Beschwerden bei den Privaten Krankenversicherungen

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Gutachten: Mehr Beschwerden bei den Privaten Krankenversicherungen

Nach Medienberichten sind seit Jahresbeginn 2010 bei vielen Privaten Krankenversicherungen (PKV) die Beiträge zum Teil um 20 bis 30 Prozent gestiegen.

Gründe seien, so ist zu lesen, gestiegene Medikamentenpreise und laut der Zeitung „Der Tagesspiegel“, halten sich „immer mehr Ärzte und Labore“(…) „an den Privatpatienten für entgangene Kasseneinnahmen schadlos“. Weiter heisst es, dass die PKV nur sehr geringe Möglichkeiten hätten, um über Preise, Leistungsmengen und Qualität zu verhandeln. So fordern die Privatversicherer nun, dass es mehr Möglichkeiten der Einflussnahme für sie geben müsse.

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Nach Medienberichten liegt der Bundesregierung ein Gutachten des Berliner Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) und dem Ex- Wirtschaftsweisen und Ökonom Bert Rürup vor, wonach die Ausgaben für Leistungen von Privatversicherten zwischen 1997 und 2008 um 49 Prozent gestiegen sind. Bei den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen seien es nur 31 Prozent gewesen. Und laut der deutschen Verbraucherschutzorganisation Stiftung Warentest sollen die Prämien für Mitglieder der PKV jährlich um sechs Prozent gestiegen sein, während es bei Mitgliedern der PKV nur 3 Prozent waren.

Einige private Versicherer sollen, den Angaben nach, zum Anreiz für Neukunden ausgesprochen billige Tarife anbeten, die dann aber später zu recht hohen Prämienzuwächsen führen würden. Laut dem Ombudsmann der PKV, Helmut Müller, ist es aber gesetzlich festgelegt, dass die Beiträge erhöht werden müssen, wenn die realen Kosten gegenüber den kalkulierten mehr als 10 Prozent betragen würden.

Denn laut eines Berichtes der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag, würde sich der Unmut der Mitglieder über gestiegene Beiträge und vorenthaltener Leistungen nun in gehäuften Beschwerden ausdrücken und sichtbar werden. Die Beschwerden seien schon 2009 um zehn Prozent gestiegen und seien seit 2004 um die Hälfte mehr geworden. Insgesamt handelte es sich 2009 um etwas über 5000 Beschwerden, wovon ein großer Teil wegen der besagten Erhöhungen getätigt worden sei.

Nach Angaben des „Tagesspiegels“ müssten die alten und chronisch kranken Privatversicherten den Preis für die Entwicklungen zahlen. Sie könnten nicht mehr zur GKV zurück und auch nicht mehr preisgünstig zu einer anderen PKV.
Laut anderen Medienberichten hat eine Sprecherin des IGES mitgeteilt, dass ein zum Gutachten geplanter Arbeitskreis von Experten vom Wirtschaftsministerium gestoppt worden sei.

Medien werfen dem Ministerium von Rainer Brüderle (FDP) vor, das Gutachten der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Die Bundesregierung, speziell die FDP, befürworte ausserordentlich das Prinzip der kapitalgedeckten Vorsorge, wie es von Privaten Krankenversicherern betrieben werde. Da komme die Studie mehr als ungelegen.

Es sind komplexe Zusammenhänge, die in die Kritik miteinbezogen werden müssen, denn wie immer ist eine Sündenbocksuche kein lösungsorientierter Ansatz. Wenn die Aussagen der Medienberichte richtig sind und sich wirklich Labore und Mediziner durch die Gesundheitreform entstandene Einbußen, von Privatversicherten zurückholen, dann muss politisch ein Umdenken und Handeln stattfinden, dass über oberflächenkosmetische Maßnahmen hinausgeht.

Aus Sicht der Naturheilkunde sind die Privaten Krankenversicherungen in der Bezahlung von naturheilkundlichen Therapien in Deutschland ein wichtiger Faktor. Sie sorgen mit den Kostenübernahmen teilweise für ein Umdenken und eine Erweiterung des Blickwinkels über die etablierten medizinischen Verfahren hinaus. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 17.02.2010)