Bald acht Millionen Tote jährlich durch Rauchen

Alfred Domke
Folgen des Tabakkonsums kosten Weltwirtschaft fast eine Billion Euro pro Jahr
Dass Rauchen der Gesundheit schadet, weiß eigentlich jeder. Wie groß die Ausmaße sind, verwundern dann aber doch immer wieder. Laut Gesundheitsexperten wird die Zahl der Menschen, die pro Jahr an den Folgen des Tabakkonsums sterben, bis 2030 auf rund acht Millionen steigen. Außerdem kosten Raucher die Weltwirtschaft jährlich fast eine Billion Euro.

Rauchen schadet der Gesundheit
Dass Tabakkonsum der Gesundheit schadet, ist nichts Neues. Raucher erkranken und sterben nicht nur an Lungenkrebs. Durch das Qualmen von Zigaretten erhöht sich auch das Risiko für mehrere andere Krebsarten und weitere Erkrankungen wie Raucherlunge beziehungsweise Raucherhusten, Asthma, chronische Bronchitis sowie Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Zahl der Toten durch Rauchen wird laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den nächsten Jahren deutlich steigen.

Laut einer neuen Studie wird sich die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Rauchen bis 2030 auf rund acht Millionen erhöhen. Tabakkonsum kostet die Weltwirtschaft fast eine Billion Euro pro Jahr. (Bild: graja/fotolia.com)

Zahl der Tabak-Todesfälle wird sich auf acht Millionen pro Jahr erhöhen
Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters heißt es in einer neuen Studie der WHO und des US-amerikanischen „National Cancer Institute“ (Nationales Krebsinstitut der USA): „Die Zahl der Tabak-Todesfälle wird sich voraussichtlich von derzeit rund 6 Millionen Todesfällen jährlich bis 2030 auf etwa 8 Millionen pro Jahr erhöhen“.

Der Großteil der Todesfälle wird laut den Experten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verzeichnen sein.

Raucher verursachen der Weltwirtschaft hohe Kosten
Außerdem kosten Tabakkauer und Raucher die Weltwirtschaft etwa eine Billion US-Dollar (rund 950 Milliarden Euro) im Jahr. Laut der Studie verteilt sich diese Summe auf die Behandlung raucherspezifischer Krankheiten und auf entgangene Produktivität durch Arbeitsausfälle.

Dass die Krankheitskosten beim Rauchen höher sind, als oft angenommen, haben auch deutsche Fachleute in der Vergangenheit berichtet.

Doch in einer Untersuchung zu den Nettokosten des Rauchens in Deutschland kamen Professor Berthold Wigger und sein Mitarbeiter Florian Steidl vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu dem Schluss, dass Raucher die deutsche Gesellschaft entlasten.

Als Hauptgrund nannten sie den Umstand, dass Raucher ungefähr fünf Jahre früher sterben als Nichtraucher und entsprechend keine Altersrenten und Ruhegehälter mehr beziehen. Nach ihren Angaben ist dieser Effekt finanziell weitaus stärker als Mehrkosten durch zusätzliche medizinische Behandlung oder frühzeitiges Ausscheiden von Rauchern aus dem Erwerbsleben.

Keine wirtschaftlichen Einbußen zu befürchten
Den Autoren der WHO-Studie zufolge würden sich Programme zur Eindämmung des Rauchens finanziell lohnen. Preis- und Steuererhöhungen, Werbeverbote, Warnungen vor den Folgen des Rauchens und Entwöhnungsangebote wären einige mögliche Maßnahmen.

Auch in Ländern mit Tabakindustrien seien bei einem Rückgang des Rauchens keine wirtschaftlichen Einbußen zu befürchten.

„Ängste der Regierungen, dass Tabakkontrolle negative wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte, sind durch die Wissenschaft widerlegt“, berichten die Experten.

Außerdem bleibe genug Zeit, für Tabakbauern einen Lebensunterhalt mit anderen Produkten zu organisieren. „Jetzt ist die Zeit zum Handeln.“ (ad)