Bittere Vorlieben: Geschmack ein Hinweis auf Psychopathen

Bittere Geschmacksvorlieben können ein Hinweis auf dunkle Seiten der Seele sein. Bild: Sergey Nivens - Fotolia
Fabian Peters
Vorliebe für schwarzen Kaffee und dunkle Schokolade bei Psychopathen
Die Vorliebe für bitteren Geschmack, wie beispielsweise von schwarzem Kaffee, dunkler Schokolade oder Gin Tonic geht mit vermehrten antisozialen Charaktereigenschaften einher, so das Ergebnis zweier Studien von Wissenschaftlern der Universität Innsbruck. „Die Ergebnisse der beiden Studien bestätigen die Hypothese, dass bittere Geschmackspräferenzen positiv mit böswilligen Persönlichkeitsmerkmale korrelieren, mit einem auffälligen Bezug zu alltäglichem Sadismus und Psychopathie“, berichtet das Forscherteam um die Psychologin Christina Sagioglou in dem Fachmagazin „Appetite“.

Wer seinen Kaffee am liebsten schwarz trinkt oder eine Vorliebe für bittere Schokolade hat, zeigt den aktuellen Studienergebnissen zufolge vermehrt dunkle Persönlichkeitsmerkmale, einschließlich Machiavellismus, Sadismus und Narzissmus. Bei Bevorzugung süßer, saurer und salziger Geschmacksrichtungen seien keine vergleichbaren Zusammenhänge mit den Charaktereigenschaften feststellbar, berichten die Wissenschaftler. Die Studien ermöglichen ihrer Ansicht nach „neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und den allgegenwärtigen Verhaltensweisen des Essens und Trinkens.“ Hier sei eine eindeutige Beziehung zwischen erhöhtem Genuss der bittere Nahrungsmittel und erhöhten sadistischen Neigungen nachweisbar gewesen.

Bittere Geschmacksvorlieben können ein Hinweis auf dunkle Seiten der Seele sein. Bild: Sergey Nivens - Fotolia
Bittere Geschmacksvorlieben können ein Hinweis auf dunkle Seiten der Seele sein. Bild: Sergey Nivens – Fotolia

Zusammenhang zwischen Geschmacksvorlieben und Persönlichkeitsmerkmalen
Im Rahmen der Studien untersuchten die Forscher an 953 Probanden im Durchschnittsalter von rund 35 Jahren die Zusammenhänge zwischen bestimmten Geschmacksvorlieben und Persönlichkeitszügen wie Machiavellismus, Psychopathie, Narzissmus, alltäglichem Sadismus und Aggression. Dabei stellten sie fest, dass eine Präferenz bitterer Speisen und Getränke die deutlichste Korrelation mit den Persönlichkeitsmerkmalen aufwies. Die individuellen Unterschiede bei den bitteren Geschmackspräferenzen seien assoziierte mit antisozialen Persönlichkeitsmerkmalen, berichten die Forscher.

Lieblingsessen ein Hinweis au den Charakter?
Eine generelle Vorliebe für bitteren Geschmack ist laut Aussage der Wissenschaftler ein verlässlicher Prädikator für antisoziale Charaktereigenschaften. So gaben Probanden, die bitteren Geschmack bevorzugen, vermehrt an, sie würden dazu neigen, andere zu manipulieren, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Auch beschrieben sich sich selbst häufig als „gefühllos oder unsensibel“. Insgesamt war den Forschern zufolge deutlich eine verstärkte Neigung zu Machiavellismus, Psychopathie, Narzissmus, Alltagssadismus und Aggression feststellbar. Wieso die Vorliebe für bitteren Geschmack derart deutlich mit den Charaktereigenschaften korreliert, ist laut Aussage der Forscher bislang unklar. Doch möglicherweise sage unser Lieblingsessen und -trinken viel mehr über unsere Persönlichkeit, als bislang angenommen. (fp)

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