Asthma bronchiale – Ursachen, Symptome und Therapie

Volker Blasek

Asthma bronchiale – Ein Überblick

Menschen, die häufig husten oder Beschwerden wie ein Enge- oder Beklemmungsgefühl in der Brust, Luftnot mit pfeifendem Ton beim Atmen und plötzliche Atemnot-Anfälle aufweisen, leiden eventuell unter der chronischen Krankheit Asthma bronchiale. Im Folgenden werden Symptome, Diagnose, Ursachen und Therapien der Krankheit – inklusive naturheilkundlicher Ansätze – näher erläutert.

  • Definition:Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Bronchien, bei der durch bestimmte Reize schubhafte Anfälle ausgelöst werden.
  • Häufigkeit: Asthma ist eine häufig auftretende Krankheit. Rund jedes zehnte Kind und jeder zwanzigste Erwachsene leidet darunter.
  • Symptome: Zu den typischen Symptomen zählen ständiger Hustenreiz mit Hustenanfällen, Atemnot, Kurzatmigkeit und Beklemmungsgefühle in der Brust.
  • Ursachen: Durch bestimmte Gegebenheiten (z.B. Allergie, Virusinfektion) ist das Bronchialsystem der Asthmatiker in ständiger Abwehrbereitschaft und reagiert heftig auf bestimmte Reize wie beispielsweise Pollen, Tierhaare, Abgase, Chemikalien oder Staub.
  • Asthma-Arten: Die Krankheit tritt in einer allergischen (extrinsischen) und einer nicht allergischen (intrinsischen) Form sowie in einer Mischform aus beiden auf.
  • Therapie: Asthma bronchiale ist nicht heilbar, aber gut therapierbar. Eine Therapie besteht zumeist aus einer medikamentösen Behandlung und einer Schulung der Betroffenen. Durch gezielte Umstellung der Lebensweise können Asthmatiker größtenteils beschwerdefrei leben. Die Naturheilkunde kann diesen Prozess unterstützen.

Definition

Beim Asthma bronchiale, auch Bronchialasthma genannt, handelt es sich um eine anfallsartige chronische Erkrankung der Atemwege mit einer erhöhten Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber verschiedenen Reizen (bronchiale Hyperreagibilität). Typischerweise äußert sich Asthma in Schüben, die von einem Engegefühl in der Brust, Atemnot mit pfeifenden Geräuschen, Husten und Kurzatmigkeit geprägt sind. Die Anfälle treten häufig nachts oder am frühen Morgen auf.


Häufigkeit

Weltweit wird die Häufigkeit von Asthma auf rund 100 Millionen Betroffene geschätzt. In Deutschland tritt die Krankheit bei circa acht bis zehn Prozent der Kinder und etwa fünf bis sieben Prozent der Erwachsenen auf. Somit sind rund 8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Insbesondere im Kindesalter zählt Asthma bronchiale zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Im Schnitt entwickelt jedes achte Kind unter zehn Jahren und jedes zehnte Kind unter 15 Jahren diese Krankheit.

Während bei Kindern häufiger Jungen betroffen sind, gleichen sich die Anteile mit zunehmendem Alter immer mehr an, bis schließlich im Erwachsenenalter der Anteil an Frauen überwiegt. Laut der 12-Monats-Prävelenz 2017 von Asthma-bronchiale, die vom Robert Koch-Institut (RKI) herausgegeben wird, leiden derzeit 7,1 Prozent der Frauen und 5,4 Prozent der Männer in Deutschland unter der chronischen Erkrankung.

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung, bei der die Bronchien überempfindlich gegenüber verschiedenen Reizen reagieren. (Bild: PIC4U/fotolia.com)

In Deutschland waren kurz nach der Wiedervereinigung deutlich weniger Asthmafälle in den östlichen Bundesländern zu verzeichnen als im Westen des Landes. Heute ist das Vorkommen in Ost und West nahezu ausgeglichen. Als wahrscheinlichster Grund hierfür wird die Angleichung der Lebensverhältnisse und der Art der Ernährung sowie die Zunahme der Luftschadstoffe vermutet.

