Natürliche Hausmittel gegen Husten

Heilpraxisnet
Zahlreiche natürliche Hausmittel gegen Husten können für ein leichteres Abhusten und eine Linderung des Hustenreizes sorgen, doch sind diese nicht für alle Formen des Hustens gleichermaßen geeignet. Husten bildet neben Schnupfen und Heiserkeit eines der typischen Erkältungssymptome. Auch ist Husten Teil des Beschwerdebildes bei etlichen weiteren Erkrankungen, wie beispielsweise bei Raucherhusten (chronisch obstruktive Lungenerkrankung; COPD), Asthma, Tuberkulose und anderen Infektionskrankheiten. Hausmittel können nur bis zum bestimmten Grad den Hustenreiz lindern. Halten die Beschwerden über Wochen an, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.


Husten kann viele Ursachen haben

Husten bedeutet heftiges Ausatmen gegen die noch geschlossene Stimmritze, welche sich dann plötzlich öffnet. Der ausströmende Atem kann dabei Geschwindigkeiten bis hin zu 100 Kilometer pro Stunde erreichen. Husten ist ein Schutzreflex, der die Atemwege vor Inspiration von Fremdkörpern oder anderen eindringenden Reizenstoffen schützt. Das Aushusten von Sekret, das sich meist infolge einer Entzündung bildet, unterliegt ebenso dem natürlichen Reflexmechanismus. Husten kann gänzlich harmlos sein, hält dieses Symptom jedoch über mehrere Wochen an, sollte dringend ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Wirksame Hausmittel gegen Husten sind zum Beispiel Salbei, Ingwer und Zitronen. (Bild: Hetizia/fotolia.com)

Meist beginnt ein Infekt der Atemwege mit einem trockenen Reizhusten. In der Fachsprache wird hier von unproduktivem Husten gesprochen, da dieser Husten noch ohne Auswurf ist. Schreitet die Entzündung weiter fort, so entsteht Schleim. Es gibt unterschiedliche Schleimlöser als Hausmittel, die Sie bei Bedarf neben den Hausmitteln gegen Husten anwenden können. Dieser Schleim wird dann als Sekret abgehustet. Zu diesem Sputum (abgehustetes Sekret) wird der Patient normalerweise beim Arzt befragt. Ist das Sekret schon etwas grünlich geworden, liegt der Verdacht nahe, dass eine bakterielle Entzündung im Gange ist, welche eventuell den Einsatz eines Antibiotikums erfordert. Meistens liegt jedoch ein viraler Infekt vor, bei dem ein Antibiotikum nicht hilft.

In der Naturheilkunde existieren viele hilfreiche Hausmittel, die bei den verschiedensten Arten von Husten zum Einsatz kommen. Jedoch sind auch der Natur Grenzen gesetzt, selbst wenn durch zahlreiche Studien die Evidenz pflanzlicher Extrakte belegt ist. Dauert der Husten schon mehr als drei Wochen, ist das Sekret grünlich und kommen Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Fieber und weitere Symptome hinzu, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Wird mit einem Antibiotikum behandelt, bedeutet dies aber nicht, dass die Naturheilkunde nicht zum Einsatz kommen kann.

Im Gegenteil, eine begleitende Behandlung mit Pflanzen aus der Natur, kann die Heilung meist sehr gut unterstützen. Zu beachten ist außerdem, dass nach einer Antibiotika-Therapie die Darmflora meist für viele Monate beeinträchtigt ist. Deshalb sollte man nach einer antibiotischen Arzneimitteltherapie die Darmflora wieder aufbauen, am besten mit natürlichen Hilfsmitteln.

Generell ist zwischen Husten am Morgen und ganztägigen Husten zu unterschieden.

