Ausgewertet: Brustkrebs trifft immer häufiger jüngere Frauen

Brustkrebs betrifft immer öfter jüngere schwangere Frauen(Bild:SENTELLO/Fotolia.com)
Alexander Stindt
Brustkrebs ist weltweit auf dem Vormarsch und Erkrankte werden jünger
Brustkrebs ist bei Frauen weitverbreitet. Unter allen Krebserkrankungen tötet diese Art von Krebs die meisten Frauen. Die Betroffenen werden immer jünger. Neue Untersuchungen stellten jetzt fest, dass eine von zehn jüngeren Frauen erste Anzeichen einer Brustkrebserkrankung zeigt, wenn sie schwanger sind oder stillen.

Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Brustdrüse bei Menschen. Besonders Frauen sind durch diese Erkrankung gefährdet. In der westlichen Welt ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Neue Forschungsergebnisse von „Breast Cancer Care“ zeigten, dass eine von zehn jüngeren Frauen bereits erste Anzeichen von Brustkrebs zeigt, wenn sie schwanger ist oder stillt.

Brustkrebs betrifft immer öfter jüngere schwangere Frauen(Bild:SENTELLO/Fotolia.com)
Brustkrebs betrifft immer öfter jüngere schwangere Frauen(Bild:SENTELLO/Fotolia.com)

Frauen bekommen erst später Kinder, darum gibt es mehr Krebserkrankungen bei Schwangeren
Brustkrebs ist besonders für Frauen eine gefährliche Erkrankung, die nicht selten zum Tode der Betroffenen führt. Die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs steigt mit dem Alter. Die Zahl der unter 45-Jährigen mit Brustkrebs scheint sich allerdings ebenfalls zu vergrößern, sagen Mediziner. Weil viele Frauen ihre Schwangerschaft verzögern, um beispielsweise erst Karriere zu machen, steigt auch die Anzahl von Brustkrebserkrankungen bei schwangeren Frauen oder danach in der Stillzeit, fügen die Experten hinzu. Das durchschnittliche Alter der Mütter von Neugeborenen liegt jetzt bei 30,2, Jahren. 1970 lag dieser Wert noch etwa bei 26,2 Jahren.

Viele Frauen stellen erste Anzeichen von Krebs während ihrer Schwangerschaft fest
Die neue Studie untersuchte 496 Frauen, die 45 Jahren alt oder jünger waren. Die Probanden hatten eine Brustkrebserkrankung erlitten und die Mediziner versuchten festzustellen, wann die ersten Anzeichen für den Krebs aufgetreten waren. Eine von zehn Frauen entdeckte die ersten Anzeichen für eine Erkrankung während ihrer Schwangerschaft oder Stillzeit, erläutern die Wissenschaftler. Mehr als ein Drittel der Frauen unterzog sich einer Behandlung, als ihr Kind fünf Jahre alt oder jünger war. Die Hälfte der Frauen, die während ihrer Diagnose kleine Kinder hatte, verspürte das Gefühl, dass sie durch die Behandlung so stark geschwächt wurden, dass die Versorgung ihres Kindes darunter litt, erklären die Mediziner. Die größte Angst für 66 Prozent der Mütter war es, ihre Kinder nicht aufwachsen zu sehen.

Krebsrisiko steigt bei älteren Frauen immer weiter an
Jedes Jahr wird bei etwa 50.000 Frauen alleine im Großbritannien solch eine Krankheit diagnostiziert. Das Risiko einer Krebserkrankung ist stark altersabhängig. Jede achte Frau entwickelt im Laufe ihres Lebens eine Brustkrebserkrankung. Fast die Hälfte aller Fälle sind im Alter von 65 Jahren oder älter, sagen die Experten. Aber einer von zehn Fällen betrifft Frauen im Alter unter 45 Jahren. Es ist ein starker Anstieg des Risikos bei Frauen zu beobachten, die ihr 30. Lebensjahr überschritten hatten, erläutern die Forscher. Bis zum 29. Lebensjahr haben Frauen eine Wahrscheinlichkeit von eins zu 1.950 an Brustkrebs zu erkranken. Im Alter von 39 Jahren liegt diese Wahrscheinlichkeit schon bei eins zu 210 und im Alter von 49 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit auf eins zu 48, fügen die Wissenschaftler hinzu.

Schwangere Frauen mit Brustkrebs brauchen mehr Unterstützung
Wenn Sie eine junge Familie haben, ist eine Brustkrebsdiagnose verheerend, erläutert Samia al Qadhi von Breast Cancer Care. Viele Mütter haben dann das Gefühl, wertvolle Zeit mit ihren Kindern zu verpassen, weil sie oft in ein Krankenhaus zur Behandlung gehen oder mit lähmenden Nebenwirkungen zu tun haben. Die verlorene Zeit werden die Betroffenen nie wieder zurückerhalten oder aufholen können. Eine Brustkrebs-Diagnose während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt, kann bei einigen Frauen bewirken, dass sie es schwierig finden eine Verbindung zu ihrem Baby aufzubauen, erläutern die Experten. Die Schuldgefühle können sehr groß sein und einige Frauen fühlen sich, als ob niemand ihnen helfen kann. Deswegen ist eine Unterstützung von solchen Frauen von entscheidender Bedeutung. Jüngere Frauen, bei denen Brustkrebs festgestellt wurde, brauchen unsere Unterstützung und eine Überweisung an einen Spezialisten, wenn die Erkrankung während der Schwangerschaft diagnostiziert wurde, fügen die Wissenschaftler hinzu.(as)

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