Bluthochdruck (Hypertonie)
Bluthochdruck
Bluthochdruck (Hypertonie) – Entstehungsfaktoren und Diagnosemöglichkeiten
Seit mehr als 30 Jahren gilt Bluthochdruck als eines der häufigst festgestellten Leiden in den westlichen Industriestaaten und kann damit als Volkskrankheit betrachtet werden. Jede Altersgruppe und beide Geschlechter sind betroffen und es besteht ein hohes Risiko gefährlicher Folgekrankheiten. Da in den meisten Fällen lange Zeit keine Beschwerden auftreten, werden Maßnahmen oft erst spät ergriffen.
Blutdruck und Bluthochdruck
Das Herz pumpt das Blut, das sauerstoffangereichert aus den Lungen kommt, durch die Arterien, die sich zu den Extremitäten hin immer feiner verästeln und schließlich in das Venensystem übergehen, um, mit Umweg über die Leber, den „Rückweg“ anzutreten.
Die Kraft, die das Blut dabei auf die Gefäßwände von Arterien und Venen ausübt, wird als Blutdruck bezeichnet. Der obere, systolische Wert zeigt dabei den Druck an, mit der das Blut mittels Herzleistung durch eine größere Arterie (meist Oberarm) gepumpt wird, während der untere, diastolische Wert, den Druck in derselben Arterie in Ruhe anzeigt. Die Messeinheit mmHg entstammt den früheren Messgeräten, bei denen die Druckwerte an der Höhe der Quecksilbersäule abgelesen wurden. Als optimal gelten dabei Werte unter 120/80. Laut WHO soll ungefähr jeder fünfte Einwohner der modernen Industrieländer von Bluthochdruck betroffen sein, wobei die Häufigkeit mit zunehmenden Alter steigt.
Früher wurde deshalb nach der Faustregel „Lebensalter plus 100“ der individuelle Normwert für den systolischen Druck ermittelt. Diese Regel gilt jedoch seit langem als überholt, heute besteht -in internationaler Absprache- eine Hypertonie ab einem Wert von über 140/90 mmHg. Die schwerste Stufe einer Hypertonie ist danach bei Werten erreicht, 180/110 mmHg übersteigen.
Bluthochdruck bleibt oft unbemerkt
Ein hoher Blutdruck wird häufig erst spät bemerkt, weil er lange Zeit ohne Symptome oder mit nur mäßigen Beschwerden einhergeht. Bei schwerer Hypertonie können Nervosität und andere vegetative Symptome, frühmorgentlicher Kopfschmerz (v.a. im Hinterkopf), Atembeschwerden bei Belastung sowie starker Schwindel auftreten. Treten dazu akutes Nasenbluten, starkes Herzklopfen und anfallartige Kopfschmerzen auf , ist möglicherweise bereits eine Hochdruckkrise eingetreten, die einer sofortigen notfallmedizinische Versorgung bedarf. Die schlimmsten Komplikationen der Hypertonie sind Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Die Ursache ist in mehr als 90 Prozent der Fälle unbekannt
Bluthochdruck kann in manchen Fällen sekundär durch Nierenerkrankungen, durch hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) oder angeborene Gefäßverengung verursacht sein. Bei mehr als 90% der Betroffenen ist die Ursache jedoch nicht bekannt, sodass vom Arzt die Diagnose „essentielle“ oder „primäre“ Hypertonie gestellt wird.
So komplex unser röhrenartig verlaufendes Gefäßsystem zur Blutverteilung ist, so anfällig ist es auch für Außeneinflüsse. Akut steigt der Blutdruck durch körperliche Anstrengung, Ärger, Angst und fällt im Ruhezustand wieder ab. So ist es naheliegend, jedoch schlecht nachweisbar, dass auch Dauerstress, sei er physischer oder psychischer Natur, den Druck chronisch erhöht. Sind bereits beide Elternteile betroffen, erhöht sich das Risiko für einen Menschen stark, selber eine Hypertonie zu entwickeln. Daneben werden Adipositas (Fettsucht), Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen, Bewegungsmangel, eine salz- und fettreiche Ernährungsweise, Medikamente (z.B. die „Pille“) sowie Alkohol- und Nikotinmissbrauch als auslösende oder begünstigende Faktoren betrachtet. Naturheilkundlich werden auch Störfelder in Betracht gezogen, welche die natürlichen Regulationsmechanismen des Herz- Kreislaufsystems irritieren und beeinträchtigen.
Diagnosemöglichkeiten in der Naturheilpraxis
Ein erhöhter Wert bei einmaliger Messung sagt nur wenig aus. Um eine Hypertonie festzustellen, sollte über mindestens eine Woche dreimal täglich der Blutdruck gemessen und eine Tabelle darüber geführt werden. Die Messungen sollten immer zu den gleichen Zeiten erfolgen, damit vergleichbare Werte entstehen und die zirkadiane Rhythmik sichtbar wird. Im Tagesrhythmus kann es nämlich zu typischen Schwankungen des Blutdrucks kommen. Bei häuslicher Messung ist es außerdem ratsam, zum Vergleich bei einer Heilpraktikerin oder einem Arzt Messungen vornehmen zu lassen, da die Geräte in den Praxen regelmäßig geeicht werden und deswegen verlässlich messen.
Konventionell wird eine Ursache für den Bluthochdruck festgelegt, wenn in Labor, EKG oder mit bildgebenden Verfahren deutliche Abweichungen von der Norm festgestellt werden, z.B. in Bezug auf Blutfette, Cholesterin, Hormone, Gefäße, Nieren oder Herzleistung.
In der Naturheilpraxis werden, je nach Ausrichtung, Möglichkeiten zur Diagnose genutzt, die ursächliche Hinweise geben, bevor klinisch eine krankhafte Veränderung festgestellt werden kann. Bei der Anlitzdiagnose können gerötete Bindehäute, sichtbar geschlängelte Schläfenarterien und eine rote Gesichtsfarbe auf eine Hypertonie hinweisen, wobei letzteres Zeichen auch konstitutionell bedingt sein kann. Eine zugrunde liegende Herz- oder Nierenschwäche zeichnet sich manchmal frühzeitig durch Flüssigkeitsansammlung an den Augenlidern ab. Bei der Augendiagnose werden Herz- und Nierensektor auf Schwächezeichen mit dem Irismikroskop untersucht. Außerdem kann der sogenannte Arcus lipoides oder„Fettring“ Hinweis auf hohe Cholesterinwerte und Fettstoffwechselstörungen geben. Vor allem bei plötzlichem Auftreten hoher Blutdruckwerte oder bei jüngeren Menschen wird Ausschau nach Störfeldern gehalten, insbesondere in Form von wurzelbehandelten Zähnen, Mandeln, Nasennebenhöhlen und Narben, die durch Verletzungen oder Operationen entstanden sind. Die Lebensweise, insbesondere im Bereich des Ernährungsverhaltens wird ausführlich erfragt und analysiert, um für den Betroffenen eine geeignete Diät konzipieren zu können.
Im Gespräch werden außerdem mögliche Konflikt- und Stressfaktoren, z.B. am Arbeitsplatz, in Beziehungen oder in der persönlichen Geschichte des Betroffenen, ausgemacht, die die Symptomatik verstärken oder bedingen könnten. Aus den gesammelten Hinweisen und Daten kann darauffolgend ein individuell angepasster Behandlungsplan erstellt und umgesetzt werden. (Dipl.Päd Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 22.01.2010)