Flohsamen und Flohsamenschalen sind ein ausgezeichnetes und nebenwirkungsfreies Mittel, um die Darmflora wieder aufzubauen. Wichtig ist es, ausreichend dazu zu Trinken. (Bild: farfalla2017/fotolia.com)

Lutschbonbons mit Pflanzenauszügen

Eine erste Linderung bei unangenehmen Hustenreiz können geeignete Hustenbonbons verschaffen. Empfehlenswert sind hierbei die Pastillen mit pflanzlichen Extrakten aus Spitzwegerich, Eibisch, Malve, Thymian oder Isländisch Moos. Diese erhalten sie in Drogerien oder Apotheken. Die Heilpflanzen wirken reizstillend sowie entzündungshemmend und legen sich wie ein Schutzfilm über die gereizte Schleimhaut in Hals und Rachen. Es gibt übrigens auch Hustenpastillen mit Propolis oder Zinkzusatz. Das Lutschen der Bonbons bringt außerdem extra Feuchtigkeit in den Halsraum, dadurch können die Bakterien dort besser weggespült werden.

Wickel und Auflagen bei Husten

Wickel und Auflagen sind uralte Methoden, die schon unsere Großmütter und Urgroßmütter mit Erfolg angewandt haben. Ein warmer Reiz von außen regt die Durchblutung an, ein kalter Reiz wirkt antientzündlich. Zusätzlich unterstützt die Substanz, mit der der Wickel oder die Auflage getränkt wird, die natürlichen Heilungsprozesse. Bei der Anwendung von Wickeln oder Auflagen dürfen Betroffene natürlich nicht frieren und müssen deshalb stets warm gehalten werden.

Quarkwickel bei Husten

Der altbekannte Quarkwickel kommt vor allem bei Husten zum Einsatz, der gar nicht aufhören möchte. Zum Beispiel bei Kindern, die in der Nacht aufwachen und von einem unstillbaren Husten gequält werden. Hilfreich ist dieser Wickel auch bei verschleimten Bronchien. Der Magerquark wird in die Mitte eines Geschirrtuches aufgetragen, und zwar in der Größe des zu behandelnden Bereiches. Die beiden leeren Enden werden dann darüber geschlagen. Der Wickel wird anschließend auf Zimmertemperatur erwärmt – zum Beispiel mit einer Wärmeflasche – und auf die Brust gelegt. Darüber kommt ein Wollschal oder ein Seidentuch. Am besten eines in der Farbe Blau, da Blau in der Farbtherapie, eine kühlende und entzündungshemmende Wirkung zugesprochen wird. Der Wickel kann solange am Körper bleiben, bis der Patient dies nicht mehr möchte, also auch über Nacht.

Die antibakterielle, antientzündliche, abschwellende und immunstärkende Wirkung der Zitronenscheiben kann sich durch einen Wickel an der richtigen Stelle entfalten. (Bild: stu12/fotolia.com)

Zitronenwickel

Der Zitronenwickel kommt eher bei festsitzendem Husten zum Einsatz. Dafür wird eine ungespritzte Zitrone zuerst gewaschen und dann in dünne Scheiben geschnitten. Diese werden in die Mitte eines Baumwolltuches gelegt, und zwar so viele, wie es der zu behandelnde Bereich erfordert. Die leeren Enden des Tuches werden darüber geschlagen und anschließend wird mit der Faust etwas auf die Zitronenscheiben geklopft, damit ein wenig Zitronensaft austreten kann. Dann kommt der Wickel auf die Brust und darüber noch ein Wolltuch. Falls der Patient ein Jucken der Haut verspüren sollte, was durch den Einsatz der Zitronen entstehen kann, muss der Wickel abgenommen werden. Ansonsten kann dieser solange dort bleiben, wie die Betroffenen dies möchten.

Brustwickel mit Öl

Ein äußerst wohltuender Wickel ist der Ölwickel. Die Wirkung richtet sich nach dem dafür verwendeten ätherischen Öl. Wichtig ist, beim Kauf eines ätherischen Öls, unbedingt auf die Reinheit zu achten. Auch das Trägeröl, welches das ätherische Öl aufnehmen soll, muss hochwertig sein. Dazu wird meist Oliven- oder Mandelöl verwendet. Auf einhundert Milliliter Trägeröl werden fünf bis sechs Tropfen ätherisches Öl gegeben. Die Wahl richtet sich nach der Art des Hustens. Bei verkrampfendem Husten ist Lavendelöl das Mittel der Wahl. Eukalyptusöl fördert das Abhusten, Thymian wirkt schleimlösend und hustenstillend und Myrrhe hat eine schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung.