Asthma bronchiale Symptome

Charakteristisch für Asthma bronchiale ist, dass sich die Muskeln in der Bronchialwand verkrampfen, die Bronchialschleimhaut anschwillt und zäher Schleim produziert wird. Daraus resultieren die typischen Symptome wie:

  • Husten mit glasigem Schleimauswurf,
  • ständiger Hustenreiz,
  • ein pfeifender Ton beim Ausatmen (Giemen),
  • ein beklemmendes oder beengendes Gefühl in der Brust,
  • zäher Schleim,
  • plötzlich auftretende Atemnot,
  • Kurzatmigkeit,
  • Asthma-Anfälle bei denen mehrere Symptome schlagartig und heftig auftreten.
Beklemmungsgefühle in der Brust und ständiger Hustenreiz sind typische Asthma-Symptome. (Bild: highwaystarz/fotolia.com)

Risikofaktoren

Das Vorkommen von Bronchialasthma hat im Laufe der letzten Jahre zugenommen. Deshalb sollte man die Warnsignale von Asthma erkennen. Leiden bereits die Eltern an sogenannten atopischen Erkrankungen, zu denen beispielsweise Allergien und Neurodermitis zählen, steigt auch das Risiko für ein Kind, Asthma bronchiale zu entwickeln. Außerdem zeigen Kinder, die weniger als sechs Monate gestillt wurden, im Vergleich zu gestillten Babys eine höhere Anfälligkeit. Auch in bestimmten Berufen wie etwa Bäcker (durch Mehlstaub) oder Friseur (durch Chemikalien) wird das Auftreten von Asthma begünstigt. Zusammengefasst gelten folgende Faktoren als Risiko, Asthma zu entwickeln:

  • Übermäßige Hygiene: Keime sind wichtig für die Entwicklung eines intakten Immunsystems, dauerhafte übertriebene Hygienemaßnahmen fördern die Bildung von Allergien und Asthma.
  • Genetik: Mehrere Allergiker in einer Familie deuten darauf hin, dass auch der Rest der Familie einem höheren Risiko ausgesetzt ist.
  • Bestimmte Kindheitserkrankungen: Wenn ein Kind bestimmte Krankheiten entwickelt, ist das Risiko höher, ebenfalls Bronchialasthma zu bekommen. Zu diesen Erkrankungen gehören Allergien, Neurodermitis, Milchschorf, juckender Hautausschlag. (Ekzeme)
  • Geburtsgewicht: Babys mit Untergewicht haben ein leicht erhöhtes Risiko, an Asthma zu erkranken.
  • Eltern sind Raucher: Kinder rauchender Eltern leiden häufiger an Asthmaerkrankungen als Kinder nichtrauchender Eltern. Insbesondere eine rauchende Mutter erhöht das Risiko für ihr Kind.
  • Virusinfekte: Häufige Infekte mit Viren sind mit einem erhöhten Risiko für nicht-allergisches Asthma verbunden.
  • Frühzeitiges Abstillen: Muttermilch ist wichtig für ein Baby, um ein starkes Immunsystem zu entwickeln.
  • Vorhandene Allergien: Das Vorhandensein anderer Allergien wie Heuschnupfen erhöht ebenfalls die Wahrscheinlichkeit auf Asthma.
  • Medikamente: Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen das kindliche Asthma-Risiko, wenn diese während einer Schwangerschaft eingenommen werden.
Was passiert bei Asthma?
Was passiert bei Asthma? (Bild:rob3000/fotolia.com)

Ursachen

Die genauen Gründe, warum Menschen Asthma entwickeln, gelten in der Medizin als noch nicht ausreichend verstanden. Die Gene und Umgebungsfaktoren spielen eine große Rolle bei der Entwicklung der Erkrankung. Menschen aus Familien, in denen vermehrt Allergien auftreten, haben ein erhöhtes Risiko, an Asthma bronchiale zu erkranken und auf bestimmte Auslöser allergisch zu reagieren.

