DKFZ: Gesundheitsschäden durch Nikotin drohen auch bei E-Zigaretten

Fabian Peters
DKFZ warnt vor Gesundheitsschäden durch Nikotin
Nikotin ist eine Giftstoff, der auch bei Aufnahme ohne Tabakrauch, beispielsweise über E-Zigaretten, ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellt, so die Warnung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Die Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ hat in einer aktuellen Veröffentlichung verdeutlicht, dass Nikotin grundsätzlich zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen kann und zudem im Verdacht stehe, Atherosklerose (Arterienverkalkung), Typ-2-Diabetes und Krebs zu fördern. Dies gilt auch für Nikotin, dass über E-Zigaretten und E-Shishas aufgenommen wird.

Oft werden nikotinhaltige elektronische Inhalationsprodukte den Rauchern als harmlose Alternative zur Zigarette angepriesen, was jedoch die Risiken des Giftstoffes Nikotin außer Acht lässt. Zwar fällt die schädliche Wirkung des Tabakrauchs bei den E-Zigaretten weg, doch bei Verdampfung nikotinhaltiger Flüssigkeiten in den Inhalationsprodukte ist laut Angaben des DKFZ dennoch von erheblichen Gesundheitsrisiken auszugehen. „Nikotin ist keineswegs die harmlose Substanz, als die sie die Hersteller von E-Zigaretten gerne darstellen“, betont Dr. Verena Viarisio von der Stabsstelle Krebsprävention am DKFZ. „Nikotin macht abhängig, ist toxisch und schadet der Gesundheit auf vielfältige Weise“, so Viarisio weiter. Insbesondere Jugendliche und Schwangere sollten laut Aussage der Expertin weder rauchen, noch E-Zigaretten verwenden.

Die Aufnahme von Nikotin birgt erhebliche Gesundheitsrisiken - nicht nur beim Tabakrauch, sondern auch bei E-Zigaretten. (Bild: tunedin/fotolia.com)
Die Aufnahme von Nikotin birgt erhebliche Gesundheitsrisiken – nicht nur beim Tabakrauch, sondern auch bei E-Zigaretten. (Bild: tunedin/fotolia.com)

Nikotin in der Schwangerschaft ein Tabu
In der aktuellen Veröffentlichung der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ werden die Risiken des Nikotins umfassend beleuchtet, wobei neben der körperlichen und psychischen Abhängigkeit vor allem drohende Gesundheitsschäden im Vordergrund stehen. Ein erhöhtes Risiko für Arterienverkalkungen, Diabetes und Krebs bilden hier mögliche Folgen. „Zahlreiche Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Nikotin Krebs auslöst, zu dessen Voranschreiten beiträgt und die Erfolge von Chemo- und Strahlentherapie vermindert“, so die Mitteilung des DKFZ. Des Weiteren könne Nikotin den Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen und der Gesundheit des ungeborenen Kindes schwerwiegend schaden. „Nikotin im Mutterleib trägt vermutlich zum Plötzlichen Kindstod bei und stört die spätere Gehirn- und Lungenentwicklung“, berichtet das DKFZ.

Was beeinflusst die Gesundheitsgefahren durch E-Zigaretten?
Gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat das DKFZ eine Übersichtsarbeit („E-Zigaretten und E-Shishas: Welche Faktoren gefährden die Gesundheit?“) zu den Gesundheitsgefahren von E-Zigaretten und E-Shishas herausgegeben, für die zahlreiche frühere Studien ausgewertet wurden. Den Ergebnissen zufolge setzen sich die Gesundheitsgefahren des E-Zigarettenkonsums aus drei Faktoren zusammen: Dem Chemikaliengemisch aus Trägersubstanzen, Aromen und Nikotin, dem individuellen Nutzerverhalten und der Gerätetechnik. Beispielsweise steige die Konzentration krebserzeugender und möglicherweise krebserzeugender Substanzen wie Formaldehyd und Acetaldehyd im E-Zigaretten-Aerosol mit der Temperatur des Verdampfers. Hierbei spiele die Batteriespannung des Gerätes aber auch das Verhalten der Nutzer eine entscheidende Rolle.

Verbot von E-Zigaretten für Kinder und Jugendliche gefordert
Grundsätzlich lasse sich festhalten, dass E-Zigaretten und E-Shishas nicht in Kinderhände gehören, betont Dr. Wolfgang Schober vom Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in der Pressemitteilung des DKFZ. Daher sei der Vorstoß der Bundesfamilienministerin, E-Zigaretten und E-Shishas für Kinder und Jugendliche zu verbieten, zu begrüßen. Darüber hinaus sollten „zum Schutz erwachsener Konsumenten unbedingt technische Mindeststandards eingeführt werden“, so Dr. Schober weiter. (fp)

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