Zur Anwendung der Brutwickeln mit ätherischen Ölen wird ein brustbreites Baumwoll- oder ein Seidentuch mit der Ölmischung getränkt, in Alufolie einschlagen und zwischen zwei Wärmflaschen angewärmt. Die Kompresse kommt auf die Brust und wird hier wieder mit einem Wolltuch abgedeckt. Der Wickel bleibt dort normalerweise circa eine Stunde, kann jedoch auch über Nacht angewandt werden.

Kartoffelwickel

Kartoffelwickeln wird ebenfalls eine positive Wirkung bei Husten zugesprochen, wobei hier vor allem die langsame, kontinuierliche Wärmeabgabe als förderlich gilt. Die Kartoffeln werden weichgekocht, anschließend in einem Leinentuch eingeschlagen und zerquetscht. Um Verbrennungen zu vermeiden, sollte das Ganze noch kurz abkühlen (die Temperatur lässt sich gut mit den Händen kontrollieren) und kann dann auf die Brust aufgelegt werden. Hier verbleibt der Kartoffelwickel, bis er gänzlich abgekühlt ist. Solange sollten die Patienten sich möglichst entspannen und nicht bewegen.

Heilwickel verschiedener Art lindern die Schmerzen, die durch den Husten entstehen. Bild: InPixKommunikation - fotolia
Heilwickel verschiedener Art können zur Linderung des Hustens und begleitender Beschwerden beitragen. (Bild: InPixKommunikation/fotolia.com)

Heublumensäckchen

Auch Auflagen aus Säckchen mit Heublumen sind als Hausmittel gegen Husten gut geeignet. Mittlerweile können fertige Heublumensäckchen problemlos im Handel erworben werden. Bei festsitzendem Husten sind sie eine wahre Wohltat. Das Säckchen wird über dem Wasserdampf erwärmt, so heiß wie möglich beziehungsweise erträglich auf die Brust gelegt und mit einem Wolltuch umwickelt. Circa eine dreiviertel Stunde hält das Säckchen seine Wärme. Danach wird die Brust mit einem guten Öl, zum Beispiel Mandelöl, eingerieben.

Inhalation mit Kräuterdämpfen

Sehr angenehm bei Husten wirken Inhalationen auf die Atemwege. Es können dazu Kräutertee, eine Meersalzlösung oder auch ätherisches Öl wie Eukalyptusöl verwendet werden. Ätherische Öle bitte nur sparsam dazugeben, denn sie sind meist so intensiv, dass schon wenige Tropfen in einer Wasserschüssel genügen. Wird Salz zur Inhalation genutzt, so können Sie einen Esslöffel pro Liter dazu geben. Mehr dazu weiter unten. Für die Inhalation mit Kräutertee eignen sich Lindenblüten, Thymian und Salbeiblätter zu gleichen Anteilen. Brühen Sie den Tee genauso stark wie üblich, Sie benötigen mindestens einen Liter davon. Vorsicht, die Dämpfe können sehr heiss sein – lassen Sie den Tee daher ruhig länger abgedeckt ziehen.

Teerezepte bei Husten

Mutter Natur hält zahlreiche Heilpflanzen gegen Husten bereit, wobei sich nicht nur Skeptiker darüber wundern, dass alleine durch einfache Teerezepte mit heimischen Heilpflanzen eine Wirkung zu erzielen ist. Wichtig ist allerdings, zu wissen, welches Kraut wofür und wogegen wirkt. Für alle Teesorten gilt, dass das schluckweise Trinken des lauwarmen Tees am hilfreichsten ist. Alle hier erwähnten Teesorten können, je nach Bedarf, mit etwas Honig verfeinert werden.