Von Umgebungsfaktoren sind insbesondere Menschen betroffen, die in ihrem Beruf häufig bestimmten Stoffen wie beispielsweise Klebstoffen, Lacken, Mehlstaub, Holzstaub, Latex, Tierhaaren, Pollen, Insektengiften oder Chemikalien ausgesetzt sind. Zusätzlich wird ein Zusammenhang mit einer unzureichenden Ausbildung des Immunsystems durch übertriebene Hygienemaßnahmen vermutet.

Entgegen der genauen Gründe der Verursachung wissen Mediziner explizit, welche Vorgänge im Körper von Allergikern ablaufen. In dem Bronchialsystem der Betroffenen liegt eine verstärkte Entzündungsreaktion vor, auf die der Körper mit einer ständigen Abwehrbereitschaft reagiert. Diese Situation kann durch bestimmte Einflüsse und Auslöser schlagartig verstärkt werden. Die Bronchien der Betroffenen reagieren übersensibel auf bestimmte, größtenteils harmlose, Reize mit intensiven Abwehrreaktionen. Zu diesen Reaktionen zählen:

  • krampfartige Verengung der Bronchien,
  • Schwellung der Schleimhäute in den Bronchialwänden,
  • heftige zähe Schleimbildung,
  • Hustenanfälle mit glasigem Schleim.
Wie Asthma ensteht. (Bild:bilderzwerg/fotolia.com)

Beklemmungsgefühle, Pfeifgeräusche und Atemnot
Der Durchmesser der Bronchien verengt sich und die Atemluft kann nur noch erschwert ein und ausströmen. Dieser Vorgang wird in der Medizin Obstruktion genannt und ist verantwortlich für die typischen Pfeifgeräusche und die Beklemmungsgefühle in der Brust. Als Folge der Obstruktion kann die Atemmuskulatur überlastet werden. Die Verengung erschwert insbesondere die Ausatmung. Folglich kann bei jedem Atemzug etwas mehr Luft als gewöhnlich in den Lungen verbleiben und so die Lungen allmählich aufblähen, was wiederum das Einatem erschwert. Dadurch kann sich bei Asthmatikern eine Atemnot einstellen.

Schubhaftes Auftreten
Asthma verursacht bei den Betroffenen nicht durchgehende Beschwerden. Zwar ist die Entzündungsbereitschaft ständig vorhanden, es erfordert aber einen bestimmten Auslöser (Trigger), der die typischen Asthma Symptome hervorruft. Dabei kann es zu einem Asthma-Anfall kommen, der im schwersten Fall zu einen medizinischen Notfall werden kann.

Status asthmaticus

In seltenen Fällen kann sich der lebensbedrohlichen Status asthmaticus einstellen. In diesem Zustand halten schwere Krankheitssymptome über einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden an. Erschwerend kommt hinzu, dass beim Status asthmaticus übliche therapeutische Maßnahmen nur bedingt effektiv sind. Typische Anzeichen sind:

  • starke Atemnot (Dyspnoe),
  • hechelnde, beschleunigte Atmung,
  • Blässe,
  • Blaufärbung der Finger, Zehen und Lippen (Zyanose) aufgrund der Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff (Hypoxie),
  • Bewusstseinsstörungen,
  • erhöhte Herzfrequenz,
  • Pupillenweitung,
  • Unruhe,
  • Inkontinenz.

Der Status asthmaticus ist lebensbedrohlich und erfordert umgehend medizinische Versorgung. Eine Blutgasanalyse, bei der die Menge des im Blut enthaltenen Sauerstoffs ermittelt wird, bestimmt den Schweregrad des Zustands. Bei der medizinischen Behandlung werden neben Sauerstoffzufuhr auch Medikamente eingesetzt. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Beta-2-Sympathomimetika zur Bronchienweitung,
  • Aminophyllin und Theophyllin zur Behebung des Muskelverkrampfungen in den Bronchien,
  • Corticosteroiden, um die Entzündungsreaktionen zu hemmen,
  • Parasympatholytika, um die Muskelkontraktion zu beruhigen und die Schleimproduktion zu senken.
Der Status asthmaticus kann lebensbedrohliche Ausmaßen annehmen und erfordert umgehend medizinische Versorgung. (Bild: auremar/fotolia.com)

