Elf Jahre nach erstmaliger Gesichtstransplantation: Patientin nun verstorben

Im Jahr 2005 wurde in Frankreich die erste erfolgreiche Gesichtstransplantation durchgeführt. Nun ist die Patientin gestorben. (Bild: Anna Jurkovska/fotolia.com)
Alfred Domke
Patientin mit erstem transplantierten Gesicht ist tot
Im Jahr 2005 wurde erstmals eine erfolgreiche Gesichtstransplantation durchgeführt. Nun, elf Jahre später, ist die Patientin gestorben. Erst vor wenigen Monaten habe die Frau mit starken Abstoßungsreaktionen gekämpft und konnte daraufhin einen Teil ihrer Lippen nicht mehr bewegen.

Erste erfolgreiche Gesichtstransplantation im Jahr 2005
Die Transplantationsmedizin hat in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. So berichteten Mediziner im letzten Jahr über die sensationelle Transplantation einer Schädeldecke. Und Ärzte in den USA haben vor einigen Monaten die erste Penis-Verpflanzung durchgeführt. Mittlerweile ist sogar eine Kopftransplantation geplant. Die erste erfolgreiche Gesichtstransplantation wurde bereits 2005 durchgeführt. Die Patientin ist jetzt gestorben.

Im Jahr 2005 wurde in Frankreich die erste erfolgreiche Gesichtstransplantation durchgeführt. Nun ist die Patientin gestorben. (Bild: Anna Jurkovska/fotolia.com)
Im Jahr 2005 wurde in Frankreich die erste erfolgreiche Gesichtstransplantation durchgeführt. Nun ist die Patientin gestorben. (Bild: Anna Jurkovska/fotolia.com)

Frau wurde von eigenem Hund gebissen
Isabelle Dinoire ist tot. Die Französin, die vor elf Jahren die weltweit erste erfolgreiche Gesichtstransplantation erhalten hatte, ist bereits im April diesen Jahres im Alter von 49 Jahren gestorben, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Experten sprachen von einer medizinischen Sensation, als Dinoire im Jahr 2005 ein neues Gesicht transplantiert wurde. Ihr Hund hatte die damals 38-jährige Frau gebissen und so stark verletzt, dass sie ihre Lippen, ihre Nase und das Kinn verlor. Sie konnte daraufhin weder sprechen noch normal essen.

Im Krankenhaus von Amiens verpflanzte ihr ein Spezialisten-Team im November 2005 in einer 15-stündigen OP in einer Weltpremiere die fehlenden Gesichtspartien, die von einer hirntoten Spenderin stammten.

Wenige Monate nach OP konnte Patientin wieder sprechen und essen
Wenige Monate später präsentierte sie sich der Presse. Dinoire konnte sprechen und sogar trinken. „Seit dem Tag der Operation habe ich wieder ein Gesicht, ich kann wieder sprechen. Seit kurzem spüre ich meine Lippen, meine Nase, meinen Mund.“

Zwar sagte Dinoire Jahre später, dass sie sich an ihr neues Aussehen gewöhnt habe, doch ihr Körper wehrte sich bis zuletzt. Trotz Medikamenten, die die Abstoßungsreaktionen ihres Körpers unterdrücken sollten, wurden immer wieder Teile ihres Transplantats abgestoßen.

Schwere Abstoßungsreaktionen
In einer Erklärung des Krankenhauses hieß es nun, sie sei „an den Folgen einer langen Krankheit“ gestorben. Nach Angaben der Zeitung „Le Figaro“ litt Dinoire an Krebs. Im vergangenen Winter habe sie demnach erneut mit schweren Abstoßungsreaktionen gekämpft und dabei die Funktionsfähigkeit ihrer Lippen teilweise eingebüßt.

Seit 2005 wurden immer wieder erfolgreiche Gesichtstransplantationen durchgeführt. Erst kürzlich berichteten Mediziner des New York University (NYU) Langone Medical Center in einer Mitteilung über einen Feuerwehrmann, der im Einsatz schwerste Gesichtsverbrennungen erlitten hatte und ein neues Gesicht, Kopfhaut, Ohren, Gehörgänge und Teile der Knochen von Kinn, Wangen und Nase verpflanzt bekam. (ad)

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