Die Samenkörner der Pimpinella anisum – Anis – enthalten krampflösende und schleimlösende Bestandteile. Selbst festsitzender Schleim kann so gelöst werden. (Bild: womue/fotolia.com)

Anis zum Beispiel ist bekannt als Hausmittel bei Blähungen. Anis kommt aber auch in vielen Hustenteerezepten vor, da er eine schleimlösende Komponente enthält. Für die Zubereitung werden ein bis eineinhalb Teelöffel gequetschter Anis mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen und ungefähr 10 Minuten ziehen gelassen.

Lindenblütentee (Tiliae flos) ist ein äußerst mild und wohlschmeckender Tee. Die Lindenblüten wirken schweißtreibend, fiebersenkend und vor allem reizlindernd auf die angegriffenen Schleimhäute. Nehmen Sie einen gehäuften Teelöffel pro Tasse und lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten lang ziehen.

Eibisch wirkt reizlindernd bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, aber auch bei Husten. Von den Eibischwurzeln wird ein Teelöffel in ein Glas gegeben und mit kaltem Wasser übergossen. Nach eineinhalb Stunden Ziehzeit wird abgeseiht. Damit daraus ein gesundes Heilmittel ohne Verunreinigungen entsteht, sollte das Ganze vor dem Trinken unbedingt einmal erhitzt werden.

Fenchel ist vor allem für seine blähungshemmende Wirkung bekannt. Jedoch kommt Fenchel auch bei Husten, insbesondere, wenn festsitzender Schleim im Spiel ist, zum Einsatz. Zubereitet wird der Tee aus einem Teelöffel gequetschtem Fenchelsamen, der mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen und nach zehn Minuten abgeseiht wird.

Auch ein Tee aus Schlüsselblumen kann gegen Husten eingesetzt werden. Dieser wird entweder als Teeaufguss mit kochendem Wasser aus den Blüten der Schlüsselblumen erzeugt, der rund fünf Minuten ziehen muss und anschließend abgeseiht werden kann, oder aus den Wurzeln der Blume, die in Wasser rund 20 Minuten aufgekocht und anschließend abgeseiht werden. Insbesondere bei zähflüssigem Sputum soll der Schlüsselblumen-Tee einen positive Effekt haben, wobei der Tee aus den Wurzeln jedoch als deutlich wirksamer gilt als der Aufguss aus den Blüten. Allerdings empfinden viele Menschen den Geschmack als unangenehm und bevorzugen daher den Tee aus Schlüsselblumenblüten.

Verschiedene Kräutertees können die Hustensymptome lindern. (Bild: dima_pics/fotolia.com)
Verschiedene Kräutertees können die Hustensymptome lindern. (Bild: dima_pics/fotolia.com)

Eine weit bekannte Heilpflanze, die auch als Tee gegen Husten Anwendung findet, ist der Thymian. Dieser wirkt krampf – und schleimlösend. Gerade bei Hustenattacken ist dies ein gutes Mittel. Für die Zubereitung werden ein bis zwei Teelöffel voll Thymiankraut verwendet, mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen und nach circa zehn Minuten durch ein Sieb gegeben.

Gerade bei trockenem Husten ist des Weiteren der Spitzwegerich als Heilmittel der Natur bekannt. Von dem Spitzwegerichkraut wird ein Teelöffel mit circa 250 Millilitern kochendem Wasser überbrüht und nach ungefähr acht bis zehn Minuten abgeseiht.

Insgesamt lässt sich aus einer Vielzahl von Heilpflanzen ein Tee zubereiten, der auch als Hausmittel gegen Husten seine Wirkung entfaltet. Welche Mischungen hier vorzugsweise Anwendung finden sollten, hängt von dem individuellen Beschwerdebild und dem Stadium der Erkrankung ab. Hier gilt allgemein, dass bei trockenem Reizhusten eher Mittel zur Linderung des Hustenreizes beziehungsweise zur Abschwächung des Hustreflexes Anwendung finden, während bei vermehrter Sekretbildung eine Verflüssigung des Sekrets erreicht werden soll.