Sterblichkeit durch Asthma
In Deutschland sterben jährlich 4 bis 8 Menschen pro 100.000 Einwohner an den Folgen der Krankheit. Daraus ergibt sich eine Anzahl von circa 3200 bis 6400 Todesfälle pro Jahr. Oftmals finden tödliche Asthmaanfälle im Winter statt. Die meisten Todesfälle wären vermeidbar, aber viele Patienten unterschätzen ihre Erkrankung und befolgen nicht zuverlässig die ärztlichen Anweisungen.

Diagnostik

Wer mit Asthma-Verdacht zum Arzt geht, der wird in den meisten Fällen zuerst über die eigene und familiäre Krankheitsgeschichte befragt (Anamnese). Darauf folgt häufig eine allgemeine körperliche Untersuchung. Durch einen Lungenfunktionstest kann der Arzt feststellen, ob die Atmung gestört ist und eine Verengung der Bronchien vorliegt.

Peak-Flow-Meter
Hierbei kommt häufig ein sogenanntes Peak-Flow-Meter zum Einsatz, ein keines Gerät, dass die Stärke des Ausatmens messen kann. Diese Messungen können auch in regelmäßigen Abständen zu Hause getätigt werden, um beispielsweise Behandlungserfolge oder Verschlechterungen festzustellen.

Spirometrie
Eine weitere Atemmessmethode ist die Spirometrie. Bei der Durchführung pustet der Benutzer in ein Mundstück, dass an ein sogenanntes Spirometer angeschlossen ist. Dieses misst die Kraft des Einatmens und Ausatmens sowie die Menge der Luft. Anhand dieser Daten kann eine mögliche eingeschränkte Lungenfunktion festgestellt werden. Durch regelmäßige Messungen kann der Arzt den Verlauf der Erkrankung dokumentieren.

Weitere Tests
Andere Möglichkeiten, Asthma, beziehungsweise die Asthma-Form zu diagnostizieren sind:

  • Provokationstest: Hierbei inhaliert der Patient bestimmte Substanzen, während der Arzt überprüft, ob sich die Bronchien dadurch verengen.
  • Belastungstest: Dieser Test überprüft, ob sich bei körperlicher Anstrengung Asthma-Symptome zeigen.
  • Medikamententest: Vor und nach der Gabe bestimmter Medikamente, die gegen Asthma eingesetzt werden wie Salbutamol oder Fenoterol, überprüft der Arzt die Lungenfunktion, um mögliche Änderungen festzustellen.
  • Ganzkörper-Plethysmographie: Beim großen Lungenfunktionstest sitzt der Patient in einer Glaskabine, in der er in ein Gerät atmet. Die Testperson kann dabei ganz normal, ohne Kraftanstrengung atmen, weshalb dieser Test insbesondere für Kinder und alte Leuten geeignet ist. Zusätzlich ist dies die einzige Testmethode, um den verbleibenden Luftanteil in der Lunge nach der Ausatmung zu messen (Residualvolumen).
  • Allergietest: Bei einem Allergietest werden die unter Verdacht stehenden Substanzen auf die Haut aufgetragen oder eingespritzt und es wird die Reaktion darauf überprüft (Pricktest). Außerdem eignet sich eine Blutanalyse als Allergietest, bei der die speziellen Antikörper nachgewiesen werden (RAST-Test).
Handelt es sich um ein allergisch bedingtes Asthma, kann der Arzt dies durch den so genannten Prick-Test nachweisen. (Bild: Andre/fotolia.com)

Asthma Arten

In erster Linie wird die Erkrankung zwischen allergisch bedingtem (extrinsischem) und nicht allergisch bedingtem (intrinsischem) Asthma unterschieden. Es gibt aber auch eine Mischform aus beiden. Während bei Kindern Asthma überwiegend allergisch bedingt ist, tritt bei 20 bis 30 Prozent der asthmakranken Erwachsenen auch eine nicht-allergische (intrinsische) Form der Erkrankung auf. So kann eine rein allergische Ursache ab dem zwanzigsten Lebensjahr nur noch in weniger als einem Fünftel der Fälle nachgewiesen werden.

