Austausch von Workout-Ergebnissen über Social Media steigert die Leistung

Alexander Stindt
Studie untersucht wie sich Social Media auf Ergebnisse beim Sport auswirkt
Regelmäßiger Sport ist gut für die menschliche Gesundheit. Motivation ist zweifellos entscheidend dafür, ob wir ausreichend Sport ausüben oder nicht. Forscher fanden jetzt heraus, dass die wettbewerbsorientierte Natur des Menschen bewirkt, dass der Austausch von Workout-Ergebnissen auf sogenannten Social-Media-Plattformen einen erhöhten Anreiz für sportliche Aktivitäten bewirkt.

Die Wissenschaftler des international anerkannten Massachusetts Institute of Technology (MIT) stellten bei einer Untersuchung fest, dass auf Social-Media-Plattformen veröffentlichte Ergebnisse von Workouts dazu führen können, dass wir zu mehr Sport motiviert werden. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Viele Menschen nutzen beim Sport Apps und sogenannte technische Gadgets. Dadurch werden unter anderem die Ergebnisse von Workouts mit Freunden über Social-Media-Plattformen geteilt. Forscher untersuchten jetzt, ob diese geteilten Ergebnisse Freunde dazu motivieren, dass auch diese mehr Sport betreiben. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Mehr Sport durch Social Media?
In der heutigen Zeit teilen viele Menschen ihr Vorlieben und Erfolge über Social-Media-Plattformen. Egal ob Bilder vom Essen oder erzielte Ergebnisse beim Workout, alles wird mit Freunden geteilt. Kann der Austausch von Workout-Ergebnissen dazu führen, dass wir besser motiviert werden und somit auch mehr Sport ausüben? Experten versuchten bei ihrer Studie genau diese Frage zu beantworten.

Social Media motiviert zu mehr Sport
Die Wissenschaftler konnten bei ihrer Untersuchung feststellen, dass die geteilte körperliche Aktivität auf Social-Media-Plattformen durchaus motiviert. Diese Ergebnisse wirken sozusagen sozial ansteckend. Einzelpersonen werden dadurch motiviert, dass sie länger oder härter Sport betreiben, sagen die Mediziner.

Forscher untersuchen für ihre Studie Daten von 1,1 Millionen Läufern
Für die Studie verfolgten die Wissenschaftler die Übungsmuster von 1,1 Millionen Läufern über einen Zeitraum von fünf Jahren. Dabei achteten sie besonders auf die geographische Lage, die sozialen Netzwerkbindungen und die täglichen Laufmuster jeder teilnehmenden Person, erläutern die Forscher. Außerdem wurden ebenfalls die tägliche Distanz, die Dauer, das Tempo und die verbrannten Kalorien berücksichtigt, fügen die Experten hinzu.

Auswirkungen vom Teilen der Laufergebnisse
Die Wissenschaftler folgerten aus den festgestellten Ergebnissen, dass die gemeinsame Nutzung von personenbezogenen Daten auf Social-Media-Plattformen Menschen dazu motivieren kann, dass diese mehr Sport treiben. Beispielsweise könne ein zusätzlich von Freunden gelaufener Kilometer bewirken, dass Personen selber weiter laufen. Zehn Minuten mehr Sport von Freunden bewirkt beispielsweise, dass befreundete Menschen insgesamt an diesem Tag drei Minuten länger laufen, erklären die Autoren.

Männer profitieren besonders stark
Die festgestellten Daten betreffen besonders Männer, weil diese von beiden Geschlechtern motiviert werden. Frauen werden dagegen nur von den Ergebnissen von anderen Frauen beeinflusst, erläutern die Experten vom Massachusetts Institute of Technology.

Vergleiche auf Social Media führen zu verbesserten Leistungen
Die Daten zeigten auch, dass Läufer dazu tendierten, sich mit erfahrenen Personen zu vergleichen. So fördern sie die persönliche Verbesserung. Allerdings erzielen etablierte Läufer auch durch den Vergleich mit langsameren Läufern einen Vorteil für die Motivation. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass die besseren Läufer die Überlegenheit gegenüber den langsameren Freunden erhalten wollen, sagen die Forscher.

82 Prozent der Läufer verwenden tragbare Technik oder Fitness-Apps
Während diese Erkenntnisse interessant sind, werden sie durch die Tatsache begrenzt, dass sie nur für Läufer mit einer Form von tragbarer Technik gelten oder irgendeine Form von Fitness-Tracking-App verwenden. Dies betrifft etwa 82 Prozent der Sportler, fügen die Autoren hinzu. (as)