Vollbäder mit Zusatz

Vollbäder mit ätherischen Ölen als Zusatz wirken lindernd auf den Hustenreiz, können Verschleimungen lösen und tragen zur Entspannung der Bronchien, aber auch des ganzen Körpers, bei. Baden sollte nur, wer auch gerne in die Badewanne steigt. Solch ein Gesundheitsbad sollte außerdem insbesondere bei gesundheitlich angeschlagenen Patienten niemals ohne Aufsicht stattfinden. Hat der Patient Fieber oder ist dessen Kreislauf geschwächt, muss auf das Baden verzichtet werden.

Ein Thymianbad entspannt die Bronchialmuskulatur und löst den Schleim. Ein Fichtennadelbad kräftigt die Atmungsorgane und das Eukalyptusbad wirkt wohltuend auf die Atmung. Die Badezusätze sind als fertige Ölbademischungen im Handel erhältlich.

Kräuteressenzen und Ölauszüge sind hervorragend als Badezusatz geeignet, ebenso gibt es im Handel fertige Mischungen für ein Erkältungsbad. (Bild: PhotoSG.com/fotolia.com)

Inhalieren mit Salz

Inhalieren tut den Bronchien gut. Bei akutem Husten kann mindestens zweimal täglich inhaliert werden. Inhalieren mit Kochsalz ist eine einfache, jedoch äußerst wirksame Methode. Salz befeuchtet die Schleimhäute und löst festsitzendes Sekret. Zum Inhalieren wird gutes Meersalz oder Himalajasalz verwendet. In einen Topf kommen zehn Gramm Salz und ein Liter kochendes Wasser. Sobald die Mischung nicht mehr zu heiß ist, beugen sich Betroffene über den Topf und decken über Kopf und Gefäß ein Handtuch, damit die Wärme lange erhalten bleibt. Mit der Nase wird ein- und über den Mund ausgeatmet. Inhalieren ist nur für Erwachsene und größere Kinder geeignet. Kleine Kinder und Säuglinge sollten von dem heißen Dampf fern gehalten werden.

Zwiebelsirup

Wenn kein Hustensaft mehr hilft, ist oft der selbstgemachte Zwiebelsirup die letzte Rettung. Dazu wird eine klein gehackte Zwiebel mit etwas Honig vermischt und in ein Glas gegeben. Das Ganze muss anschließend am besten über Nacht im Warmen stehen und ziehen. Danach ist der Zwiebelsaft fertig. Den entstandenen Saft abseihen und mehrmals am Tag einen Teelöffel davon einnehmen, verspricht Linderung des Hustenreizes und erleichtert das Abhusten.

Rettichsirup

Anstatt der Zwiebel kann auch ein Rettich zu Saft gemacht werden. Dafür wird ein schwarzer Rettich in der Mitte ausgehöhlt und mit Honig gefüllt. Dies muss einen Tag lang ziehen. Wie beim Zwiebelsirup bildet sich Saft, von dem über den Tag verteilt mehrere Löffel getrunken werden.

Inhalieren - am Besten mit Meersalz und Kamille - ist bei Husten ein sehr altes und bewährtes Hausmittel. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)
Inhalieren – am Besten mit Meersalz und Kamille – ist bei Husten ein sehr altes und bewährtes Hausmittel. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)

Husten in der Nacht

Tritt der Husten gehäuft abends und nachts auf, sind folgende Maßnahmen recht hilfreich. Zuerst sollte das Kopfteil des Bettes etwas höhergestellt werden, das kann den Hustenreiz bereits stark lindern. Ein warmer Thymiantee vor dem Schlafen, eventuell gesüßt mit etwas Honig, beruhigt die Schleimhäute ebenso. Was noch hilft sind Quarkwickel, welche die ganze Nacht über auf der Brust bleiben können. Trockene Luft in der Wohnung reizt die Schleimhäute zusätzlich, weshalb im Schlafzimmer zum Beispiel ein paar feuchte Tücher aufgehängt werden sollten.