Allergische Form
Die extrinsische Asthmaform wird von allergenen Stoffen ausgelöst. Im Zuge sogenannter allergischer Frühreaktionen kommt es zur vermehrten Bildung von Antikörper vom Typ Immunglobulin-E (IgE). Diese Antikörper kommen normalerweise nur in geringen Mengen im Blut vor. Auf diesen Vorgang folgt dann die allergisch Spätreaktion, also die typische Symptomatik von Asthma bronchiale. Zu der allergischen Form gehört auch das saisonal auftretende Asthma, das mit dem Pollenflug bestimmter allergener Pollen zusammenhängt.

Nicht allergische Form
Die intrinsische Asthmaform tritt häufig erst bei Menschen ab dem vierzigsten Lebensjahr auf. Entgegen der allergischen Form kommt es beim intrinsischen Asthma seltener zu einem Anstieg von Antikörpern vom Typ Immunglobulin E. Sie wird also nicht durch ein Allergen ausgelöst. In vielen Fällen tritt diese Form infolge einer Virusinfektion der Atemwege auf und wird durch diese Infektionen verstärkt.

Die Abwehrreaktionen, die im Körper stattfinden, sind grundgesetzlich die gleichen, wie beim allergisch bedingtem Asthma. Allerdings entwickelt sich bei dieser Form nahezu immer eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen, bei der es im späteren Verlauf auch zu Polypen in der Nase (nasale Polyposis) kommen kann, wodurch das nasale Atmen erheblich erschwert wird.

Bei 30 bis 50 Prozent der erwachsenen Asthmatiker ist eine Allergie als Auslöser der Krankheit nicht nachweisbar. Der Krankheitsverlauf der intrinsischen Form ist durch geringere Schwankungen des Schweregrads geprägt, nimmt aber häufig von Beginn an einen schwereren Verlauf.

Die nicht allergische Asthmaform tritt häufig infolge von Virusinfektionen der Atemwege auf. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Mischformen von Asthma
Bei vielen Betroffenen entwickelt sich eine Mischform zwischen der intrinsischen und extrinsischen Form. Im den meisten Fällen beginnt die Erkrankung mit einem allergischem Asthma. Im Laufe der Erkrankung, beispielsweise infolge wiederholter Infektionen der Atemwege, kommen nicht-allergische Faktoren hinzu und führen zu asthmatischen Reaktionen auf bestimmte Auslöser wie beispielsweise Rauch, Dunst, Qualm, kalte Luft oder ähnliche. Diese Auslöser verursachen aber keine allergischen Reaktionen im Körper, sonder triggern nur die asthmatischen Symptome.

Belastungsasthma
Beim Anstrengungsasthma oder Belastungsasthma kommt es zu Beginn und nach körperlicher Anstrengung zu asthmatischen Beschwerden. Von dieser Form sind die meisten asthmatischen Kinder und etwa jeder dritte asthmakranke Erwachsene betroffen. Typisch bei dieser Art ist, dass die Anfälle nur bei sportlichen Aktivitäten hervorgerufen werden, insbesondere wenn diese in kalter Luft ausgeübt werden. Die Entzündungen der Bronchien werden durch das Auskühlen und Austrocknen der Bronchialschleimhäute bei beschleunigter Atmung in kalter Luft gefördert.

Gastroösophagealer Reflux
Eine weitere Form der Erkrankung ist das Asthma mit gastroösophagealem Reflux. Bei dieser Form gelangt Magensaft in die Speiseröhre und löst eine reflexartige Verkrampfung der Bronchien aus. Manche Medikamente oder Wirkstoffe wie Theophyllin oder Beta-2-Sympathomimetika, die bei der Asthma Therapie eingesetzt werden, können dieses Effekt verstärken, da sie die Bewegungsvorgänge der Speiseröhre lähmen können.

