Ayurveda – Bedeutung und Anwendung

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Der Begriff Ayurveda entstammt dem Sanskrit (Alt-Indisch) und setzt sich aus den Worten „Veda“ für „Wissen“ und „Ayus“ für „Leben“ zusammen. Ayurveda bedeutet also so viel wie „Wissenschaft vom Leben“. Ein anderer, weniger gebräuchlicher Begriff für diese Heil- und Diagnosemethode lautet „Traditionelle Indische Medizin“ (TIM).


Die aus Indien stammende Lehre des Ayurveda ist mehrere tausend Jahre alt und damit eine der ältesten bekannten Lehren von Gesundheit, Krankheit und Heilung. Sie wird eingesetzt, um die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen.

Ayurveda
Ayurveda unterscheidet drei verschiedene Konstitutionstypen, sogenannte Doshas. (Bild: Pixelrohkost/fotolia.com)

Ayurveda ist ein ganzheitliches Konzept, das Körper, Geist und Seele einschließt. Die wichtigsten Säulen der ayurvedischen Behandlung sind Entgiftung und Reinigung des Körpers, physikalische Anwendungen wie zum Beispiel Massagen oder Bäder, Ernährungslehre, pflanzliche Präparate sowie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Atemübungen.

Ayurveda ist nicht nur eine Therapie-, sondern auch eine Diagnoseform. Das heißt, dass jeder Mensch mit seinen Eigenheiten und Beschwerden individuell betrachtet und nach verschiedenen Kriterien untersucht wird, bevor er einen genau auf seine Bedürfnisse abgestimmten Therapieplan erhält.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt Ayurveda als medizinische Wissenschaft an. In Sri Lanka, Indien und weiteren asiatischen Ländern ist Ayurveda der Schulmedizin rechtlich gleichgestellt und weit verbreitet. In Indien gibt es einen Studiengang für Ayurveda-Medizin, der mehr als fünf Jahre dauert. Hier in Deutschland hingegen gibt es bislang leider keine einheitliche Zertifizierung für Ayurveda-Therapeutinnen und -Therapeuten. Wenn Sie Interesse an einer ayurvedischen Therapie haben, sollten Sie daher genau prüfen, welche Ausbildung eine Therapeutin oder ein Therapeut absolviert hat.

Wie bei allen anderen Therapieformen gilt auch für Ayurveda, dass ein verantwortungsvoller Therapeut oder eine verantwortungsvolle Therapeutin keine Heilsversprechen geben darf. Auch sollten Sie bei vermuteten schwerwiegenderen Krankheiten zur Bestätigung der Diagnose oder zur Behandlung an Ihren Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin verwiesen werden.

Die fünf Elemente im Ayurveda

Die Ayurveden lehren, dass die Welt sich aus fünf Elementen oder „Wandlungsphasen“ zusammensetzt. Dies sind Erde (Prithvi), Wasser (Jalam), Feuer (Agni), Wind (Vayu) und Äther (Akasha), was auch als „Raum“ oder „Luft“ übersetzt werden könnte. Die Elemente sind in allem enthalten, was lebendig ist, so auch in jedem Menschen. Ihre Zusammensetzung variiert dabei aus Sicht des Ayurveda. Jedem Element werden bestimmte Eigenschaften und Wirkungen zugeschrieben. Außerdem wird jedem Element ein Sinnesorgan zugeordnet.

Das Element Äther oder Raum korrespondiert mit den Hohlräumen in unserem Körper, wie zum Beispiel Mundhöhle, Rachen, Bauchraum und Blutgefäße. Es steht für Leichtigkeit und Weichheit und ist den Organen Leber und Gallenblase zugeordnet.

Wind steht für Bewegung. Ohne Bewegung kein Leben. Das Element Wind gehört zu den Organen Lunge und Dickdarm.

Feuer ist der „Herd“ in uns, das Energiezentrum, die Stoffwechselfabrik, und wird mit Herz und Dünndarm assoziiert.

Wasser gibt es reichlich in jedem Körper, denn der erwachsene Mensch besteht zu mehr als 70 Prozent aus dieser Flüssigkeit. Das Element Wasser korrespondiert mit den Organen Niere und Blase.

Erde bezeichnet alle festen Strukturen in uns, wie Knochen, Nägel, Zähne, Muskeln, Knorpel und Sehnen. Das Element ist den Organen Milz und Magen zugeordnet.