Altes Hausmittel: Milch mit Honig

Wer kennt nicht das alte Hausmittel unserer Großmütter – heiße Milch mit Honig. Nur muss zur Anwendung etwas beachtet werden. Milch sollte nur getrunken werden, wenn der Husten noch trocken ist. Sobald sich Schleim gebildet hat, würde Milch die Schleimproduktion nur noch vermehren und dadurch den Husten verschlimmern. Am Abend vor dem Schlafen gehen eine heiße Milch mit etwas Honig trinken, hilft, um ruhig zu schlafen und nicht von lästigem trockenen Husten geweckt zu werden.

Steinheilkunde bei Husten

Für diejenigen, die der Steinheilkunde Glauben schenken, ist die rote Koralle bei Husten das Mittel der Wahl. An einem Leder- oder Seidenband um den Hals getragen, und zwar so, dass der Stein Kontakt mit der Brust hat, sagt man diesem entkrampfende und lösende Heilkräfte nach. Außerdem verspricht der Chalcedon, Heiserkeit zu beseitigen und auch trockenen Husten zu lösen.

Pflanzenheilkunde bei Husten

Die Pflanzenheilkunde kennt zahlreiche nachweislich wirksame Mittel zu Behandlung des Hustens. Auch hier ist allgemein zwischen den pflanzlichen Präparaten zur Linderung des Hustreizes und den Mitteln zur Verflüssigung des Sekrets zu unterscheiden. Hinzu kommen pflanzliche Wirkstoffe, die entzündungshemmend und antibakteriell wirken sollen. Zum Beispiel wird der oralen Einnahme von Extrakten aus Efeublättern bei Bronchialerkrankungen mit starkem Hustenreiz und zähflüssigem Schleim eine äußerst positive Wirkung zugesprochen. Das Sekret in der Lunge wird verflüssigt, der Hustreiz gelindert und darüber hinaus eine antivirale, antibakterielle und antimykotische Wirkung erzielt. Nicht ohne Grund wurde der Gemeine Efeu zur Arzneipflanze des Jahre 2009 gekürt.

Echter Thymian. Bild: spline_x - fotolia
Echter Thymian ist nicht nur bei Husten, sondern ebenso bei anderen Atemswegserkrankungen eine Wohltat. Er kann als Kräutertee, Hustenpastille, Pflanzenxtrakt oder Inhalation genutzt werden. (Bild: spline_x/fotolia.com)

Auch Thymian zählt zu den besonders effektiven pflanzenheilkundlichen Hausmitteln gegen Husten. Extrakte der Heilpflanze wirken schleimlösend, erleichtern das Abhusten des Sekrets und entfalten eine antibakteriell und antivirale Wirkung. Insbesondere den enthaltenen ätherischen Ölen werden hier äußerst positive Effekte zugeschrieben. Echter Thymian wurde bereits im Jahr 2006 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Weitere Heilpflanzen, deren Extrakte gegen Husten angewandt werden können, sind zum Beispiel Schlüsselblumen, Spitzwegerich, Süßholzwurzeln, Isländisches Moos, Huflattich, Gewöhnlicher Andorn, Sonnenhut (Echinacea) oder auch Kalmegh (indische Heilpflanze, die im Rahmen der Ayurveda gegen Husten Verwendung findet). Das Repertoire der Pflanzenheilkunde zur Behandlung des Hustens scheint nahezu unerschöpflich und vielfach sind die Wirkstoffe heute auch Bestandteil moderner Arzneien. Als pflanzliches Mittel, das gegen Husten und eine Bronchitis angewandt werden kann, sei hier noch Umckaloabo erwähnt, das aus den Wurzeln einer speziellen afrikanischen Pelargonien-Gattung gewonnen wird und mittlerweile auch in Deutschland einen regelrechten Verbreitungsboom erfahren hat.

Weitere Hausmittel und Tipps

Trinken ist bei Husten sehr wichtig. Wenn zu wenig getrunken wird, kann sich der Schleim schlecht lösen. Am besten sind hier warmes Wasser oder Tee. Auch ist zu bedenken, dass nicht alle Hausmittel für Kinder und Säuglinge geeignet sind. Vor allem bei Honig ist Vorsicht geboten. Dieser sollte vor dem ersten Lebensjahr auf keinen Fall den Kleinen gegeben werden. Bei Kindern und Säuglingen ist zudem nicht jedes ätherische Öl geeignet. Dies muss vorher abgeklärt werden.

