotika-Konsumenten gehörten, so zeigten sich die „Spitzenreiter“ in den südeuropäischen Ländern. In einem gleichzeitig veröffentlichten Fortschrittsbericht über die Empfehlung des Rates zur umsichtigen Verwendung antimikrobieller Mittel konnten dennoch bereits „gute Fortschritte“ verzeichnet werden.

Mangelnde Kenntnis führt zu unnötiger Anwendung von Antibiotika. Über die Wirkungsweise von Antibiotika scheinen vor allem die 15-24jährigen EuropäerInnen wenig aufgeklärt zu sein, gaben im EU-Durchnitt immerhin 20% (in Deutschland 23%) der Befragten an, mit den mikrobiellen Medikamenten auch grippale Infekte anzugehen. Diese jedoch sind zumeist viral bedingt und deshalb einer antibiotischen Behandlung, welche sich ausschließlich gegen Bakterien richtet, nicht zugänglich.

Bedenkt man, dass 95% der Befragten das Medikament von einem Arzt verabreicht bzw. verordnet bekommen haben, stellt sich zwangsläufig auch die Frage nach dem Informationsstand der verschreibenden Ärzte.Vielfach jedoch begründen diese die Verordnung von Antibiotika bei einfachen Erkältungskrankheiten mit der Möglichkeit einer bakteriellen Infektion, die sich der viralen zusätzlich „aufpfropfen“ könne.

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Die Naturheilkunde warnt vor unnötiger Belastung des Organismus: Neben den gefürchteten Resistenzen, die langfristig verheerende Auswirkungen auf die medizinische Versorgung bakteriell bedingter Erkrankungen mit sich bringen, stellt aus Sicht der Naturheilkunde jede überflüssige Antibiose eine gesundheitliche Belastung für den einzelnen Organismus dar. Die Medikamente können das Gleichgewicht der mikrobiologischen Flora der Darmschleimhaut stören und dort zu einer Fehlbesiedelung (Darmdysbiose) führen. In Folge kann es u.a. zu Verdauungsbeschwerden und Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Leaky-Gut-Syndrom) kommen, aber auch zu Störungen der Immunabwehr sowie zu Pilzinfektionen des Darms. (Dipl.Päd. J. Viñals Stein, Heilpraktikerin, 12.04.2010)