Bessere Tipps gegen Schweißfüße im Sommer

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Fabian Peters
Hygiene, Belüftung, angemessene Socken und die richtigen Schuhe helfen Schweißfüße zu vermeiden
Die Füße fangen bei den derzeitigen Temperaturen leicht an zu schwitzen. Um Schweißfüße zu vermeiden, verzichtet mancher gänzlich auf Socken und schlüpft direkt Barfuß in die Schuhe. Doch dies kann gegebenenfalls die Problematik noch verstärken. Welche Maßnahmen helfen, erläutert Dr. Eike Eymers, Ärztin beim AOK-Bundesverband.

In den Sommermonaten sind gute Belüftung, Hygiene und das richtige Schuhwerk laut Aussage der Ärztin des AOK-Bundesverbandes besonders wichtig, um den unangenehmen Schweißgeruch zu vermeiden. Dies gelte nicht nur, für Personen, die ohnehin unter Schweißfüßen leiden. Wer im Sommer komplett Barfuß läuft, hat an dieser Stelle die geringsten Probleme. Auch offene Schuhe wie beispielsweise Sandalen bieten aufgrund der guten Belüftung erhebliche Vorteile. Bei geschlossenen Turnschuhen aus synthetischem Material zeigt sich hingegen oftmals eine verstärkte Geruchsbildung. Zudem kann eine Vernachlässigung der Hygiene den unangenehmen Schweißgeruch mit sich bringen.

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Im Sommer ist der Verzicht auf Socken und Schuhe eine Wohltat für die Füße. (Bild: klickerminth/fotolia.com)

Vernachlässigte Fußhygiene
Gerade an heißen Tagen ist es laut Aussage von Dr. Eymers „besonders wichtig, auf gute Hygiene und Pflege zu achten, damit die Füße fit und gesund durch den Sommer kommen.“ Obwohl die Füße täglich stark beansprucht werden, erhalten diese viel weniger Aufmerksamkeit als anderen Stellen des Körpers, so Eymers weiter. Mehrmals täglich würden die meisten Menschen sich die Hände waschen, die Zähne putzen und ihr Gesicht pflegen, während die Füße oft nur einmal am Tag nebenbei beim Duschen Wasser abbekommen. Die Ärztin des AOK-Bundesverbandes plädierte hier für eine deutlich verbesserte Fußhygiene. Täglich sollten die Füße gründlich – auch zwischen den Zehenräumen – mit einer Seife gewaschen werden, die die Haut nicht angreift. Anschließend sollten die Füße sehr gründlich abgetrocknet werden, auch zwischen den Zehen, berichtet Eymers. „Wer besonders empfänglich für Fußpilz ist, kann sich die Fußzwischenräume auch föhnen“, so die Aussage der Ärztin. Aus hygienischen Gründen rät sie beim Abtrocknen der Füße zudem ein Extra-Handtuch zu verwenden, das täglich gewechselt wird.

Ohne Socken nur in Lederschuhen
In Bezug auf die Socken und das Schuhwerk erläuterte die Ärztin, dass Socken oder Füßlinge keinesfalls zu eng sein dürfen und am besten täglich gewechselt werden. Nicht-atmungsaktives, synthetisches Material sei hier unangebracht. Stattdessen sollten die Socken aus Baumwolle, Wolle oder gegebenenfalls atmungsaktivem anderen Material sein, um die Belüftung zu gewährleisten und die Bildung des Schweißgeruchs zu vermeiden, berichtet Eymers. Weiter rät die Medizinerin die Schuhe möglichst täglich zu wechseln und sie vor dem nächsten Tragen mindestens einen Tag zu lüften – am besten draußen an der frischen Luft. Hierfür sollten die Sohlen herausgenommen werden, falls dies möglich ist. Auch die Schuhe dürfen nicht zu eng sein. Grundsätzlich seien Lederschuhe am besten geeignet, weil sie sich am besten den Bedürfnissen des Fußes anpassen, so Eymers weiter. „Wer unbedingt Schuhe und Socken aus synthetischen Materialien tragen möchte oder muss, wie beispielsweise Laufschuhe, der sollte umso penibler auf anschließende Hygiene rund um Schuhe und Füße achten“, betont die Ärztin des AOK-Bundesverbandes. Bei Sportschuhen sei meist auch eine Reinigung in der Maschine möglich. Barfuß in die Schuhe schlüpfen, ist laut Aussage der Ärztin nur in Lederschuhen oder mit waschbaren Einlegesohlen angebracht.

Eichenrinde-Fußbad als bewährtes Hausmittel gegen Schweißfüße
Neben der Fußhygiene sowie dem täglichen Wechseln der Socken und Schuhe können Fußdeos eingesetzt werden, um den Geruch zu reduzieren, wobei diese laut Eymers allerdings „keine Wunder wirken können.“ Auch Fußpuder, das den Schweiß aufsaugt und gleichzeitig einen angenehmeren Geruch verbreitet, werde von manchen Betroffenen als hilfreich empfunden. Ein vielfach bewährtes Hausmittel zur Selbstbehandlung bei Schweißfüßen bilden zudem Fußbäder mit Eichenrinde. Hierfür werden zwei bis drei Hände voll Eichenrinde auf drei Liter Wasser geben und 20 bis 30 Minuten gekocht. Anschließend wird der Sud herausgefiltert und das Bad muss eine Weile abkühlen, bevor die Füße für etwa 15 Minuten darin gebadet werden können. Fertige Zusätze für das Fußbad mit Eichenrinde können auch in der Apotheke erworben werden.

Homöopathie und Schüssler Salze
Die Naturheilkunde setzt bei der Behandlung von Schweißfüßen zudem auf die Homöopathie, wobei unter anderem die Mittel Silicea, Calcium Carbonicum und Acidum Butyricum zum Einsatz kommen. Des Weiteren wird der Schüssler-Salz-Therapie und der Bachblütentherapie bei der Behandlung von Schweißfüßen eine vielversprechende Wirkung zugeschrieben. Letztendlich ist der Schweißgeruch unter medizinischen Gesichtspunkten jedoch kein Problem, da dieser nicht mit unmittelbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergeht. Allerdings erhöht sich das Risiko von Pilzinfektionen und anderen Hautkrankheiten. Zudem können die Reaktionen des Umfeldes auf den unangenehmen Schweißgeruch für die Betroffenen erhebliche psychische Belastungen mit sich bringen und gegebenenfalls eine zunehmende soziale Isolation bedingen. Hier ist eine Behandlung der Schweißfüße durchaus angeraten. (fp)