Brittle-Verlaufsform
Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Verlaufsform der Krankheit, die durch wiederkehrende schwere Asthmaanfällen bis zum lebensbedrohlichem Status asthmaticus geprägt ist. Die Anfälle treten plötzlich auf, ohne Anzeichen einer vorherigen Verschlechterung.

Übergang zur COPD
Circa 20 bis 30 Prozent der Asthma-Fälle gehen im Krankheitsverlauf zu einer chronisch-obstruktiven Bronchitis (COPD) über. Diese Fälle zeichnen sich dadurch aus, dass die Betroffenen nicht nur während eines Anfalls sondern ständig unter Husten mit Auswurf leiden.

Auslöser

Asthma kann durch unterschiedliche Reize ausgelöst werden. Dabei wird zwischen allergenen und nicht allergenen Auslösern sowie allgemeinen Auslösern für alle Formen unterschieden. Die individuellen Trigger können bei den Betroffenen unterschiedlich sein.

Allergene Stoffe sind häufige Auslöser für Asthma-Anfälle. (Bild: freshidea/fotolia.com)

Allergische Auslöser
Dazu gehören Stoffe, die allergische Reaktionen auslösen, wie:

  • Baum- und Gräserpollen,
  • Hausstaub (siehe Asthma durch Hausstaubmilben),
  • Tierhaare oder Vogelfedern,
  • Schimmelpilzsporen,
  • bestimmte Nahrungsmittel wie beispielsweise Schalentiere, Fisch, Haselnüsse, Erdbeeren,
  • bestimmte Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac.

Nicht-allergische Auslöser
Zu den intrinsischen Auslösern zählen:

  • Atemwegserkrankungen durch Virusinfekte,
  • bakterielle Infekte,
  • bestimmte Substanzen, denen der Betroffene über einen langen Zeitraum ausgesetzt ist (oft beruflich bedingt).

Allgemeine Auslöser
Hierzu zählen unspezifische Reize, auf die alle Asthmatiker reagieren können, wie:

  • bestimmte Luftverhältnisse (kalte oder feucht-warme Luft, Nebel),
  • Luftverschmutzung (Abgase, Rußpartikel, aufgewirbelter Staub),
  • Zigarettenrauch,
  • Duftstoffe,
  • Infektionen der oberen und unteren Atemwege,
  • körperliche Anstrengung,
  • psychische Belastung oder Stress.
Asthma-Fälle nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu. Experten vermuten, dass dies mit zunehmender Luftverschmutzung und länger anhaltendem Pollenflug durch die globale Erwärmung zusammenhängt. (Bild: Ralf Geithe/fotolia.com)

Therapie

Nach aktuellem Wissensstand ist Asthma bronchiale nicht heilbar. In den meisten Fälle kann aber durch Therapien eine weitgehende Beschwerdefreiheit erzielt werden. Zu den gängigsten Therapiemethoden zählt die medikamentöse Behandlung. Die Medikamente sollen die Beschwerden lindern und die Asthma-Anfälle reduzieren. Dabei müssen Erkrankte durch Einsatzerfahrung lernen, wie und wann sie die Medikamente nutzen, um den größtmöglichen Effekt bei möglichst niedrigem Medikamentenverbrauch zu erzielen.

Medikamente gegen Asthma bronchiale
Medikamente in Form von Sprays, Tabletten, Inhalationen und Injektionen werden gegen Asthma eingesetzt, um durch krampflösende, entzündungshemmende, atmungserweiternde und allergiehemmende Wirkstoffe Anfällen vorzubeugen oder bereits begonnene Beschwerden zu unterbrechen. Dazu gehören insbesondere:

  • Glukocortikosteroide (Cortison) mit den Wirkstoffen Beclometason, Budesonid, Flunisolid, Fluticason oder Mometason zur Inhalation
  • Beta-2-Sympathomimetika wie Salmeterol oder im Anfall kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetica wie Salbutamol
  • Anticholinergika (sollten das krampfartige Zusammenziehen der Bronchialmuskeln hemmen)
  • Dinatriumcromoglicinsäure (DNCG)
  • Ketotifen
  • Leukotrienhemmer wie Montelukast und Zafirlukast
  • Nedocromil (Entzündungshemmer)
  • Omalizumab (blockiert die Antikörper vom Typ Immunglobulin E)
  • Theophyllin (entspannt die Bronchialmuskulatur; wird heute nur noch selten verwendet)
Viele Asthma-Medikamente lassen sich in Form von Sprays oder Inhalationen aufnehmen. (Bild: beltado/fotolia.com)