Die drei Lebenskräfte im Ayurveda

Ayurveda teilt den Körper in drei Lebenskräfte oder Lebenssäfte ein, sogenannte Doshas. Diese enthalten wiederum die fünf oben beschriebenen Elemente. Unterschieden werden Vata, Pitta und Kapha. Aus ayurvedischer Sicht sind die drei Doshas dafür verantwortlich, die Körperfunktionen zu steuern, und zwar sowohl auf geistig-seelischer als auch auf körperlicher Ebene. Alle drei Doshas, je nachdem, in welcher Zusammensetzung sie bei dem jeweiligen Menschen vorkommen, beeinflussen die Lebenskraft, die Stimmung, das Verdauungsfeuer, den Stoffwechsel, kurz gesagt: das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist.

Jeder Dosha-Typus sollte beim Kochen unterschiedliche Gewürze verwenden. (Bild: barmalini/fotolia.com)

Vata, Pitta und Kapha sind als Kräfte im Körper zu sehen, die in einem ausgeglichenen Verhältnis vorhanden sind, solange der Mensch gesund ist. Vata und Kapha arbeiten gegensätzlich, Pitta bildet die vermittelnde Energie zwischen den beiden. Vata beinhaltet die Elemente Äther und Wind, Pitta enthält Feuer und Wasser und Kapha Wasser und Erde.

Vata steht für das Prinzip der Bewegung. Es ist die treibende Kraft, ohne die kein Leben möglich wäre. Es ist der Motor für Nervensystem, Muskeln, Herz und Kreislauf. Kapha steht für Struktur. Es sorgt für Stabilität, Substanz, Ausdauer und Geduld und hält die Flüssigkeiten im Körper im Gleichgewicht. Pitta repräsentiert das Stoffwechselprinzip. Es ist eng mit dem Element Feuer verbunden. Es ist für die Verdauungsprozesse und den Stoffwechsel verantwortlich, ebenso für den Wärmehaushalt, den Verstand und die Gefühle.

Ohne das Zusammenspiel mit den anderen Doshas würde Vata sich durch seine unaufhörliche Bewegung und Aktivität selbst zerstören. Kapha würde, sich selbst überlassen, in Lethargie verfallen und Pitta würde ohne Gegenspieler verbrennen. Dies bedeutet, dass sich alle drei Doshas gegenseitig brauchen. Ein übermäßiges Vata wird durch Kapha gebremst, ein zu starkes Kapha durch Vata angetrieben. Pitta ist der Vermittler zwischen den beiden Doshas.

Jeder Mensch trägt seine ganz individuelle Dosha-Kombination in sich. Diese kann sich im Laufe der Zeit jedoch ändern. So ist die Verteilung der Doshas bei einem Jugendlichen anders als bei einem Erwachsenen, und ändert sich auch hier meist mit zunehmendem Alter. Jedoch ist der Theorie des Ayurveda zufolge bei vielen Menschen eine Grundtendenz zu einem Typus von Geburt an vorhanden. Disharmonien zwischen den einzelnen Doshas, die bei den meisten Menschen vorkommen, sind verantwortlich für Stärken und Schwächen, aber auch für die Neigung zu bestimmten Erkrankungen. Nahezu kein Mensch ist ein reiner Vata-, Pitta- oder Kapha-Typ. Die drei Doshas vermischen sich untereinander und jedes ist bei dem einen mehr und bei dem anderen weniger vorhanden.

Es werden sieben bis zehn Dosha-Typen unterschieden, je nachdem, welche Doshas bei einem Menschen vorhanden und am stärksten ausgeprägt sind: Es gibt die sieben Typen Vata, Pitta, Kapha, Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Vata-Kapha, Vata-Pitta-Kapha. Weitergehend kann man in denjenigen Fällen, wo zwei Doshas vorhanden sind, noch danach unterscheiden, welches Dosha dominant ist, also zum Beispiel könnte man dann noch zwischen Pitta-Kapha oder Kapha-Pitta differenzieren, oder zwischen Vata-Kapha oder Kapha-Vata. Die drei Dosha-Elemente bestimmen und regeln alle biologischen, psychologischen und physiopathologischen Funktionen des Körpers. In einem gesunden Körper sind sie dabei stets ausgeglichen. Ayurveda möchte jedem Menschen wieder zu diesem harmonischen Zustand verhelfen oder zu dessen Aufrechterhaltung beitragen.

