Bestimmter Farbstoff: Lachs-Brotaufstrich löst ADHS oder Krebs aus?

Fabian Peters
Facebook-Nutzer diskutieren über Farbstoffe in Aufstrich von Feinkost Popp
Auf Facebook wird derzeit hitzig über den Brotaufstrich „Alaska-Seelachs“ der Firma Feinkost Popp diskutiert. Der Grund: Darin enthaltende Farbstoffe könnte möglicherweise krebserregend sein und bei Kindern die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) begünstigen. Den Stein ins Rollen hatte ein aufmerksamer Verbraucher gebracht, indem er einen entsprechenden Hinweis auf der Verpackung entdeckte und seinen Fund in dem sozialen Netzwerk postete.

Verbraucher entdeckt Hinweis auf Verpackung
„Kann ein Brotaufstrich ADHS verursachen?“ Diese Frage sorgt derzeit für große Aufregung und kontroverse Diskussionen in sozialen Netzwerken. Denn möglicherweise könnte der Brotaufstrich „Alaska-Seelachs“ von Feinkost Popp Stoffe beinhalten, die bei Kindern zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen könnten. Das Produkt war in die Kritik geraten, nachdem ein Verbraucher einen entsprechenden Hinweis auf der Verpackung entdeckt und dies bei Facebook veröffentlicht hatte.

Erhöht Brotaufstrich mit Lachs das ADHS-Risiko? (Bild: karepa/fotolia.com)
Erhöht Brotaufstrich mit Lachs das ADHS-Risiko? (Bild: karepa/fotolia.com)

Wie der „Stern“ berichtet, hatte Caspar Clemens Mierau auf dem Etikett im Zusammenhang mit dem verwendeten Farbstoffen Cochenillerot A den Verweis „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ gelesen und sich damit direkt an die Firma Popp gewandt. Denn der Stoff gilt als krebserregend und steht unter dem Verdacht, die Entstehung von ADHS zu begünstigen. In den USA sei der Einsatz in Lebensmitteln daher beispielsweise verboten, so Mierau in seinem Beitrag.

Studie weist mögliche Zusammenhänge nach
Neben dem wird laut Zutatenliste auch Gelborange S für den Brotaufstrich verwendet, ein weiterer Farbstoff, der als fragwürdig gilt. Denn wie der „Stern“ berichtet, hatte schon 2007 eine Studie der britischen Universität Southampton ergeben, dass ein Zusammenhang zwischen Hyperaktivität, Aggressivität und Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern und dem Konsum von Farbstoffen in Lebensmitteln wie Cochenillerot A und Gelborange S bestehen könnte.

Kinder nach Konsum von Farbstoff-Getränken unruhiger als zuvor
Forscher um die Psychologin Donna C. McCann hatten damals das Verhalten von Dreijährigen sowie Acht- und Neunjährigen ausgewertet, nachdem diese über mehrere Wochen regelmäßig Fruchtsäfte zu trinken bekommen hatten. Ein Teil erhielt dabei Getränke mit Zusatzstoffen, der andere ohne. Es zeigte sich, dass die Kinder, die Säfte mit Farbstoffen und Konservierungsmitteln konsumiert hatten, zappeliger waren als vor der Studie.

Dennoch warnte die Studienleiterin vor voreiligen Schlüssen. „Es muss betont werden, dass die Beseitigung dieser Farbstoffe aus der Nahrung sicherlich nicht alleine die Hyperaktivität beseitigen wird […]. Künstliche Farben sind nur einer von vielen sozialen und biologischen Einflüssen auf Hyperaktivität. Dennoch ist es die Meinung des Southampton-Teams, dass das Entfernen der Farben aus der Nahrung die Gesundheit der Kinder verbessern würde“, so der beteiligte Professor Jim Stevenson in einer Mitteilung der Universität.

Hinweis muss seit 2010 auf Verpackungen deklariert sein
Auch laut der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde „Efsa“ gäbe es bislang keine ausreichenden Beweise für einen solchen Zusammenhang. Dennoch müssen Lebensmittel mit bestimmten Farbstoffen seit Juli 2010 mit der Angabe „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet sein. Entsprechend der ungeklärten Situation, reagierte auch das Unternehmen Popp Mierau gelassen auf die Anfrage des Users Mierau. Demnach bestünden zwar „gewisse Unsicherheiten“, doch es gäbe keine wissenschaftlichen Belege für ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. (nr)