Vorsicht beim Pilzsammeln: Maipilze nicht mit giftigem Ziegelrotem Risspilz verwechseln

Sebastian
Maipilze ähneln dem Ziegelrotem Risspilz
Bereits jetzt im Frühjahr können Pilzsucher fündig werden. Der Maipilz oder Mairitterling ist bei Kennern ein beliebter Speisepilz. Doch Vorsicht ist gefragt: Wie viele andere Pilze hat er einen giftigen Doppelgänger. Eine Pilzvergiftung kann gefährlich werden.

Maipilze nicht mit giftigem Doppelgänger verwechseln
Bereits jetzt im Frühling sind auf Wiesen, in Parks und Wäldern wieder Pilze zu finden. Darauf machte der Landespilzsachverständige Oliver Duty in Rostock in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa aufmerksam. Der Maipilz oder Mairitterling ist einer der bekanntesten Frühjahrspilze. Allerdings ist er leicht zu verwechseln und zwar mit dem giftigen Ziegelroten Risspilz, der auch schon im Mai wachsen kann. Der weiße oder seltener ockerfarbene Maipilz wird den Angaben zufolge bis zu 15 Zentimeter groß, ist dickfleischig, hat einen glatten Hut und eng stehende Lamellen.

Maipilze können schnell verwechselt werden. Lieber an einen Experten wenden. (Bild: goldbany/fotolia)
Maipilze können schnell verwechselt werden. Lieber an einen Experten wenden. (Bild: goldbany/fotolia)

Ziegelroter Risspilz kann gefährlich werden
Eine Vergiftung mit dem Ziegelroten Risspilz führt innerhalb weniger Minuten bis zwei Stunden zu Symptomen, die dem sogenannten Muskarin-Syndrom entsprechen. Typisch sind dabei Sehstörungen durch Pupillenverengung, Tränen- und Speichelfluss sowie übermäßiges Schwitzen. Möglich sind zudem Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen, Magen-Darm-Störungen, Zittern und Kopfschmerzen. Bei starken Vergiftungen verlangsamt sich der Puls und der Blutdruck fällt ab, in manchen Fällen kommt es zu Atemnot durch Verengung der Atemwege und Angstgefühlen. Schwache Vergiftungen klingen meist innerhalb weniger Stunden auch ohne besondere Therapie ab. Starke Vergiftungen dauern nicht nur länger, sondern können manchmal lebensbedrohliche Formen annehmen.

Experten zu Rate ziehen
Wenn sich Sammler nicht hundertprozentig sicher sind, dass sie die richtigen Pilze im Körbchen haben, können sie einen Pilzberater zu Rate ziehen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) in Berlin hat auf ihrer Homepage eine Liste mit Sachverständigen veröffentlicht, die meistens kostenlos oder gegen ein geringes Honorar arbeiten. Grundsätzlich gilt, dass wenn es nach dem Verzehr einer Pilzmahlzeit zu Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen oder akuten Bauchschmerzen kommt, eine Pilzvergiftung dahinter stecken kann. Dann sollte sofort der Notarzt (112) gerufen oder der Giftnotruf des betreffenden Bundeslandes kontaktiert werden. Gesundheitsexperten warnen davor, Medikamente in Eigenregie einzunehmen. Betroffene sollten viel Wasser trinken und – falls vorhanden – Pilzreste zur ärztlichen Behandlung mitnehmen.(ad)