Ernährung: Diät-Brausen und künstlich gesüßte Lebensmittel machen dick

Alexander Stindt
Warum hat ein Ungleichgewicht zwischen Kalorien und Süße negative Auswirkungen?
Forscher fanden heraus, dass der Konsum von sogenannten Diät-Limonaden und künstlich gesüßten Lebensmitteln zu einer Gewichtszunahme führen und sogar Diabetes auslösen kann. Solche Produkte scheinen das Gehirn zu verwirren, weil normalerweise süße Substanzen mehr Energie zur Verfügung stellen können.

Die Wissenschaftler der international anerkannten Yale University in den USA stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass künstlich gesüßte Lebensmittel Gewichtsprobleme und Diabetes auslösen können. Die Mediziner veröffentlichten eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen ihrer Studie.

Eigentlich möchten Konsumenten von Diät-Limonaden weniger Zucker zu sich nehmen und im besten Fall dadurch abnehmen. Wissenschaftler fanden jetzt aber heraus, dass Diät-Limonaden und künstlich gesüßte Lebensmittel das Gehirn verwirren. Dadurch wird mehr Fett eingelagert und Betroffene nehmen zu. Außerdem steigt auch die Gefahr an Diabetes zu erkranken. (Bild: Markus Mainka/fotolia.com)

Süße Substanzen enthalten normalerweise mehr Energie
Der menschliche Körper hat die Angewohnheit, mehr Kalorien zu verbrennen, wenn etwas süß schmeckt. Dies liegt daran, dass normalerweise in der Natur süßere Substanzen mehr Energie enthalten, erklären die Experten.

Diät-Produkte können das menschliche Gehirn verwirren
Wenn Diät-Produkte nicht süß schmecken, verwirrt dies das menschliche Gehirn. Das Gehirn nimmt deswegen an, dass weniger Kalorien verbrannt werden können. Dies verursacht, dass der Stoffwechsel des Körpers reduziert wird. Der Körper beginnt mehr Fett abzulagern, erläutern die Wissenschaftler der Yale University.

Süße und enthaltene Energie von Nahrungsmittel sollten richtig abgestimmt sein
Autorin Professor Dana Small erklärt dazu: „Wenn süßer Geschmack und Energie nicht abgestimmt sind, wird weniger Energie metabolisiert und ungenaue Signale werden an das Gehirn gesendet.“ Dieser Effekt kann zu Auswirkungen führen, welche die metabolische Gesundheit beeinflussen. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass sogar Süßstoffe in Lebensmitteln, wie beispielsweise Joghurt, diesen negativen Effekt auslösen können. Wenn süßer Geschmack und Kalorien nicht übereinstimmen, wird dadurch der Stoffwechsel des Körpers getäuscht.

Süß schmeckende kalorienarme Getränke können große metabolische Reaktion auslösen
In der Natur signalisiert enthaltene Süße die Anwesenheit von Energie und ihre Intensität spiegelt die vorhandene Energiemenge wider, erläutern die Wissenschaftler. Wenn ein Getränk beispielsweise zu süß ist oder nicht süß genug für die enthaltene Menge an Kalorien, werden die metabolische Antwort und das Signal unterbrochen, welches dem Gehirn den Nährwert vermittelt. Ein süß schmeckendes, kalorienarmes Getränk kann eine größere metabolische Reaktion auslösen, als Getränke mit einer höheren Konzentration von Kalorien. Dieser Befund könnte die Assoziation zwischen künstlichen Süßstoffen und Diabetes erklären, die bereits in früheren Studien entdeckt wurde, sagen die Autoren.

Süße hilft dem Körper zu bestimmen, wie Kalorien metabolisiert werden
Die neue Studie zeigt, dass Süße hilft zu bestimmen, wie Kalorien metabolisiert und dem Gehirn signalisiert werden. Wenn Süße und Kalorien abgestimmt sind, werden die Kalorien metabolisiert, und dies wird im Gehirn registriert. Wenn allerdings ein Missverhältnis auftritt, werden die Kalorien nicht den Stoffwechsel auslösen und das Gehirn wird nicht registrieren, dass Kalorien verbraucht wurden. erläutern die Experten.

Geschmackswahrnehmung von Süße ist genauso wichtig wie enthaltene Kalorien
Mit anderen Worten, die Annahme, dass mehr Kalorien auch eine größere metabolische Reaktion und eine stärkere Reaktion im Hirn auslösen, ist falsch. Kalorien sind nur die Hälfte der Gleichung, die Geschmackswahrnehmung von Süße ist die andere Hälfte. Viele Lebensmittel in der heutigen Zeit enthalten ein solches Ungleichgewicht zwischen Süße und Kalorien, wie beispielsweise Joghurt mit kalorienarmen Süßstoffen, berichten die Forscher.

Menschliche Körper sind auf Energiequellen aus Diät-Produkten nicht eingestellt
„Unsere Körper entwickelten sich, um die in der Natur verfügbaren Energiequellen effizient zu nutzen. Unsere moderne Lebensmittelumgebung ist aber durch Energiequellen gekennzeichnet, die unsere Körper noch nie zuvor gesehen haben“, betont Prof. Dana Small von der Yale University School of Medicine hinzu. (as)