Nicht-medikamentöse Therapien
Zusätzlich zu den Arzneimitteln werden nicht-medikamentöse Therapien empfohlen. Diese bestehen aus dem Vermeiden der Auslöser, einer Patientenschulung, um das alltägliche Leben weitgehend beschwerdefrei zu gestalten, sowie regelmäßigen Kontrollen beim Arzt.

Patientenschulung
Durch gezielte Schulung von Asthmatikern sollen diese einen besseren Umgang mit der Krankheit lernen. Neben wichtigen Hintergrundinformationen zum Krankheitsbild lernen die Teilnehmer, körpereigene Zeichen besser zu deuten, Atemtechniken anzuwenden, in Notfallsituationen richtig zu reagieren und die individuellen Auslöser besser zu erkennen und zu vermeiden. Die Schulungen werden von vielen Lungenfachärzten, Reha-Kliniken, Krankenhäusern und Selbsthilfegruppen angeboten.

Naturheilkunde

Asthma ist eine ernstzunehmende, im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohende Erkrankung, die durch ärztlich verordnete Therapien behandelt werden sollte. Unterstützend kann die Naturheilkunde eingesetzt werden, um das Asthma auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen. Die naturheilkundlichen Therapien sollen die Selbstheilungskräfte anregen und die überschießenden Reaktionen mildern.

Zum Lösen der Bronchialspasmen, des Hustensekrets und zur Beruhigung eignen sich Zubereitungen aus Huflattich, Johanniskraut und Rauwolfia. Als wirkungsvolle Entspannungsmethoden haben sich regelmäßige Übungen aus dem Tai Chi oder Qi-Gong bewährt, idealerweise unter Einbeziehung der Atmung. Auch Yoga lindert Symptome von Asthma bronchiale. Gezielte Atemtherapie wie Autogenes Training kann die Atemnot vermindern.

Hypnose
Körper und Psyche können von der therapeutischen Hypnose profitieren. Neben den entspannenden und immunregulierenden Aspekten können Konflikte aufgedeckt werden, die zur Entstehung der asthmatischen Beschwerden beitrugen oder diese aktuell verstärken. Einige Asthmatiker berichten über eine Verbesserung der Lungenfunktion durch Imaginationen von Zellen und Geweben im Rahmen einer Hypnose.

Hausmittel

Natürliche Hausmittel gegen Husten können die Beschwerden lindern. Sollte sich bei der Anwendung der Hausmittel jedoch eine Verschlimmerung einstellen, sollte die Selbstbehandlung sofort abgebrochen und ein Arzt befragt werden.

Weitere Naturheilverfahren
Naturheilverfahren sind wissenschaftlich noch wenig erforscht, haben aber erfahrungsgemäß gute Ergebnisse bei der unterstützenden Therapie von Asthma bronchiale gezeigt. Zu diesen Verfahren gehören:

  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Isopathie
  • Eigenbluttherapie
  • Physikalische Verfahren mit Dampf- und Luftbädern sowie Oberkörpermassagen
  • Bioresonanz

Aktueller Forschungsstand

Über Asthma bronchiale finden zahlreiche Studien statt. Hier einige Beispiele und Experteneinschätzungen der letzten Jahren:

(jvs, vb; aktualisiert am 19. März 2018)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)

Quellenangaben und Links

  • 12 Monats-Prävelenz von Asthma bronchiale herausgegeben vom Robert Koch-Institut (RKI),
  • Fachblatt zu Asthma von der Deutschen Lungenstiftung,
  • Lungenärzte im Netz,
  • Leitlinie Asthma der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Atemwegsliga,
  • Asthma-Berichte der Weltgesundheitsorganisation WHO.
  • sowie im Text verlinkte Artikel.