Deutsche: Große Furch vor Krebs und Demenz

Astrid Goldmayer

DAK-Umfrage: Krebs und Demenz sind die gefürchtetsten Krankheiten der Deutschen

29.11.2013

Krebs ist die Abstand gefürchtetste Erkrankung der Deutschen. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Demnach gaben 67 Prozent der Befragten an, die größte Angst vor einer Krebserkrankung zu haben. Vorsorgeuntersuchungen nehmen jedoch nicht alle wahr. Weitere besonders gefürchtete Erkrankungen sind der Umfrage zufolge Alzheimer und andere Formen der Demenz.

Angst vor Krebs ist rückläufig, Furcht vor Demenz nimmt zu
Das Forsa-Institut führte im Auftrag der DAK-Gesundheit im Zeitraum vom 31. Oktober bis 19. November 2013 eine bundesweite und repräsentative Befragung von 3.086 Männern und Frauen zum Thema „Angst vor Krankheiten“ durch. Obwohl Krebs unter den Befragten weiterhin Platz eins unter den meist gefürchteten Krankheiten belegt, ist die Angst im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig. Stattdessen holt eine andere Erkrankung auf. „Während die Sorge vor Krebs, Unfall oder Herzinfarkt zurückgeht, nimmt die Furcht vor der unheilbaren Erkrankung des Gehirns zu", erklärte Sprecher Rüdiger Scharf gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Seitdem das Thema Demenz nicht zuletzt aufgrund prominenter Beispiele wie Rudi Assauer immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, nimmt gleichzeitig die Angst vor dem krankhaften Vergessen zu.

Derzeit leiden etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer Demenz. Experten rechnen bis zum Jahr 2050 sogar mit einer Verdoppelung der Zahl der Betroffenen. „Diese Entwicklung macht vielen Menschen Angst“, wird Annett Saal, Expertin der DAK-Gesundheit, in einer Mitteilung der Krankenkasse zitiert. „Es ist die große Herausforderung von Politik und Gesellschaft, darauf zu reagieren und die Pflegebedingungen für Demenzkranke und ihren Angehörigen zu verbessern.“

Bei Senioren ist die Angst vor Demenz am größten
Der Umfrage zufolge ist die Angst vor einer Demenz in der Gruppe der 60-jährigen Umfrageteilnehmer mittlerweile größer als vor einem bösartigen Tumor, Schlaganfall oder anderen schweren Erkrankungen. „Bei den 30- bis 44-Jährigen ist dagegen die Angst vor Krebs mit 73 Prozent am größten. Es folgt die Furcht vor einem schweren Unfall oder einem Schlaganfall“ heißt es in der Mitteilung weiter.

Das Ergebnis der Umfrage fasst die DAK wie folgt zusammen: Unter allen Befragten steht an erster Stelle steht die Angst vor Krebs (67 Prozent), gefolgt von Alzheimer / Demenz (48 Prozent) und Schlaganfall (47 Prozent). Vor einem Unfall mit Verletzungen fürchten sich 45 Prozent, vor einem Herzinfarkt 39 Prozent, vor einem Bandscheibenvorfall 28 Prozent, vor psychischen Erkrankungen wie Depressionen 26 Prozent und vor schweren Lungenerkrankungen 21 Prozent. Die Angst vor Diabetes und Geschlechtskrankheiten beunruhigt jeweils 16 Prozent der Befragten.

Viele haben Angst, aber nur wenige nehmen Vorsorgeangebot wahr
Trotz der weit verbreiteten Angst vor Krebs, gaben von den 30- bis 44-Jährigen lediglich 54 Prozent an, Krebs-Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Einen Gesundheitscheck zur frühzeitigen Erkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nutzt in dieser Altersgruppe jeder Dritte.

„Insgesamt schätzen 88 Prozent der Deutschen ihren aktuellen Gesundheitszustand als gut beziehungsweise sehr gut ein“, teilt die DAK mit. Besonders gesund fühlen sich demnach die Menschen in Baden Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Die Brandenburger bilden das Schlusslicht. Sie beurteilen ihren Gesundheitszustand am schlechtesten. (ag)

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