Echter Jungbrunnen: Mütter mit vielen Kindern bleiben länger jung

Mütter mit vielen Kindern fühlen sich länger jung und vital. (Bild: Kzenon/fotolia.com)
Fabian Peters
Je mehr, desto besser: Mütter mit vielen Kindern bleiben länger jung
„Kinder halten jung“, sagen die einen. Kleine Kinder lassen die Eltern wegen Stress und Schlafmangel schneller altern, meinen andere. Was stimmt aber wirklich? Wissenschaftler haben nun in einer Studie die Zellen von Müttern untersucht. Es zeigte sich, dass kinderreiche Frauen länger jung bleiben.

Schneller Altern durch Kinder?
Manche Menschen sagen, Kinder wirken wie ein Jungbrunnen: Sie halten Eltern fit und in Bewegung. Andere wiederum heben Umstände hervor wie Babygeschrei, nachts nicht schlafen können und ständige Sorgen, die man sich um den Nachwuchs machen müsse. Dies führe zu einer schnelleren Alterung der Eltern. Doch Letzteres scheint offenbar nicht zu stimmen. Wie Wissenschaftler aus Kanada nun berichten, altern Frauen umso langsamer, je mehr Kinder sie haben. Den Forschern zufolge sind vielfache Mütter besser vor dem Abbau der DNA geschützt.

Mütter mit vielen Kindern fühlen sich länger jung und vital. (Bild: Kzenon/fotolia.com)
Mütter mit vielen Kindern fühlen sich länger jung und vital. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Kinder halten Frauen jung
Für ihre Studie untersuchte das Wissenschaftlerteam der Simon Fraser University die Telomere von Probandinnen – jene DNA-Bestandteile, die das Erbgut bei Zellteilungen schützen und deren Länge als Indiz für die Lebensspanne der Zelle gilt. Telomere sind die Enden der Chromosomen, die bei jeder Zellteilung kürzer werden. Wenn sie zu kurz sind, kann sich eine Zelle nicht mehr weiter teilen und der Zelltod setzt ein. Längere Telomere sind ein Anzeichen für ein geringeres biologisches Alter. Im Fachjournal „PLOS ONE“ berichteten die Forscher nun, dass sie feststellten: Je mehr Kinder eine Frau geboren hatte, desto länger waren ihre Telomere.

Je mehr Nachwuchs, desto besser
Die Studienteilnehmerinnen waren 75 Frauen aus dem Maya-Volk der Cakchiquel (Guatemala). Das Team um Pablo Nepomnaschy begleitete die Probandinnen über einen Zeitraum von 13 Jahren. Die Forscher bestimmten die Länge der Telomere der Frauen, wiederholten die Prozedur 13 Jahre später und verglichen die erhobenen Daten. Den Wissenschaftlern zufolge zeigte sich, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Kinderzahl und der Länge der Telomere gibt. Die Anzahl an Töchtern und Söhnen beeinflusst demnach, wie schnell eine Frau altert, wobei gilt: Je mehr Nachwuchs, desto stärker der positive Effekt.

Ursache für langsamere Alterung noch unklar
Eigentlich waren die Forscher davon ausgegangen, dass das Kinderkriegen auf Kosten des biologischen Alters geht. Über den Grund für die langsamere Alterung konnten sie bislang nur Mutmaßungen anstellen. Laut Nepomnaschy und Kollegen könnte einerseits das Hormon Östrogen einen Einfluss haben, von dem während einer Schwangerschaft rund 200-mal mehr produziert wird und das die Telomere vor Alterung schützt. Es könnte aber auch daran liegen, dass in einigen Kulturen – wie beispielsweise bei den Cakchiquel – Mütter besondere Unterstützung von Familienmitgliedern oder Freunden erfahren. Weitere Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, was genau ausschlaggebend ist. (ad)

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