Laut der ayurvedischen Lehre sind die drei Doshas und die fünf Elemente quasi in allem enthalten, was wir sind und was uns umgibt. So wird jedes Dosha beispielsweise auch verschiedenen Lebensaltern, Jahreszeiten oder Tageszeiten zugeordnet. Zum Beispiel gelten Winter und Frühlingsanfang als von Kapha geprägte Jahreszeiten, Pitta repräsentiert den Sommer und Vata den Herbst. Die Zeit vor Sonnenaufgang ist die Zeit des Kapha, von 10 Uhr bis 14 Uhr regiert Pitta und von 14 Uhr bis Sonnenuntergang ist Vata aktiv. So ist ein Mensch, der vor allem Vata-Eigenschaften besitzt, in der Zeit von 14 Uhr bis zum Sonnenuntergang besonders vital und leistungfähig.

Der Herbst wird im Ayurveda dem Vata-Dosha zugeordnet. (Bild: ArtushFoto/fotolia.com)

Kapha-Typus

Menschen, bei denen eine Kapha-Konstitution überwiegt, sind eher kräftig gebaut, jedoch trotzdem sportlich und beweglich. Diese Personen neigen zu Übergewicht.

Kapha-Anhänger bewegen sich langsam, sind ruhig und im Allgemeinen fröhlicher Natur. Sie lieben es, gut zu essen. Kapha ist den Organen Lunge, Lymphsystem und dem Magen zugeordnet. So haben Kapha-Menschen ein höheres Risiko, Erkrankungen dieser Organe zu entwickeln. Dem kann man nach ayurvedischer Lehre vorbeugen, indem man ein Kapha-Übergewicht durch die anderen Doshas ausgleicht. Das ist beispielsweise mit Hilfe eines speziellen ayurvedischen Ernährungsplans möglich.

Pitta-Typus

Ein Mensch, bei dem das Pitta-Dosha dominiert, ist meist athletisch gebaut, muskulös und äußerst sportlich. Pitta steht für Intelligenz und Aktivität. Pitta-Menschen haben eine äußerst gute Verdauung, einen gesunden Appetit, sind in ihrem Handeln schnell, zielgerichtet und engagiert. Dies kann aber auch in Fanatismus münden. Sie neigen zu Erkrankungen der Leber und Galle, des Blutes, der Milz und des Dünndarms.

Vata-Typus

Der Vata-Typus ist normalerweise ständig in Bewegung. Er besitzt einen feingliedrigen Körperbau, ist dünn und schmalschultrig. Oft sind die Rippen zu sehen. Vata-Menschen sind häufig nervös. Essen und Trinken sind für sie Nebensache. Sie sind klug und auch intellektuell, denken jedoch nicht immer praktisch, sondern eher abstrakt. Sie neigen zu Krankheiten, die Knochen, Herz, Dickdarm und das Nervensystem betreffen.

Ziel und Ablauf einer ayurvedischen Behandlung

Ziel einer ayurvedischen Behandlung ist es, alle fünf Elemente und drei Doshas in einem Menschen in Einklang zu bringen. In der westlichen Welt würden wir vielleicht sagen: alle seine Anlagen und Energien so auszubalancieren, dass Körper, Geist und Seele eine harmonische Einheit bilden. Dafür wird der Ayurveda-Therapeut oder die Ayurveda-Therapeutin zunächst eine umfangreiche Untersuchung vornehmen. Anschließend erhält der Patient oder die Patientin auf der Grundlage der daraus abgeleiteten Diagnose einen individuellen Behandlungsplan, der sich aus Entgiftungsmaßnahmen, einem speziellen Ernährungsplan sowie ergänzenden Maßnahmen wie Yoga, Meditation und der Gabe von pflanzlicher Medizin zusammensetzt. So sollen die Elemente und Doshas in Harmonie gebracht werden, indem die Verdauung verbessert, die Entgiftung angeregt und die Grundkonstitution gestärkt wird.

Diagnosestellung im Ayurveda

Im Ayurveda wird die Konstitution eines Menschen ganzheitlich betrachtet. Dabei soll herausgefunden werden, wie stark und in welcher Kombination die verschiedenen Elemente und Doshas bei der Geburt eines Individuums ausgeprägt waren und wie der heutige Zustand ist. Zur Diagnosefindung werden beispielsweise das Aussehen der Zunge, der Haut, der Augen und der äußeren Erscheinung miteinbezogen, die Pulsfrequenz und die Stimme werdeb ausgewertet sowie die Beschaffenheit von Urin und Stuhl betrachtet.

