Cholera-Epidemie im Kongo – Bereits 38.000 Infektionen

Fabian Peters

Bereits 38.000 Infizierte – mit steigender Tendenz

Die Demokratische Republik Kongo wird zur Zeit von einer massiven Cholera-Epidemie geplagt, die in der Geschichte des Landes beispiellos ist. Inzwischen gibt es schon 38.000 registrierte Fälle in 21 der 26 Provinzen des Landes. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete bereits über 700 Opfer. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) ist in der Provinz Süd-Kivu im Einsatz und bietet dort kostenlose medizinische Hilfe an. Laut MSF wird es noch Wochen dauern, bis die Epidemie eingedämmt werden kann.

Auch in Städten, in denen bisher keine Cholera Fälle bekannt waren, kam es laut MSF zu Infektionen. Francisco Otero, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo, berichtet: „Einer der Hauptgründe, warum die Cholera-Fälle in diesem Jahr so stark angestiegen sind, ist die Dürre.“ Viele sichere Wasserquellen seien ausgetrocknet oder der Wasserstand sei so niedrig, dass die Menschen gezwungen sind, Wasser aus unsicheren Quellen wie Flüsse und Seen zu beziehen. „Die Behörden sind nicht in der Lage, der Bevölkerung sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen“, mahnt Otero auf der Webseite der Hilfsorganisation.

Die anhaltende Dürre im Kongo treibt die Menschen dazu, aus unsicheren Quellen zu trinken und so das Risiko einer Cholera-Infektion in Kauf zu nehmen. (Bild: Riccardo Niels Mayer/fotolia.com)

Wie kann sich die Cholera so stark ausbreiten?

Laut MSF sind besonders die dicht besiedelten Städte wie Goma, Minova und Bukavu betroffen. Da sich die bakterielle Infektionskrankheit vorwiegend durch verunreinigtes Trinkwasser oder infizierte Nahrung überträgt, verbreitet sich die Krankheit in Ballungsgebiete mit verunreinigtem Wasser besonders stark. Betroffene berichten auf der Webseite der MSF über die Bedeutung der Hygiene, um sich vor Cholera zu schützen. Wasser müsse abgekocht, Obst und Gemüse gründlich gewaschen werden. Auch die Hände und die Toilette müsse ständig sauber gehalten werden.

Kinder haben ein erhöhtes Ansteckungsrisiko

In vielen Fällen infizieren sich vermehrt Kleinkinder mit den Cholera-Bakterien, da beim Spielen oder in der Schule nicht ständig kontrolliert werden kann, was sie essen, trinken oder tun. Innocent Kunywana, der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Süd-Kivu, berichtet: „Wir glauben, dass der Schulbeginn zur Verbreitung der Cholera beigetragen hat”.

Cholera – im Kongo nichts Neues

Auch wenn Cholera in der Demokratischen Republik Kongo eine weit verbreitete Krankheit ist, die in manchen Gebieten als endemisch gilt, gibt es laut MSF nur ungenügende Präventionsmaßnahmen und zu geringe Informationen in der Bevölkerung. Trotz immer wieder auftretenden Ausbrüchen wissen manche Mitarbeiter des Gesundheitswesens nicht, wie man Patienten mit Cholera vernünftig behandelt, um eine Epidemie einzuschränken. „Wir haben Krankenhäuser gefunden, in denen Cholerapatienten mit Patienten anderer Erkrankungen gemeinsam untergebracht wurden”, sagt Kunywana. Die Infektionsgefahr für Angehörige und andere Patienten sei deshalb sehr hoch.

Wie kann man sich vor Cholera schützen?

Neben einer Schluckimpfung, die aber nur zu circa 85 Prozent vor der Krankheit schützt, empfiehlt das Auswärtige Amt einige Grundregeln zu beachten. So solle man nur Wasser sicheren Ursprungs trinken. Im Zweifelsfall müsse man das Wasser filtern, desinfizieren oder abkochen. Auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen muss Trinkwasser benutzt werden. Alle Nahrungsmittel sind zu kochen, schälen oder desinfizieren. Fliegen müssen von der Verpflegung ferngehalten werden. Hände sollten so oft wie möglich mit Seife gewaschen werden. Insbesondere nach dem Stuhlgang und vor der Essenszubereitung sei eine Händedesinfektion angebracht. (fp)