Bauchspeicheldrüsenkrebs: Früherkennung entwickelt

Astrid Goldmayer

Neues Diagnoseverfahren zur Krebsfrüherkennung soll unnötige Operationen verhindern

21.03.2014

Schwedische Forscher haben eine neue Methode zur Früherkennung von Bauspeicheldrüsenkrebs entwickelt. Demnach führt eine Unterschallschalluntersuchung von Zysten in dem Organ zusammen mit einer Flüssigkeitsuntersuchung zu einer 97-prozentigen Sicherheit, ob sich diese zu bösartigen Tumoren entwickeln. Bisher wird Bauchspeicheldrüsenkrebs meist in einem sehr späten Stadium entdeckt, da lange Zeit keine spezifischen Symptome auftreten. Das sogenannte Pankreaskarzinom hat die niedrigsten Überlebensraten unter allen Krebsarten.

Verbessertes Verfahren zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht Heilungschancen
Bauchspeicheldrüsenkrebs wird meist erst sehr spät diagnostiziert, wenn bereits andere Organe befallen sind. Dadurch sinken die Heilungschancen der Betroffenen deutlich. So sterben 19 von 20 Patienten mit malignen Tumoren der Bauchspeicheldrüse an der Krankheit. Jedes Jahr werden in Deutschland rund 15.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Folglich ist der Bedarf an einer besseren Früherkennungsmethode groß.

Die schwedische Medizinerin Karolina Jabbar vom Sahlgrenska-Krankenhaus in Göteborg und ihr Team entwickelten im Rahmen einer Studie eine neues Diagnoseverfahren, das eine 97-prozentige Sicherheit in der Erkennung von Pankreaskarzinomen erreicht. Das berichten die Forscher im renommierten Fachmagazin „Journal of the National Cancer Institute“. Demnach könnten maligne Tumoren mit der neuen Methode bereits früh erkannt, behandelt und möglicherweise sogar gestoppt werden.

Früherkennung mit Ultraschall und Flüssigkeitsuntersuchung erreicht 97-prozentige Diagnosesicherheit
Anderes als bei einer herkömmlichen Endoskopie wird die Bauchspeicheldrüse durch Ultraschall besser abgebildet, so dass gezielter Flüssigkeitsproben entnommen werden können. Zwar könnten Zysten, die sich zu bösartigen Tumoren entwickeln könnten, auch mit einer „Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) entdeckt werden“, aber „das Problem ist, dass die Bildgebung allein keine Aussage darüber zulässt, welche Zysten das Risiko tragen, sich zu Krebs zu entwickeln“, teilt die Universität Göteborg mit. „Deshalb ist es oft notwendig, die Zysten zu punktieren und nach Tumormarkern in der Flüssigkeit zu suchen, aber auch diese Untersuchungen sind nicht verlässlich.“

Mit der neuen Methode wird das Vorhandensein sogenannter Mucine in der Zystenflüssigkeit untersucht. Dabei handelt es sich um einen strukturgebenden Bestandteil von Schleim, dessen verstärkte Produktion mit dem Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs – und andere Krebsarten – in Verbindung gebracht wird. Mit dem neuen Verfahren „waren die Forscher in der Lage, bei 77 von 79 Zysten die richtige Diagnose zu stellen“, schreibt die Universität. „Das ist ein außerordentlich gutes Ergebnis für eine diagnostischen Test.“

Durch die neue schonendere Methode könnten den Forschern zufolge unnötige Operationen verhindert werden. Zudem soll das Verfahren dabei helfen, Patienten mit dringendem Operationsbedarf von solchen zu unterscheiden, deren Zysten auch später behandelt werden können. Bereits in fünf Jahren könnte das Verfahren in der Praxis zum Einsatz kommen. (ag)

Bild: Andreas Dengs, www.photofreaks.ws / pixelio.de