Die Zungenuntersuchung ist eine von mehreren Diagnosemethoden im Ayurveda. (Bild: eyetronic/fotolia.com)

Anhand dieser Informationen kann der Patient oder die Patientin einem Dosha-Typ zugeordnet werden und erhält einen individuellen Therapieplan. Ziel ist es, die Elemente und Doshas wieder in Einklang und so auch Körper, Geist und Seele in Harmonie zu bringen. Dabei kann Ayurveda nicht nur zur Behandlung bestehender Krankheiten hilfreich sein, sondern auch vorbeugend zum Einsatz kommen.

Entgiftung im Ayurveda

Am Beginn einer ayurvedischen Behandlung steht normalerweise die Entgiftung des Körpers. Dabei soll zum Beispiel durch Ölmassagen der Stoffwechsel aktiviert werden, um Giftstoffe zu lösen. Je nachdem, welcher Dosha-Typ man ist, werden dafür verschiedene Öle (zum Beispiel Sesamöl für Vata-Typen, Sonnenblumen- oder Sandelholzöl für Pitta-Typen, Kalmus- oder Maisöl für Kapha-Typen) und Massagetechniken (sanft oder tiefgehend) verwendet. Beispielsweise werden vierhändige Ganzkörpermassagen, Fußmassagen oder Stirngüsse angewandt.

Anschließend soll durch Wärmeanwendungen wie Schwitzkuren oder Dampfbäder die Haut angeregt werden, Giftstoffe auszuscheiden.

Unterstützend wird normalerweise viel heißes Wasser getrunken und regelmäßig Ghee (geklärte Butter) gegessen, was ebenfalls beides entgiftend wirken soll.

Ernährung im Ayurveda

Die Ernährungslehre nimmt im Ayurveda einen wichtigen Raum ein. Jedem Dosha entsprechen bestimmte Nahrungsmittel, die gut tun oder andere, die dem Dosha eher schaden können. Wenn zum Beispiel bei einem Menschen ein Dosha im Übermaß vorhanden ist, so sollten die Nahrungsmittel dieses Doshas eher gemieden oder zumindest seltener genossen werden. Ziel der Ernährungstherapie ist es, wie im gesamten Ayurveda, alle Elemente und Doshas so in Einklang zu bringen, dass sich der Mensch körperlich, geistig und seelisch in Harmonie befindet.

Bei der ayurvedischen Ernährungslehre gelten einige Grundregeln zudem für alle Doshas. So sollte prinzipiell nur bei Hunger gegessen werden. Zwischenmahlzeiten sind zu vermeiden. Mittags sollte die Hauptmahlzeit eingenommen werden, weil der Stoffwechsel und die Verdauungsfunktion dann normalerweise am aktivsten sind. Ruhe des Gemüts ist beim Essen besonders wichtig; Hetze und zum Beispiel das Essen nebenbei oder im Gehen sollten vermieden werden. Die Nahrung sollte aus frischen und saisonalen Lebensmitteln bestehen. Jede Mahlzeit sollte die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend (herb) enthalten, wenn auch in unterschiedlichem Maße – je nach Dosha-Typus.

Um die Wirkung der unterschiedlichen Nahrungsmittel zu beschreiben, werden diese grundsätzlich in drei Klassen eingeteilt, wobei Nahrungsmittel wie Früchte, Getreide, Gemüse und Milchprodukte als süße, saftige und ölige Speisen der Nahrungsmittelklasse Sattva-Guna zugeordnet sind. Der Theorie des Ayurveda zufolge verlängern sie die Lebensdauer und steigern die Zufriedenheit.

Die typgerechte Ernährungslehre nimmt im Ayurveda einen wichtigen Platz ein. (Bild: byheaven/fotolia.com)

Die bitteren, sauren, salzigen, scharfen, heißen und trockenen Nahrungsmittel wie zum Beispiel Chili, Zwiebel und Knoblauch, werden als Rajo-Guna bezeichnet. Sie erhitzen laut Ayurveda-Philosophie den Körper und die Psyche durch Überstimulation und können, im Übermaß genossen, Aggressionen verursachen.

Der dritten Nahrungsmittelklasse Tamo-Guna werden überreife bis faule Nahrungsmittel zugeordnet, ebenso wie abgestandene und wieder aufgewärmte Nahrung. Der regelmäßige Konsum von Alkohol und anderen Drogen fällt ebenfalls in diese Kategorie.

