Bluthochdruck-Medikamente nicht plötzlich absetzen

Heilpraxisnet

Medikamente dürfen nicht plötzlich abgesetzt werden

18.08.2014

Wenn der Bluthochdruck dank der verordneten Medikamente erfolgreich bekämpft wurde, dürfen die Tabletten nicht plötzlich abgesetzt werden. Auch bei anderen Arzneien gilt, dass eine Beendigung der Behandlung planvoll geschehen soll.


Blutdrucksenker nicht abrupt absetzen
Wenn der hohe Blutdruck dank der verordneten Medikamente endlich vorbei ist, wäre es falsch, plötzlich mit der Tabletteneinnahme Schluss zu machen. „Blutdrucksenker dürfen nie abrupt abgesetzt werden“, erklärte Professor Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruck-Liga, gegenüber der „Apotheken Umschau“ (8/2014 B). Es müsse immer der Arzt entscheiden, ob die Dosis verringert werden kann.

Beendigung einer Behandlung muss planvoll geschehen
Auch bei etlichen anderen Medikamenten ist plötzliches Absetzen gefährlich. Dazu gehören etwa Magensäure-Hemmer, Kortison oder Antidepressiva. Wenn es soweit ist, dass eine Behandlung beendet werden kann, muss dies planvoll geschehen. Sogar abschwellende Nasentropfen müssten manchmal „ausgeschlichen“ werden, etwa dann, wenn sie entgegen der Anwendungsvorschrift zu lange genommen wurden. In dem Fall muss die Dosis langsam verringert werden.

Medikamente nicht eigenhändig absetzen
Auch der Chefarzt und Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Rotes Kreuz in Lübeck, Dr. Martin Willkom, hatte vor wenigen Tagen eine ähnliche Warnung ausgesprochen. Laut der Online-Ausgabe der „Lübecker Nachrichten“ (LN) erklärte er, dass Patienten nach kurzem Studium der „priscus“-Liste Medikamente nicht eigenhändig absetzen sollten: „Dies sollte unbedingt vermieden werden. Eine Änderung der Medikation sollte in jedem Fall nur durch den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin erfolgen.“

Liste mit bedenklichen Arzneimittelwirkstoffen
Auf der Liste des Forschungsverbundes „priscus“ sind laut der Techniker Krankenkasse (TK) 83 Arzneimittelwirkstoffe notiert, die für Senioren nicht unbedenklich seien. Unter den Medikamenten, die darunter fielen, sind unter anderem welche gegen Bluthochdruck, Depression oder Schmerzen. Genannte Nebenwirkungen umfassen Schwindel, Gangunsicherheit, Sturzgefahr, Nierenschäden mit Nierenschmerzen oder Magenbluten. (ad)

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de