Bei Diabetes: Immer vorsichtig mit den Füßen!

Mit verschiedenen Tests lässt sich die Schmerzwahrnehmung in den Füßen überprüfen. Bei Diabetikern ist sie oft deutlich reduziert. (Bild: Visionär/fotolia.com)
Fabian Peters
Diabetiker müssen ihre Füße vor Verletzungen schützen
Diabetes-Erkrankungen bringen im fortgeschrittenen Stadium Beeinträchtigungen der Wundheilung mit sich, die selbst bei kleineren Verletzungen erhebliche Komplikationen bedingen können. Insbesondere an den Füßen fallen solche Verletzungen oftmals erst verspätet auf, auch weil die Schmerzwahrnehmung durch die Nervenschädigung im Laufe der Krankheit nachlässt. Diabetiker sollten daher besonders auf ihre Füße achten.

Infolge von Durchblutungsstörungen und Nervenschäden (Diabetische Neuropathie) nehmen Diabetiker Schmerzen in den Füßen oftmals nicht wahr. Kleine Verletzungen bleiben unbemerkt, können sich aufgrund der schlechten Wundheilung leicht entzünden und gegebenenfalls Infektionen nach sich ziehen, die eine Bildung von Geschwüren bedingen und schlimmstenfalls die Amputation des Fußes erforderlich machen. Menschen mit Diabetes sind daher aufgefordert, in besonderem Maße auf ihre Füße zu achten. Auch bei kleineren Verletzungen und Blessuren sollten Diabetiker zeitnah einen Arzt aufsuchen, rät der Diabetologe Professor Hellmut Mehnert in der Online-Ausgabe der „Ärzte Zeitung“.

Mit verschiedenen Tests lässt sich die Schmerzwahrnehmung in den Füßen überprüfen. Bei Diabetikern ist sie oft deutlich reduziert. (Bild: Visionär/fotolia.com)
Mit verschiedenen Tests lässt sich die Schmerzwahrnehmung in den Füßen überprüfen. Bei Diabetikern ist sie oft deutlich reduziert. (Bild: Visionär/fotolia.com)

Verletzungen an den Füßen vermeiden
Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich laut Aussage des Experten das Verletzungsrisiko an den Füßen minimieren. So sollten Menschen mit Diabetes zum Beispiel keine engen Schuhe tragen, und beim Kauf neuer Schuhe darauf achten, dass diese weit genug sind. Mehnert rät, die Schuhe nachmittags anzuprobieren, weil dann die Füße im Vergleich zum Vormittag oftmals schon geschwollen sind. Auch könne unter Umständen die Verwendung von Einlegesohle sinnvoll sein. Raue Strümpfe sind für die Betroffenen hingegen ungeeignet, da sich das Risiko von Blasen oder Abschürfungen erhöht. Grundsätzlich empfiehlt der Experte Diabetikern, ihre Füße täglich zu inspizieren und auf Verletzungen oder Blasen zu untersuchen. Mit einem Spiegel kann dabei auch ein Blick unter die Fußsohlen geworfen werden.

Sanfte Pflege für die Füße
Bei Diabetes ist zudem verstärkt auf die Fußpflege zu achten, wobei die Füße am besten täglich mit lauwarmem Wasser gewaschen werden, berichtet der Experte. Harte Bürsten und starkes Schrubben seien zu vermeiden. Da auch beim Schneiden der Fußnägel Verletzungen drohen, rät Prof. Mehnert möglichst viel zu Feilen und nicht zu schneiden. Die professionelle Fußpflege bei einer Fachkraft biete hier die ideale Lösung. Nicht zuletzt empfiehlt der Diabetologe Betroffenen, ihr Gewicht zu kontrollieren. Viele Diabetiker seien übergewichtig. Durch das tägliche Wiegen am Morgen mit entsprechender Dokumentation der Ergebnisse lasse sich die Entwicklung im Blick behalten. (fp)

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