Eine wesentliche Rolle bei der ayurvedischen Ernährung spielt das sogenannte „Verdauungsfeuer“, auch Agni genannt. Dies wird maßgeblich beeinflusst durch die Qualität der Ernährung. Störungen des Verdauungsfeuers können zu Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen oder Heißhunger führen.

Kapha-Ernährung

Kapha-Menschen sollten nach der Philosophie des Ayurveda zweimal täglich im Abstand von fünf bis sechs Stunden essen. Dieses Dosha ist das Einzige, bei dem ein Frühstück in Form von Saft oder Tee ausreichend ist. Ein üppiges Frühstück ist für Kapha-Menschen nicht geeignet. Gegessen werden sollte nur, wenn Hunger vorhanden ist. Ausgleichend auf das Kapha-Dosha wirken Eigenschaften wie leicht, bitter und heiß. Störend auf das Kapha-Dosha wirken Nahrungsmittel, die ölig, salzig, süß, sauer und schwer sind. Eine leicht verdauliche Kost ist für diesen Typus sehr wichtig. So sind Milchprodukte meistens zu schwer, Öle sollten sparsam verwendet werden. Wenn gesüßt wird, ist allen Süßungsmitteln der Honig vorzuziehen.

Pitta-Ernährung

Menschen des Pitta-Typs sollten ihrem ständigen Appetit nachgeben. Mittags ist die Zeit für eine ausgiebige Mahlzeit. Spätes Essen ist für Pitta-Menschen nicht zu empfehlen. Salzige, fette, zu stark gewürzte oder saure Speisen sind zu meiden. Eigenschaften wie süß, kühl, zusammenziehend, bitter und trocken gleichen das Pitta-Dosha aus, scharf, heiß, sauer, salzig und ölig kann zu Störungen führen. Pitta-Menschen vertragen Süßes viel besser als die beiden anderen Doshas, dennoch sollten auch sie es damit nicht übertreiben.

Vata-Ernährung

Da für Vata-Menschen die Ernährung meist nicht im Vordergrund steht, muss gerade dieser Typus auf hochwertige Nahrung und regelmäßiges Essen achten. Die Eigenschaften einer Vata-Ernährung sind warm, schwer, nährend, befeuchtend, beruhigend und erdend. Ein Vata-Mensch sollte warmes Essen bevorzugen. Wenn dies nicht möglich ist, schafft zumindest eine Tasse heißer Tee zum Essen etwas Abhilfe. Mahlzeiten sollten nur ausnahmsweise einmal ausfallen gelassen werden. Ausgleichend auf Vata wirken süße, schwere, saure, salzige, ölige und vor allem warme Nahrungsmittel. Eigenschaften wie scharf, bitter, zusammenziehend, leicht, trocken und kalt sind für den Vata-Typus nicht empfehlenswert.

Bei welchen Beschwerden wird Ayurveda eingesetzt?

Da Ayurveda nicht nur das Ziel hat, bereits bestehende Krankheiten zu heilen, sondern auch vorbeugend zum Einsatz kommen kann, ist eine ayurvedische Behandlung oder Lebensweise grundsätzlich für jeden Menschen eine gute Möglichkeit zur Steigerung des Wohlbefindens. Ayurveda kann zum Beispiel bei leichten psychischen Verstimmungen, Energiemangel und Schlafstörungen zu Verbesserungen führen, aber auch bei chronischen und degenerativen körperlichen Erkrankungen helfen. Dazu zählen etwa Hautkrankheiten, Verstopfung, Allergien, Migräne, Asthma bronchiale, Gicht, rheumatische Beschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch bei einer Depression oder chronischen Schmerzen soll eine ayurvedische Behandlung positive Wirkung zeigen.

Der Stirnguss mit Öl ist eine Anwendung des Ayurveda, die entspannend und ausgleichend wirken soll. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Hinweis: Wenn Sie sich bereits in ärztlicher Behandlung befinden, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob eine ayurvedische Therapie in Ihrem Fall sinnvoll ist. Unklare Beschwerden sollten Sie vor Beginn einer ayurvedischen Kur sicherheitshalber ebenfalls von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin abklären lassen. (sw, kh)

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Bierbach, Elvira (Hrsg.): Naturheilpraxis heute. Lehrbuch und Atlas. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 4. Auflage 2009.
  • Artikel im Deutschen Ärzteblatt zum Thema Ayurveda
  • Erste Gast-Professur für Ayurveda in Deutschland
  • Indische Heilkunst Ayurveda