Depression (Depressives Syndrom)

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Die Depression wird nach der heutigen internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) als psychisches Syndrom mit den Hauptsymptomen der deutlich gedrückten und pessimistischen Stimmung, der Antriebsminderung und erhöhten Ermüdbarkeit sowie Selbsttötungsgedanken und –handlungen beschrieben, manchmal jedoch versteckt sich die Depression auch hinter rein körperlichen Beschwerden (lavierte oder maskierte Depression).

Die Ursachen sind nur zum Teil bekannt, man geht heute von einem Krankheitsgeschehen aus, das von vielen Faktoren abhängig ist. Die Depression ist eine der am häufigsten diagnostizierten psychischen Erkrankungen. Internationalen Studien zufolge sollen in Deutschland und anderen westlichen Industriestaaten ca. 10-15% der Bevölkerung im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen sein, Frauen sind dabei deutlich in der Überzahl.

Bei einer Depression kann es sein, dass es zu Unterfunktionen im Gehirn kommen kann. (Bild: Henrie/fotolia)
Bei einer Depression kann es sein, dass es zu Unterfunktionen im Gehirn kommen kann. (Bild: Henrie/fotolia)

Symptome Depression

Typische Beschwerden einer Depression im geistig-seelischem Bereich sind eine niedergedrückte Stimmungslage, die mit Antriebs-, Lust- und Freudlosigkeit an letztlich sämtlichen, auch gewohnten und vormals gerne unternommenen Aktivitäten, einhergeht. Die Betroffenen berichten zudem von Gefühl- und Interessenlosigkeit gegenüber –eigentlich- geliebten Personen. Manche Menschen sind von Konzentrationsstörungen und Grübelzwang befallen, während andere unbegründeten, z.T. wahnhaften Vorstellungen von Schuld, Versagen oder Verarmung ausgeliefert sind. Es kommt zu Schlafstörungen, zu Gedanken an Selbsttötung bis hin zum vollzogenen Suizid. Auf körperlicher Ebene zeigen sich Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Halsenge, Rücken- und Gliederschmerzen, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Zyklusstörungen bei Frauen sowie verminderte sexuelle Lust beider Geschlechter.

Entstehungsfaktoren der Depression

Lediglich bei depressiven Symptomen, die nach einer direkten Hirnschädigung (nach Schlaganfall, Unfall, Hirntumor) auftreten oder z.B. bei Hormonmangel bedingt durch eine Schilddrüsenunterfunktion, sind die Ursachen eindeutig zu benennen. Ansonsten geht man weitgehend von einem Entstehungsgeschehen aus, an dem viele Faktoren beteiligt sind.

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Als solche Entstehungsfaktoren gelten erbliche und neurobiochemische Faktoren, wobei ein Ungleichgewicht verschiedener Neurotransmitter im Gehirnstoffwechsel angenommen wird. Dabei spielt das sogenannte „Wohlfühlhormon“ Serotonin eine zentrale Rolle. Einen weiteren Faktor stellt andauernder Stress im Organismus dar, der anhand bestimmter Hormone gemessen werden kann und bei Depressiven erhöht ist. Von depressiver Verstimmtheit wird gesprochen, wenn die Symptome leicht und zeitlich begrenzt vorkommen. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt können durch die Hormonumstellung vorübergehend depressive Symptome begünstigt werden, die sich aber zurückbilden. Auch sind Depressionen manchmal auf gestörte Biorhythmen zurückzuführen, wie es die Stimmungswechsel im Tagesverlauf, der Wach- und Schlafrhythmus in Bezug auf Ein- und Durchschlafstörungen zeigt oder die saisonal abhängige Depression mit erhöhtem Vorkommen in den lichtarmen Jahreszeiten. Depressive Symptome kommen auch reaktiv, also als Reaktion auf krisenhafte Ereignisse wie Verlust, Krankheit oder als Folge andauernder psychischer Belastung (Erschöpfungsdepression) vor.

Konventionelle Therapie der Depression

Die konventionelle Therapie besteht aus der medikamentösen und der psychotherapeutischen Behandlung. In der Regel werden Depressionen mit Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), Neuroleptika oder sogar Beruhigungsmittel (Lorazepam, Diazepam) behandelt. Letztere können abhängig machen und sollten nur in schweren Fällen und vorübergehend eingesetzt werde. Darüber hinaus gelten die Verhaltenstherapie, die kognitive Gesprächstherapie und psychoanalytisch orientierte Verfahren als von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannte Psychotherapien als hilfreich. Daneben gibt es jedoch noch viele weitere nutzbringende Psychotherapieformen, die z.B. systemisch, lösungs- oder körperorientiert, hypnotherapeutisch oder auch energetisch ausgerichtet sind, wie die Klopfakupressur, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut.

Naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen

Bei leichten Formen der Depression und als zusätzliche Behandlung sind naturheilkundliche Verfahren erfahrungsgemäß gut wirksam, auch wenn wissenschaftliche Nachweise bisher bei den wenigsten vorliegen. Eine Ausnahme bildet die wohl bekannteste Pflanze gegen Depression, das Johanniskraut (Hypericum perforatum), das bereits als Gegenstand einiger Studien bestehen konnte und inzwischen teilweise der ärztlichen Verschreibungspflicht unterliegt. Seine stimmungsaufhellende Wirkung entfaltet sich in Tee- und Tablettenform, als Tropfen oder Injektionen und es bietet sich vor allem zur Therapie von saisonal abhängiger Depression an. Auch Zitronenmelisse, das indische Basilikum und die Rose werden in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Außerdem tut die Lichttherapie gute Wirkung, um den Mangel natürlichen Lichts auszugleichen. Aus dem Bereich der Entspannungsverfahren, die einer angemessenen Stressverarbeitung dienen, sind Meditation, Yoga, Tai Chi, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder das Erlernen bestimmter Atemtechniken zu nennen. Auch durch den Einsatz von Homöopathie, Bachblüten, Akupunktur und Kinesiologie konnte schon vielen Menschen geholfen werden.

In der traditionellen westlichen Medizin wurde der Zustand der übermäßigen Traurigkeit „Melancholie“ (übersetzt „schwarze Galle“) genannt, bezeichnet nach dem Körpersaft, der im galenischen Medizinmodell im Übermaß die Niedergedrücktheit bedingen sollte. Entsprechend wurden zentral die Leber und der Darm behandelt. Auch heute noch wird die Leber in der naturheilkundlichen Betrachtung und Behandlung von Depressionen berücksichtigt, v.a. aufgrund ihrer Entgiftungsfunktion und der zentralen Bedeutung für den gesamten Stoffwechsel. Unterstützend und vorbeugend sind unbedingt ausreichend Bewegung an der frischen Luft (Laufen, Radfahren, Spaziergänge, Schwimmen) zu empfehlen sowie frische, vitamin- und mineralstoffreiche Nahrung, um eine Übersäuerung des Körpergewebes zu vermeiden. (Heilpraktikerin, Jeanette Viñals Stein)

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Bildnachweis: sokaeiko  / pixelio.de