Gesundheitsgefahr durch Ecstasy-Pille Rolex

Alfred Domke

Tödliche Gefahr: Falsche Ecstasy-Pille im Umlauf

13.04.2014

Nach Medienberichten sind in der Schweiz falsche Ecstasy-Pillen aufgetaucht, deren Konsum tödlich sei kann. Experten vor Ort sprachen von einer der gefährlichsten Pillen. Auf den pinkfarbenen Drogen ist das Logo der Uhrenmarke Rolex eingeprägt.

Falsche Pillen mit Rolex-Logo
In der Schweiz sind nach Medienberichten falsche Ecstasy-Pillen aufgetaucht, deren Konsum lebensgefährlich sein kann. Auf der pinkfarbenen Pille sei auf einer Seite das Kronen-Logo der Schweizer Luxusuhrenmarke Rolex eingeprägt. Die Droge enthalte laut dem Schweizer Internetportal „20Minuten.ch“ nicht den Ecstasy-Wirkstoff MDMA, sondern PMMA (Paramethoxymethamphethamin). Beide Wirkstoffe würden bewirken, dass sich die Pupillen des Konsumenten weiten und sein Puls steigt, allerdings bleibe bei PMMA die erwünschte stimmungssteigernde Wirkung von Ecstasy aus. Zudem wirke PMMA erst nach einer Stunde, MDMA bereits nach einer halben.

Experte spricht von einer der gefährlichsten Pillen
Deshalb bestehe die Gefahr, dass die Konsumenten vorschnell zu einer zweiten dieser generell schon hoch dosierten Pillen greifen könnten. Den Informationen des Internetportals zufolge entwickle PMMA in Kombination mit MDMA eine bedrohliche Wechselwirkung. Demnach könne sich die Körpertemperatur auf 40 Grad erhöhen, es drohen Bluthochdruck, Bewusstlosigkeit, Koma, eine tödlich verlaufende Atemnot, Herzstillstand und Organversagen. Die „Rolex“-Pillen waren letztes Wochenende bei einem Drogentest in Zürich aufgetaucht. Der stellvertretende Betriebsleiter der dortigen Jugendberatung Streetwork, Aleander Bücheli, sagte gegenüber „20Minuten.ch“: „Das ist eine der gefährlichsten Pillen, die wir bei unseren Tests je analysiert haben.“

Acht Todesfälle im vergangenem Jahr in Nordirland
Bücheli warnte: „In Europa hat es schon Todesfälle gegeben, bei denen PMMA im Spiel war.“ So seien im Jahr 2013 in Nordirland bereist acht Menschen gestorben, nachdem sie PMMA-haltige Pillen genommen haben sollen. Eine dieser Tabletten habe ebenfalls das Rolex-Logo getragen, war aber nicht pink, sondern grün. Den Präventionsspezialisten mache zudem hoch dosiertes Ecstasy Sorgen, denn dadurch würden unter anderem die Nebenwirkungen wie Kiefermahlen oder Augen- und Nervenzucken verstärkt. Außerdem könnten Krampfanfälle auftreten. Des Weiteren steige an den Tagen nach dem Konsum das Risiko, an Depressionen, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit zu leiden. Da beim Ecstasy-Rausch ganz allgemein Hunger, Müdigkeit und Erschöpfungsgefühle unterdrückt werden, könne es zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen. (ad)

Bild: Martin Berk-pixelio.de