Bei Hustenanfall Kind auf den Arm nehmen

Astrid Goldmayer

Bei Hustenanfall Kind auf den Arm nehmen und beruhigen

14.02.2012

Viele Eltern haben es schon einmal erlebt – nachts beginnt das Kind stark zu husten und nach Luft zu ringen. In so einem Fall sollten Eltern Ruhe bewahren. Die Stiftung Kindergesundheit rät dazu, dass Kind auf en Arm zu nehmen oder es aufrecht hinzusetzen, damit es leichter atmen kann. Ein geöffnetes Fenster kann ebenfalls hilfreich sein.

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Bei Pseudokrupp nicht in Panik verfallen
Trotz der dramatischen wirkenden Situation – Kind mit Atemnot – sollten Eltern unbedingt Ruhe bewahren. Sie können das verängstigte Kind auf den Arm nehmen und beruhigen. Wichtig ist sicherzustellen, dass das Kind aufrecht sitz oder gehalten wird, um ihm das Atmen zu erleichtern.

Häufig handelt es sich bei den nächtlichen Hustenanfällen mit Atemnot um Pseudokrupp, teilt die Stiftung für Kindergesundheit mit. „Tagsüber war das Kind noch ganz vergnügt und schlief auch abends noch ganz ruhig ein. Doch plötzlich klingt aus dem Kinderzimmer ein noch nie gehörtes, beängstigendes Geräusch", erklärt Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit, die Symptome. Er rät dazu ein Fenster zu öffnen, damit das Kind die frische kühle, feuchte Luft einatmen kann. Man könne auch Wasser in die Badewanne einlassen, um das Kind so feuchte Raumluft einatmen zu lassen. Eine offene Kühlschranktür könne ebenfalls Linderung verschaffen, wenn das Kind die kalte Luft aufnimmt. Danach sollte das Kind ein kaltes Getränk zu sich nehmen.

Was ist Pseudokrupp?
Unter „echtem“ Krupp wurde früher die Kehlkopfdiphtherie verstanden, die inzwischen durch Impfungen in Westeuropa fast ausgerottet ist. Bei Pseudokrupp treten die gleichen Symptome wie beim „echten“ Krupp auf jedoch ohne eine Diphtherieinfektion. Die Luftwege sind eingeengt, so dass neben den starken Hustenanfällen auch Atemnot auftritt, berichtet die Stiftung. Häufig gehe dem eine leichte Erkältung mit Schnupfen voraus.

Zigarettenrauch und Luftverschmutzung verstärken die Gefahr für Pseudokrupp. In der Regel sind Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren betroffen. Das größte Risiko besteht für Zweijährige. Normalerweise verläuft ein Anfall gutartig und am nächsten Morgen ist wieder alles in Ordnung. Es gibt aber auch lebensbedrohliche Verlaufsformen. "Wenn sich der Lufthunger bedrohlich verschlimmert und Lippen, Hände oder Nasenspitze blau werden, muss das Kind sofort in die nächste Klinik. Es wäre falsch und gefährlich, in solchen Fällen auf den Arzt oder einen ärztlichen Notdienst zu warten. Jede Minute kann kostbar sein", berichtet Koletzko.

Tritt Pseudokrupp zum ersten mal auf, wird das Kind zur Sicherheit in eine Klinik überwiesen, wo es bis zum nächsten Morgen beobachtet wird. In seltenen Fällen leidet ein Kind nicht unter Pseudokrupp, sondern unter einer Kehlkopfentzündung, die lebensbedrohlich sein kann. Das Kind bekommt Fieber und hat starke Schluckbeschwerden aufgrund der Schmerzen. Die Stimme klingt hell und leise, aber nicht heiser. Der Allgemeinzustand des Kindes verschlimmert sich rapide. Die Stiftung rät Eltern in diesem Fall unbedingt einen Notarzt zu rufen. Kinder, die an Pseudokrupp leiden, haben nur leicht erhöhte Temperatur und keine Schluckbeschwerden. (ag)

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Bild: Sabrina Gonstalla / pixelio.de