Feuchte Luft lindert den Hustenreiz. Schüsseln mit heißem Wasser, eventuell angereichert mit ein paar Tropfen ätherischem Ölen, erhöhen auf wohltuende Weise die Luftfeuchtigkeit. Gerade in der Nacht sollte die Luft im Schlafzimmer nicht zu trocken sein.

Der Knoblauch ist eine hervorragende Heilpflanze bei unterschiedlichsten Beschwerden. Das Bestreichen der Fußsohlen mit Knoblauch soll auch gegen Husten helfen. (Bild: Kai Zhao/fotolia.com)

Bei Husten hilft das Bestreichen der Fußsohlen mit Knoblauch. Das klingt zwar abenteuerlich, jedoch wurde dies schon von vielen Naturheilkundigen erfolgreich erprobt. Die Reflexzonen für die Atmung befinden sich an den Fußsohlen direkt unter den Zehen, in einem Bereich von ungefähr vier Zentimetern, über die ganze Fußbreite hinweg. Mit einer aufgeschnittenen Knoblauchzehe wird diese Zone eingerieben, Socken darüber und ab ins Bett. Das Ganze duftet nicht gerade angenehm, kann dafür aber äußerst hilfreich sein.

Abgehusteter Schleim

Entscheiden sich die Patienten zunächst für die Verwendung von Hausmitteln gegen den Husten und verzichten auf einen Arztbesuch, sollten sie unbedingt die Konsistenzen des abgehusteten Schleims (medizinisch: Sputum) im Auge behalten. Dieser liefert Hinweise auf die Ursache der Beschwerden und darauf, ob möglicherweise doch dringend ein Arztbesuch erforderlich ist. Das Sputum gibt auch dem Arzt wichtige Anhaltspunkte für eine Diagnosestellung. Ist der Auswurf gelb-grün, könnte es sich um eine eitrige, durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit handeln. Ist der Schleim eher weiß, liegt meist eine Infektion durch Viren vor. Ist der Auswurf beim Husten weiß/schaumig, stellt diese einen möglichen Hinweis auf eine Lungenstauung oder ein Ödem dar. Bei einer gräulichen Farbe liegt ein bakterieller Infekt in Abheilung vor, der meist auf eine durchlebte Lungenentzündung hinweist. Ist das Sputum bräunlich, geht dies in vielen Fällen auf altes Blut zurück.

Hält der Husten über einen längeren Zeitraum an und ist er sehr stark ausgeprägt, kann die Schleimhaut der Bronchien geschädigt werden. In solchen Fällen kommt es manchmal vor, dass im abgehusteten Sekret auch Blutfäden enthalten sind. Eine ärztliche Abklärung ist in allen genannten Fällen erforderlich, den abgehusteten Schleim spucken Sie am besten direkt in die Toilette, und schlucken ihn nicht herunter.

Immunsystem gegen Husten stärken

Leiden Sie des öfteren an Husten oder Erkältungen, so können Sie das eigene Immunsystem sicherlich dagegen stärken. Essen Sie besonders in der kalten Jahreszeit verstärkt Lebensmittel die Vitamin C enthalten. Dazu gehören Zitrusfrüchte, aber auch Paprika, Spinat und Kohl enthalten jede Menge des wichtigen Vitamins. Auch von Omega-3-Fettsäuren ist bekannt, dass diese das Immunsystem ankurbeln können. Essen Sie also vermehrt Seefisch, oder nehmen Sie Fischöl als Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Nicht zuletzt ist Magnesium ein wichtiger Nährstoff zur Kräftigung der Immunabwehr. Bananen und Nüsse sind hier perfekte Lieferanten für dieses Spurenelement. (sb, sw, fp, dp; aktualisiert am 14.08.2018)