Blutergüsse, Warzen oder doch Hautkrebs: Krebs am Fuß wird meistens verkannt

Sebastian
Häufige Fehldiagnosen: Verkannter Krebs am Fuß
In vielen Fällen wird „schwarzer“ Hautkrebs (Melanom) am Fuß zu spät erkannt. Dieser Krebs wird oft mit einer Wunde verwechselt oder auch mit einem diabetischen Fußsyndrom, einem Bluterguss beziehungsweise einer Warze. Durch eine verzögerte Diagnose verschlechtern sich auch die Heilungschancen für die Betroffenen.

Schwarzer Hautkrebs wird oft zu spät erkannt
Vor kurzem sorgte der Fall einer jungen Britin in den sozialen Netzwerken für großes Aufsehen. Über 100.000 Mal wurde ihr Aufruf geteilt, in dem sie unter anderem darauf hinwies, Verfärbungen an Nägeln ernstzunehmen und ärztlich untersuchen zu lassen, denn Hautkrebs kann wie Nagelpilz aussehen. Bei ihr wurde dieser Krebs daher nicht früh genug erkannt und ihr mussten Teile des Daumens amputiert werden. Auch am Fuß wird „schwarzer Hautkrebs“ (malignes Melanom) in vielen Fällen zu spät erkannt. Dieser Krebs wird oft mit einer Wunde verwechselt, manchmal mit einem diabetischen Fußsyndrom, einem Bluterguss oder einer Warze.

Hautkrebs wird oft nicht erkannt. Bild: Miriam Dörr - fotolia
Hautkrebs wird oft nicht erkannt. Bild: Miriam Dörr – fotolia

Daten von Betroffenen ausgewertet
Wie der „Informationsdienst Wissenschaft“ (idw) berichtete, hat Dr. Wiebke Sondermann aus der Klinik für Dermatologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) festgestellt, dass schwarzer Hautkrebs an den Füßen häufig zu spät erkannt wird. Dazu wertete die Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Joachim Dissemond die Daten von über hundert Betroffenen aus, die zwischen 2002 und 2013 in der Essener Klinik behandelt wurden.

Hautkrebs wird meist „für eine Wunde gehalten“Es handelte sich dabei um eine der weltweit größten Patientengruppen mit diesem Krankheitsbild. Ihre Untersuchung wurde vor wenigen Monaten als beste wissenschaftliche Arbeit mit dem Deutschen Wundpreis 2015 ausgezeichnet. Wiebke Sondermann erläuterte: „30 Prozent der Patienten erhielten zunächst eine Fehldiagnose. Meistens wurde der schwarze Hautkrebs an den Füßen für eine Wunde gehalten. Bei den anderen wurde u.a. ein diabetisches Fußsyndrom diagnostiziert oder auch Hämatome und Warzen. Eine verzögerte Diagnose mit späterem Therapiebeginn bedeutet aber meist auch eine schlechtere Prognose für den Patienten.“

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UV-Index soll in Wetterberichte
Hautkrebs zählt in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Bis zu 200.000 Menschen erkranken pro Jahr neu daran, wobei über 20.000 Diagnosen den gefährlichen „schwarzen“ Hautkrebs betreffen. Erst kürzlich forderte die Deutsche Krebshilfe im Kampf gegen Hautkrebs, der UV-Index soll in Wetterberichte einbezogen werden. Eine höhere UV-Strahlung vergrößert die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen und dieser wiederum erhöht das Hautkrebs-Risiko.(ad)